Chronik 28

--- Privateer, Brücke, einen Tag später

"Annäherung?" Slade hatte es sich im Captainssessel gemütlich gemacht und fragte nun schon etwa zum siebenhundertsten Mal die gleiche Frage.

Paul Harvester, Pilot vom Dienst, brauchte nicht auf seine Anzeigen zu schauen, um zu antworten: "Ankunftszeit um 1014 Uhr, also in einer Stunde und sieben Minuten. Der Planet wird in etwa 45 Minuten in Scannerreichweite sein."

"Hmm." Natürlich wußte der Anticaner, daß er sich die Wartezeit mit seiner ständigen Fragerei nur verlängerte. Aber einerseits hatte er zur Zeit nichts anderes zu tun, mit dem er sich hätte ablenken können, und zum anderen freute er sich auf diese Goldgrube von Planeten wie ein kleines Kind auf die erste freie Jagd.

Er wußte noch genau, wie es damals bei ihm war, als ihn sein Vater mit vierzehn Jahren an den Waldrand geführt und ihn mit einem Klaps auf den Rücken auf den Weg geschickt hatte. Vor lauter Vorfreude hatte er wochenlang nicht richtig schlafen können, und als es dann so weit war, hätte er fast die rituellen Worte, die die Bereitschaft in das Erwachsenenleben einzutreten ausdrückten, nur stotternd herausgebracht.

Dann war er wie ein Pfeil losgesaust, um sich im schützenden Dickicht des Waldes, wo niemand ihn mehr sehen konnte, hinzuhocken und seine Blase zu entleeren.

Die neugierige Bluda-Ente, die ihn dabei beobachtet hatte, kam nie mehr dazu, sich zu fragen, was sie eigentlich getötet hatte.

Als er nach fast einem Monat blutbeschmiert und mit zerrissener Kleidung wieder in seinem Elternhaus ankam, waren seine Eltern bereits tot. Der Krieg, von dem Slade bislang kaum etwas mitbekommen hatte, hatte zugeschlagen.

Die beiden Schiffe "Heulender Wolf" und "Rudelführer" waren fast gleichzeitig von den Selay vernichtet worden. Und mit ihnen seine beiden Eltern und sein ganzes bisheriges Leben.

Er schüttelte die trüben Gedanken ab und fragte erneut: "Annäherung?"

--- Maschinenraum, Büro

KWinh saß am Schreibtisch seines neuen Büros und schüttelte zum wiederholten Mal den Kopf. Die Daten, die er jetzt wesentlich detaillierter hatte als am Vorabend, waren nicht sehr erfreulich.

Das Schiff funktionierte, aber gerade so innerhalb der Toleranzgrenzen. Einige der unwichtigeren Systeme funktionierten gar nicht, andere jedoch sehr gut. Bei genauerem Hinsehen stellte sich heraus, daß diejenigen, die gut arbeiteten, die waren, die das Leben der Mannschaft vereinfachten, wie die Replikatoren oder die Holodecks.

Andere, wie der Antrieb oder die Schilde liefen ständig am Rand des Ausfalls. Das war etwas, was dem neuen Leiter der technischen Abteilung Sorgen bereitete und ihn gleichzeitig wütend machte. Aber auch das Durchgehen der Werte zum wiederholten Mal änderte nichts daran. Seine kurze Ansprache an "seine Leute" vor wenigen Minuten war zwar kurz, aber sehr eindringlich gewesen. Die Frauen und Männer waren sogar weniger abweisend gewesen, als er anhand seiner Augen erklärte, kein Romulaner zu sein.

Nacheinander hatte er mit Hilfe der Personalakten und Cindy Pepinos Hilfe den Technikern Aufgaben zugewiesen, an denen sie jetzt arbeiteten. Nur die kleine Rothaarige war noch übrig und saß ihm nun gegenüber und schaute ihn abwartend an.

"Ich glaube nicht, daß wir es jemals schaffen werden, dieses Schiff in perfektem Zustand zu haben, aber wir können es immerhin versuchen", sagte er in ihre Richtung.

"Hey, KWinh, halte mal die Luft an. Wir werden das weder heute, noch morgen alles auf einmal schaffen. Also schalt mal kurz ab, so wie du aussiehst, hast du letzte Nacht kein Auge zugetan." Damit hatte sie Recht, KWinh hatte wirklich nicht geschlafen. Aber das sollte kein Problem werden, was nicht mit einer Meditation zu lösen gewesen wäre.

Er schaute Cindy an und fragte sich, woher diese Frau ihre gute Laune nahm. Seit dem frühen Morgen war sie hier und hatte seitdem ihr Lächeln nicht einmal aufgegeben. Das Beste aber war, daß sie ihren Job auch noch verstand.

Seine langen Haare in den Nacken werfend, schloß KWinh die Augen und dachte an die bevorstehende Mission. Wieder einmal wußte er nicht, um was es ging. Genau wie bei der letzten. Seine Gedanken schweiften ab. Die letzte Mission war ein ziemlicher Reinfall gewesen, aber immerhin hatte es keine Verluste gegeben. Monserat war nicht zufrieden gewesen, aber das war im Nachhinein auch ziemlich egal.

Leider war nur ein Mitglied des letzten Außenteams mit auf dieses Schiff gegangen und die hatte sich trotz seiner Nachricht noch nicht gemeldet. Das war nicht ihre Art und der Techniker fragte sich, was wohl mit ihr los war.

Es blieb aber keine Zeit, das nachzuprüfen, also öffnete er die Augen wieder und stellte fest, das Cindy Pepino verschwunden war. Ein Blick auf die Zeitanzeige bestätigte KWinhs Vermutung, er hatte geschlafen. Etwas erfrischter stand er also auf und ging aus seinem Büro in den Maschinenraum.

--- Maschinenraum

Erfreut stellte der Grilmak fest, daß man seinen Anweisungen offensichtlich nachkam. Kein Techniker außer Cindy war hier und die arbeitete an den Konvertern, wie er es ihr zugeteilt hatte. Mit der Andeutung eines Lächelns machte er sich daran, ihr zu helfen, wenigstens so lange, bis man ihn woanders brauchte. Spätestens wenn das Schiff an seinem Zielort ankam, würde er andere Aufgaben bekommen.

--- Krankenstation

Frisch ausgeruht hatte Llewella die Krankenstation betreten. Sie hatte gut geschlafen - aber aufgewacht war sie mit Bildern von Schottland vor ihrem inneren Auge.

Irgendwie hatte sie sich beim Aufstehen aber mal wieder ein wenig heimatlos gefühlt. Das passierte ihr gelegentlich, obwohl sie das Leben im All im Allgemeinen und das auf der Privateer im Besonderen einfach faszinierend fand und es ihr in der Regel Spaß machte.

Aber manchmal fehlte ihr ihre Heimat sehr.. Die frische Luft, der würzige Geruch der Highlands... Und die fröhlichen Menschen dort... die auch...

Also hatte sie sich heute ziemlich 'schottisch' gekleidet. Nicht gerade einen Kilt, der war etwas für Männer, aber immerhin trug sie eine Hose in den Farben der Campbells, Blau und Grün.

Ein kurzer Blick zeigte Llewella, daß die Krankenstation nicht gerade voll besetzt war. Pormas Biobett war leer, das Schild darüber zeigte aber ziemlich deutlich, daß damit gerechnet wurde, daß er wieder hier landen würde...

Aber die Biobetten fünf und sechs waren belegt. Llewella zückte ihren Tricorder und begann die Morgenvisite...

--- Büro des Psychologen

Collins lümmelte sich gemütlich in seinem Stuhl. Seine Füße lagen auf dem Tisch, gleich neben der Kaffeetasse. Es war wieder mal nichts los.

Die Sprechzeiten mauserten sich langsam zu Zeiten der Entspannung und der Ruhe für den Psychologen. Er dachte noch flüchtig über das Gespräch mit Llewella und KWinh am vorherigem Tag nach.

'Merkwürdiger Kauz, dieser KWinh!', dachte Jack wieder und versuchte ohne die Füße vom Tisch zu nehmen an seinen Kaffee zu kommen, was natürlich nicht klappte.

Nachdem er dann unter größter Anstrengung die Füße unter dem Tisch bekommen hatte, nahm Jack einen tiefen Zug aus der Tasse und sah auf die Uhr.

'So Leute, ein bißchen Zeit habt ihr noch!', dachte er und fing an kleine Figuren auf ein kleine Zeichenpadd zu kritzeln.

Die Türen des Büros öffneten sich zischend. Silvana trat ein und registrierte grinsend, daß Jack sichtlich erstaunt über ihren Besuch war. Anscheinend hatte er gerade jetzt so kurz vor der Außenmission nicht mit ihr gerechnet.

"Ich weiß, daß jetzt eigentlich mein Platz auf der Brücke wäre, aber Sadaja macht ihre Sache gut und ich konnte nicht widerstehen dich zu besuchen. Die neuesten Nachrichten werden dir gefallen..." Sie trat zu seinem Tisch und stemmte sich mit beiden Armen darauf ab. So, daß sein Blick unwillkürlich zu zwei unübersehbaren Vorzügen ihres Körpers wanderte.

"Tut mir leid, daß wir in letzter Zeit nicht viel Kontakt hatten, aber das wird sich ja jetzt auf dem Planeten ändern, wenn ich auf deinen süßen Hintern aufpassen muß. Noch dazu wo ich mich nicht wie geplant um Narbo kümmern muß. Slade will ihn unbedingt hier auf den Schiff behalten. Keine Ahnung warum.

Vielleicht hat ihn der Unfall ja doch mehr mitgenommen, als wir gedacht haben und er will das nächste Mal durch Alkohol ins Komma fallen." Während ihrer Worte hatte sie langsam den Tisch umrundet und drehte Jacks Stuhl so, daß er direkt vor ihr saß.

Noch bevor der verdutzte Psychologe die Möglichkeit hatte, etwas zu antworten, ließ sie sich auf seinen Schoß sinken. Ihr Oberkörper drängte sich verlangend an seinen Körper und ihr warmer Atem streifte seine Lippen.

Gesicht an Gesicht, sahen sie sich an.

"Freust du dich so mich zu sehen, Jack, oder ist das nur dein Padd?"

Silvanas Augen fixierten Jack wie eine Beute kurz vor ihrem Fang. Ihre Augen leuchteten in einem warmen bersteinfarbenen Gelb. Es gehörte sehr viel Kraft dazu einem solchen Blick lange zu widerstehen.

"Eigentlich habe ich gerade Sprechstunde', sagte der Psychologe leise und streichelte Silvana über ihre Wange. "Aber hier kommt ohnehin niemand."

Jack zog mit einem Finger den sanften Bogen ihrer Wirbelsäule nach und gab ihr einen sanften, flüchtigen Kuß auf die Lippen. "Ich hatte dich schon vermißt. Gestern bei Narbo wollte ich nicht stören, du warst so dermaßen mit so einer Großkatze beschäftigt, daß du mich scheinbar gar nicht bemerkt hast."

Es kostete Collins Mühe, sich zusammenzureißen. Und er fragte sich, ob er es überhaupt wollte. Sein Verstand sagte, daß die Beziehung zu Silvana rein körperlicher Natur war. Sein Herz und seine Seele sagten aber etwas anderes.

"Übrigens, mein Padd liegt dort auf dem Tisch", sagte Jack leise.

--- Krankenstation

Llewella hatte ihre eigentliche Visite beendet und unterhielt sich noch ein paar Minuten mit Layla Osmana, einer jungen Frau arabischer Abstammung. Bei einem Holodeckurlaub in ihrer Heimat hatte sie sich zu weit in die simulierte Wüste gewagt und war aus irgendeinem Grund nicht mehr in der Lage gewesen, die Simulation zu beenden.

Zum Glück hatte das bei solchen 'Risikoprogrammen' stets eingeschaltete Sicherheitsprogramm bemerkt, daß ihre Lebenszeichen immer schwächer wurden, die Krankenstation benachrichtigt und das Programm Wüste beendet, so daß die Frau gerettet werden konnte.

Schließlich stand die Schottin auf, verabschiedete sich von Layla und ging in Richtung Kargans Büro.

Kurz vor der Tür fiel ihr ein weiterer Patient ein. Kurzerhand fragte sie in den Raum: "Computer, wo befindet sich Pormas Theocrates?"

"Mr. Theocrates befindet sich in seinem Quartier", erwiderte der Computer.

Die Rothaarige war überrascht. Eigentlich hatte sie nicht erwartet, daß sich der eigensinnige Grieche so brav an die Anweisung des klingonischen Arztes, in seinem Quartier zu bleiben, halten würde. Dann kam ihr eine Idee. Mit einem ihrer breiten Grinsen fragte sie erneut: "Computer! Befindet sich noch jemand in Mr. Theocrates Quartier?"

Als der Computer diese Frage bejahte, wäre Llewella beinahe in Lachen ausgebrochen. 'Dieser Schwerenöter', dachte sie amüsiert. Sie konnte sich gerade noch verkneifen, den Computer zu fragen, wer denn bei ihm war, denn eigentlich konnte sie sich das schon denken. Diese Frau - von der sie immer noch nicht wußte, wie sie eigentlich hieß...

--- Pormas Quartier

Leise schlich Nathalie ins Bad. Sie war recht früh erwacht, obwohl sie in der Nacht nicht viel Schlaf gefunden hatte. Der Abend war in der Tat recht lang geworden.

Eine Weile hatte sie noch regungslos im Bett gelegen und den friedlich schlafenden Pormas beobachtet. Ihre Finger hatten erneut mit seinem Haar gespielt und im Schlaf war Pormas näher an ihre liebkosenden Hände gerückt.

Irgend etwas hatte er gemurmelt, doch sie hatte es nicht verstanden. Beinahe wie ein Frauenname hatte es geklungen. Nathalie hatte nur die Stirn gerunzelt und sich dann schließlich zum Aufstehen entschlossen. Vorsichtig, um ihn nicht zu wecken, war sie aus dem Bett gekrochen und hatte erst einmal eine Weile ihre Kleidung zusammengesucht.

Nach einer Katzenwäsche und nun auch angezogen kehrte sie wieder zurück. Der junge Grieche schlief noch immer. Doch Nathalie wollte ihren ersten Arbeitstag nicht verschlafen und sehnte sich außerdem nach frischen Klamotten und einer heißen Dusche. Und ihre Tasche hatte sie auch noch nicht ausgepackt.

Sie hinterließ Pormas eine kurze Nachricht - und natürlich auch die Unordnung. Den Tisch hatten sie gestern nicht mehr abgeräumt. Die Kerzen waren heruntergebrannt und einige Wachsflecken zierten die Tischplatte. Doch aufräumen würde zuviel Krach machen, dachte sie sich, nie um eine Ausrede verlegen.

Zum Abschied hauchte sie Pormas einen flüchtigen Kuß auf die Wange, woraufhin er erneut etwas murmelte und sich im Schlaf linkisch über die Stelle strich.

'Wie süß', dachte Nathalie lächelnd, zog noch fürsorglich die Decke höher und verließ dann das Quartier.

--- Krankenstation

Die Türe der Krankenstation öffnete zischend. Diese Türe schien dabei besonders glücklich über Ihre Aufgabe zu sein. Sternenlicht betrat die Krankenstation und blieb nach einigen leicht federnden Schritten stehen.

Zufrieden ruckten seine Schnurrhaare nach vorne, als seine Augen Llewella Campbell erkannten. Sie drehte sich gerade zu dem Neuankömmling um.

"Guten Morgen Miss Campbell", begrüßte Sternenlicht die Medizinerin. "Wir haben uns bisher noch nicht persönlich kennengelernt. Ich bin Sternenlicht zu-Srallansre, Wissenschaftler, und ich würde gerne einige Dinge bezüglich unseres 'Ausfluges' mit Ihnen klären."

Fasziniert betrachtete die Schottin das Katzenwesen, das da vor ihr stand. Sie hatte diesen Sternenlicht am vorigen Abend schon bemerkt, als er mit Silvana am Nachbartisch gesessen hatte. Was es nicht alles für Wesen gab!

Aber von einem Ausflug hatte sie bislang noch nichts gehört. Ob das wohl wieder so eine Aktion wie auf der Ivory werden würde? Llewella hoffte nicht.

"Was für ein Ausflug denn?" wollte sie neugierig wissen.

"Es hat Sie also noch keiner informiert, das habe ich mir schon fast gedacht, Llewella Campbell. Gut, die kurze Zusammenfassung ist, daß wir in knapp einer Stunde in den Orbit um Sakkra III, einen M-Klasse Planeten am Rande des kartographierten Raumes einschwenken werden. Dort werden wir nach Artefakten einer vor Jahrtausenden niedergegangenen technischen Hochkultur suchen. Die Föderation hat diesen Planeten bisher erst grob kartographiert und hat bisher noch nicht weiter entschieden, was mit diesem Erbe gemacht werden soll.

Ich bin hier, um mit Ihnen einige medizinische Details bezüglich unseres geplanten Landausfluges zu besprechen." Abwartend betrachteten Sternenlichts große, runde Augen die großgewachsene Terranerin.

'Das hört sich ziemlich interessant an', dachte die Schottin, während sie den Ausführungen des Katzenwesens lauschte. 'Zumindest handelt es sich dieses Mal nicht wieder um eine Rettungsmission wie auf der Ivory.' Zumindest vermutete und hoffte die Rothaarige das. Aber so wie sie dieses Schiff und seine merkwürdig zusammengewürfelte Besatzung einschätzte, war sicherlich auch dieses Mal ein Haken an der ganzen Sache.

"Ich nehme einfach mal an, daß Sie das Ganze schon mit Dr. Kargan abgesprochen haben, denn immerhin ist ja er der Leiter der Krankenstation. Wie haben Sie sich den Einsatz vorgestellt?", wollte die Schottin dann wissen.

Sternenlichts Schnurrhaare vibrierten leicht, als er antwortete: "Die eigentliche Organisation des Einsatzes liegt bei Silvana, ich selbst bin mehr nur für den wissenschaftlichen Part des Ausfluges zuständig. Ich denke, daß Sie mir meine Fragen genauso beantworten können. Ich brauche nämlich eine medizinische Meinung über einige der Sensordaten von Sakkra III:

Mein Gefühl sagt mir, daß es weder dem Captain, noch Silvana schnell genug gehen kann, bis wir die Oberfläche erreichen. Die Sensordaten zeigen, daß die Atmosphäre eine recht hohe Partikeldichte aufweist. Die Massedaten der Partikel deutet dabei weniger auf Staub oder ähnliches sondern auf biologisches Material wie zum Beispiel Sporen hin.

Da die Frage, warum diese hochtechnisierte Zivilisation untergegangen ist, ungeklärt ist, würde ich es bevorzugen, eine ausführlichere medizinische Analyse der Atmosphäre durchzuführen, bevor wir das Shuttle verlassen. Sind wir dazu in der Lage, und wenn ja, wie lange etwa dauert das?"

Die Schottin überlegte kurz. Dann antwortete sie ihrem Gegenüber in nachdenklichem Tonfall: "Ich bin zwar kein Techniker, aber ich denke, daß ein vernünftig gewartetes, intaktes Shuttle die entsprechenden Daten liefern können sollte. Zumindest sollte es möglich sein, festzustellen, ob die von Ihnen angesprochenen Partikel potentiell gefährlicher Natur sind. Um sicherzugehen, sollten am Besten dann entsprechende Schutzanzüge ausgegeben werden, bis wir genauere Daten erhalten.

Eine Kurzanalyse ist in relativ kurzer Zeit machbar, dreißig Minuten sollten ausreichen. Um hundertprozentige Sicherheit zu erhalten, daß keine schädlichen Stoffe da unten herumschwirren, müßten jedoch noch umfangreichere Untersuchungen gemacht werden, was mit Sicherheit einige Stunden dauern wird. Diese Untersuchungen sollten dann allerdings von einem vernünftig ausgestatteten Labor ausgeführt werden - falls sich ein solches auf diesem Schiff befindet."

"In Ordnung, das ist in etwa, was ich wissen wollte. Ein gut ausgestattetes Labor findet sich in der wissenschaftlichen Abteilung, das ist also kein Problem. Ich werde die nötigen Details mit Silvana besprechen."

--- Krankenstation, Büro des Chefarztes

Kargan saß in seinem Büro und studierte die Berichte, die der Captain aus irgendwelchen düsteren Quellen erhalten hatte. Die Daten, die die USS Ramses gesammelt hatte, waren auf den ersten Blick nicht abendfüllend, aber wenn man über gewisse Punkte nachdachte, ergaben sich Schlußfolgerungen, von denen der Chefarzt gerne gewußt hätte, ob sie zutrafen.

Von dem Planeten existierte ein holographischer Globus, auf dem man sehen konnte, daß etwas über ein Viertel der Oberfläche von Wasser bedeckt wurde. Der Rest verteilte sich auf Wüsten, gemäßigtere Zonen, sehr dichte Urwälder und zwei recht kleine Polkappen.

Die Luft war atembar, mit einem etwas erhöhtem Sauerstoffgehalt als man es an Bord eines Raumschiffes gewöhnt war. Ein Tag dauerte 28,458 Stunden, was Kargan nahezu perfekt erschien. Man konnte morgens länger schlafen und dafür abends länger aufbleiben. Wenn man zynisch war, konnte man sogar die energetischen Interferenzen in den höchsten Luftschichten des Planeten als eine Art natürliches Schutzschild betrachten - höchst wirkungsvoll gegen unwillkommene Leute, die sich viel zu sehr auf die Kunst des Beamens verließen...

Insgesamt wäre Sakkra III ein typischer Klasse M Planet gewesen. Gut zur Besiedlung geeignet, wären da nicht die anderen Scan-Ergebnisse der Ramses gewesen.

Natürlich hatte sich auf diesem Planeten Leben entwickelt - nicht nur pflanzliches, wie die flächendeckenden Urwälder zeigten, sondern auch tierisches. Die Messergebnisse deuteten auf eine für diese Planetenklasse übliche Biomasse.

Und sie deuteten auf intelligentes Leben. Unter dem Wüstensand, den Urwäldern, ja sogar im Wasser mußten sich große "Städte" befinden oder befunden haben. Die Forscher der Ramses hatten sich schnell dazu entschlossen, diese Bezeichnung zu verwenden, denn einerseits waren an diesen Stellen enorme Mengen von in der Natur nicht vorkommenden Materialien vorhanden, und andererseits konnte man rechte Winkel in der Natur ebenfalls recht selten finden.

Städte also.

Erbaut von Intelligenzwesen, die aus unerfindlichen Gründen... ja, was? Den Planeten verlassen hatten? Ausgestorben waren? Sich selber durch einen Krieg ausgerottet hatten? Einem heimtückischen Virus zum Opfer gefallen waren?

Würde man es jemals erfahren?

Das Außenteam des Forschungsschiffes hatte ein paar rätselhafte Artefakte mitgebracht, die darauf schließen ließen, daß die Technik der Sakkranier - wie man die Unbekannten schließlich genannt hatte - vollkommen andere Wege gegangen war.

Man war sich offenbar sicher, daß einige der geborgenen Kultgegenstände - Kargan fragte sich, warum Archäologen immer so gerne von Kultgegenständen sprachen - nicht nur hübsch aussahen, sondern auch eine technische Funktion hatten, von der man so wenig wußte wie ein Höhlenklingone von Tricordern.

Verständlich, daß Slade so viel wie möglich von dieser Technik horten wollte. Leider mußte diese Technik allerdings erst mühsam per Shuttle ins Schiff gebracht werden.

Genau an dem Punkt schaltete der Hobbyarchäologe ab und der Chefarzt meldete sich zu Wort. Er dachte an die Tiere, die Slade als 'niedere Lebensformen' abgetan hatte. Sicher hatten sie, wie alle anderen Wesen ebenfalls, einen Überlebensmechanismus entwickelt, und Kargan hielt jede Wette, daß zumindest ein Teil dieser Mechanismen auf Gift basierte.

Da es unmöglich war, jemanden per Nottransport innerhalb weniger Sekunden auf die Krankenstation zu bringen, würde Kargan Vorkehrungen treffen müssen. Er steckte eine Batterie Seren gegen die gebräuchlichsten Giftsorten ein, und nahm zusätzlich noch einen isolinearen Chip mit, auf dem sämtliche bekannten Seren gespeichert waren. Solange das Shuttle Energie hatte, würde der dortige Replikator jedes jemals von allen bekannten Rassen entwickelte Serum erzeugen können.

Seine übliche Medizintasche vervollständigte die Ausrüstung. Mit ihrer Hilfe würde er jede kleine bis mittelschwere Verletzung schnell heilen können. Er stand auf und ging zur Tür. Er freute sich darauf, endlich wieder einmal aus dieser sterilen Umgebung zu entkommen und bedauerte all die Mannschaftsmitglieder, die Silvana nicht ausgewählt hatte.

Seinem Dauergast Pormas würde ein kleiner Landaufenthalt ebenfalls gut tun. 'Vielleicht wäre es nicht schlecht, wenn seine Betreuerin ebenfalls mitkäme', überlegte Kargan. 'Einerseits kennt sie seine Gesundheit besser als jeder andere, und andererseits hat sie sich durch ihre aufopfernde Arbeit einen Landurlaub redlich verdient.'

--- Krankenstation, Hauptraum

Kargan trat aus der Tür und wollte gerade auf seinen Communicator klopfen, als er Llewella bemerkte. Er ging auf sie zu und sagte: "Sind Sie reisefertig?"

Campbell schaute ihn nur verständnislos an, und der Chefarzt fuhr fort: "Ja, selbstverständlich müssen Sie mit auf den Planeten. Ihr Patient geht auch mit hinunter, wie ich gehört habe. Sie müssen sich ein wenig um ihn kümmern, falls es Probleme gibt. Und in einer vollkommen unbekannten Umgebung sind zwei Ärzte besser als einer. Können wir?"

Ein wenig verblüfft war Llewella schon, als der Chefarzt sie so einfach zum Mitkommen aufforderte. Aber was war auf diesem Schiff schon normal? Sicherlich ziemlich wenig.

"Ich müßte noch ein paar Vorbereitungen treffen, Doktor, nachdem mich ja niemand bisher davon informiert hat, daß ich mit auf diesen "Landausflug" soll..." fing die Schottin an, als sie von einem Communicatorspruch für den Doktor unterbrochen wurde.

Llewella atmete durch, dann meinte sie: "Wenn Sie mich entschuldigen würden, meine Herren, ich habe zu tun. Sternenlicht, falls Sie weitere Fragen haben, ich stehe Ihnen zur Verfügung!"

Mit diesen Worten drehte sie sich um und verließ die Krankenstation.

Sternenlichts Schnurrhaare ruckten bestätigend nach vorne und er folgte der Schottin wortlos aus der Krankenstation. Den klingonischen Arzt ließ er links liegen. Nachdem dieser so unhöflich war, den Sivaoaner nicht mal eines Blickes zu würdigen, hatte er es nicht anders verdient.

'Es sind viel zu viele Kinder an Bord', schoß es Sternenlicht mal wieder durch den Kopf.

--- Llewellas Quartier, ein wenig später

Llewella machte sich keine großen Gedanken um ihre Kleidung. Sie wählte eine dunkle Kombination aus einem leichten Stoff, der die selben Eigenschaften hatte wie die gute alte terranische Seide: Kühlend bei Wärme, wärmend bei kühlem Wetter. Also wie gemacht für einen Abenteueraufenthalt im Hochland. Und was für das schottische Hochland geeignet war, war sicherlich auch für einen solchen "Ausflug" geeignet.

Dann ergriff sie ein Plaid in den Campbellschen Farben und schlang sich dieses um die Schultern. Schließlich noch der Sporran, in den so viele Kleinigkeiten hineinpaßten, daß er ihr schon so manches Mal aus gesundheitsbedrohlichen Situationen heraushalf.

Anschließend befestigte sie ihren Tricorder am Gürtel, schlüpfte in ein Paar stabile Stiefel und war aufbruchsfertig.

Innerlich vor sich hin schmunzelnd machte sie sich auf den Weg. Wahrscheinlich hatte von den Anderen noch kaum einer einen Hochlandschotten in voller Montur gesehen. Llewella hoffte, daß sie ihnen nicht würde beweisen müssen, wie nützlich diese Montur sein konnte...

--- Büro des Psychologen

Silvana hatte die Befugnis sämtliche Türen des Schiffes zu versiegeln und doch tat sie es nicht, nicht etwa weil sie vor hatte Jack in seiner Eigenschaft als Psychiater oder gar als Teilnehmer des Außenteams zu konsultieren oder weil sie nicht daran dachte, sondern aus dem einfachen Grund, weil es ihr vollkommen egal war, ob sie jemand überraschte oder nicht.

"Dann interessiert mich dein Padd auch nicht", meinte Silvana süffisant grinsend und kniete sich mit einem Bein auf seinen Schoß, während sie sich zu ihm hinunter beugte und seine Halsbeuge mit ihren fordernden Lippen bearbeitete. Das Tier in ihr konnte dabei auch nicht umhin, daß sich ihre Zähne spielerisch in seinen Hals verbissen und ihre Hände sich ihren Weg unter sein T-Shirt bahnten um seine nackte Haut zu spüren und den Schlag seines Herzens unter ihren Fingern.

Es war eigentlich nicht Collins Art, sich in den Rausch eines schnellen Sexabenteuers zu stürzen. Und die meisten Frauen der bekannten Galaxis hätten höchstwahrscheinlich ihre Probleme gehabt ihn rumzukriegen. Aber Silvana...? Sie hatte scheinbar die Gabe, Gefühle und Tätigkeiten in ihm zu wecken, die er nie zuvor kannte.

Er schob den Gedanken weg, er war in diesem Moment so belanglos wie nur was. Langsam verlor sein Geist die Kontrolle und verborgene Instinkte übernahmen seinen Körper.

Sein erregtes Stöhnen und die Sprache seiner Hände ließen keinen Zweifel daran übrig, daß er es ebenso sehr wollte wie sie. Daß er es nicht schaffte ihrer Verlockung zu widerstehen und daß er ebenso ausgehungert wie sie war. Der zündende Funken sprang über wie beim ersten Mal im Turbolift und doch war es diesmal anders. Es war klar wohin es führen würde und es gab kein Zurück mehr.

Das Geräusch, das Jacks T-Shirt machte, als es der Spannung nicht mehr stand hielt und durch ihre Krallen zerriß, schürte ihre Lust noch zusätzlich. Sie hörte das Blut in ihren Adern pochen und spürte wie sich ihr gesamter Organismus auf das bevorstehende Ereignis einstellte und zur Höchstleistung anspornte.

Dicht an ihrem Schoß fühlte sie wie sich Jacks Männlichkeit aufbäumte um ihr noch näher zu sein, viel näher zu sein und sie genoß den stillen Triumph über seinen Körper wie die erfolgreiche Jagd auf ein Tier.

Ihre Körper rieben sich an einander und es herrschte eine eigenartige euphorisierende Energie zwischen ihnen, die sie auflud wie eine Wolke kurz vor einem Gewitter. Silvana mußte sich bemühen, Jack nicht durch ihre Krallen ernsthaft zu verletzen, was ihr aber nicht ganz gelang, zu groß war die Lust und ihre eigene Unbeherrschtheit sich völlig gehen zu lassen.

Doch der Schmerz schien seine Lust nur noch zu steigern und der Geruch nach Blut schärfte alle ihre Sinne bis aufs Äußerste.

Mit einem Mal ließ sie ganz von ihm ab und stand auf. Schwer atmend starrte sie ihn an. Die Blicke mit denen sie sich maßen waren voller Feuer und Intensität. Jeder der sie jetzt hätte sehen können, hätte gewußt, daß sie gleich übereinander herfallen würden und einander auch das letzte abverlangen würden. In Silvanas Augen loderte das Verlangen ihn jetzt endlich zu spüren.

Der Psychologe hielt kurz die Luft an. Er spürte warmes Blut an seinem Oberkörper hinabrinnen und einige Teile seines zerfetzten T-Shirts färbten sich rot. Der Schmerz war ihm relativ egal, die Lust überwog und verwundert musterte er Silvana.

Hatte sie ihre Lust nicht unter Kontrolle und Angst ihn zu töten? Nein! Soweit kannte er Silvana. Auf nichts würde sie verzichten und schon gar nichts unterdrücken!

Sie fuhr ohne jede Erklärung nur eine feine fast unsichtbare Linie auf ihrem Bodysuite mit zwei Fingern nach, auf das das Teil lautlos und geschmeidig wie Seide zu Boden glitt und dort liegen blieb.

Völlig nackt stand das Raubtier im Körper einer schönen Frau vor dem Psychologen. Er musterte ungeniert jedes einzelne Teil ihres Körpers und bewunderte die Makellosigkeit. Und die Frau in ihr genoß diese Huldigung an ihre Weiblichkeit mehr, als sich das Raubtier in ihr gestehen wollte.

Das Blut in ihrem Körper kochte und in ihren Augen brannte das Feuer, das nur auf eine Art zu löschen war.

Doch kaum, daß Jack sich erhob um die Initiative zu ergreifen, war sie auch schon bei ihm, drängte ihm ihren heißen Körper entgegen und krallte sich an ihm fest. Seinen nackten Oberkörper an dem ihren zu spüren peitschte ihre Sinne auf. Sie atmete seinen körpereigenen Geruch tief ein und verinnerlichte ihn. Es entbrannte fast ein Gerangel zwischen ihnen, an dessen Ende seine Hose achtlos zu Boden fiel.

"Ich will dich, Jack. Hier auf der Stelle... Jetzt...", stöhnte Silvana und duldete keinen Widerstand.

Hart preßte sie ihn auf seinen Stuhl zurück, auf dem er überrumpelt zu sitzen kam und hockte sich dann rittlings auf ihn, bevor er überhaupt die Chance hatte selbst zu reagieren. Sie war eine Frau, die es gewohnt war die Führung zu ergreifen und sich zu nehmen, was sie wollte. Es dauerte nur einen Moment und dann nahm er seine Chance wahr und drang in sie ein. Sie knurrte wohlig auf und hielt sich am Tisch fest, während sie sich rhythmisch zu bewegen begannen.

Der Stuhl quietschte leise im Takt, doch er hielt der doppelten Belastung stand.

Wie sehr hatte Silvana dieses Gefühl vermißt... wie sehr genoß sie es geliebt zu werden...

Während sich in Silvana ein Sturm der Gefühle entfachte, der langsam zum Orkan wurde, ließ sie ihren Gefühlen freien Lauf und wurde laut. Ihre Krallen ritzten über die Tischplatte und hinterließen tiefe Furchen. Noch nie hatte Silvana versucht ihre Lust zu dämpfen, sondern sie immer in vollen Zügen genossen und ausgelebt. Wie auch jetzt, wo sie Jack so nah war. Nah wie sich nur zwei liebende Menschen sein konnten.

Ihre Lust war animalisch und sie schrie sie heraus. Er nahm seine Hände und massierte ihre vollen Brüste, während sie mit dem Strom schwamm und sich einfach gehen ließ. In ihrem Schoß spürte er, wie jede rhythmische Bewegung sie näher an den Höhepunkt trieb.

Sie nahm seine Hand und führte sie dorthin, wo das Zentrum ihres inneren Feuers lag. Und diese Hand begann ihr Werk, massierte ihren empfindlichsten Punkt anfangs sehr zart und dann mit ihrem Nachdruck immer härter.

Alles krampfte sich in ihr zusammen und sein keuchender Atem an ihrem Hals beschleunigte alles zunehmend. Sie explodierte vor Lust und wurde weggeschwemmt von einer Sturmwelle, die langsam ausklang und dem normalen Leben Platz machte. Einem Leben, das ihr danach immer völlig fremd vorkam.

Collins Atem beruhigte sich langsam, nachdem ein Teil seiner Lust explosionsartig seinen Körper verlassen hatte. Er schloß die Augen und küßte Silvanas Rücken und Nacken, während seine Hände wieder auf ihren Brüsten weilten.

Der Geist begann wieder die Kontrolle über seinen Körper zu nehmen, obwohl seine Männlichkeit unvermindert hart in ihrem Schoß weilte.

Die Gedanken kamen zurück. Jack war nie irgendwie gläubig, trotzdem fragte er sich seit einigen Tagen, was sein Schöpfer damit bezweckte, ihn mit dieser Frau zusammenzubringen. Einem Schöpfer, der ihn zuerst seiner Heimat und dann seiner Familie beraubte...

Noch immer schwer atmend lehnte sich Silvana nach vorne auf den Tisch und sagte: "Und ich dachte immer Meditationen wären langweilig... Was für ein Fehler..."

Jack lachte leise. "Hey, ich glaube, du hast da was falsch verstanden", sagte er und genoß den immer noch sehr engen Körperkontakt. 'Ich würde manchmal gerne wissen, ob du noch etwas mehr empfindest, als nur pure Lust', fragte er in einem flüchtigem Gedanken, verwarf ihn aber im selben Augenblick, weil er die Antwort zu kennen glaubte.

"Vielleicht hab ich dich besser verstanden, als du meinst", sagte Silvana schmunzelnd und bewegte langsam ihr Becken um zu sehen, ob der Psychologe in den nächsten Minuten noch etwas vor hatte bei dem er ihren Beistand brauchte. "Es könnte aber gut sein, daß... Warte mal einen Augenblick, mir fällt da etwas ein."

Ohne eine Antwort abzuwarten griff sie nach hinten und löste Jacks Communicator von seinem T-Shirt. "Du erlaubst... Meiner ist gerade nicht greifbar", versicherte sie ihm, obwohl seine Hände wußten, daß es keine Stelle an ihrem Körper gab, an der sie momentan einen Communicator tragen konnte.

Selbstsicher und stolz, obwohl sie nackt war und die Situation mehr als eindeutig war, betätigte sie ihn: "Silvana an Team Zero: Wir sind in weniger als einer Stunde in Reichweite des Planeten. Packt schon mal eure Sachen zusammen und erwartet nicht, daß jemand auf euch wartet, wenn ihr euch verspätet oder euer Händchen hält, wenn ihr etwas Wichtiges an Bord vergeßt. Wir treffen uns bei den Shuttles.

Wer gerne vorher noch eine Lagebesprechung hätte oder ein anderes dieser Starfleet Mätzchen, der darf gerne mit unserem Captain über seinen Wunsch sprechen. Auch wenn ihr glaubt, daß ihr mehr als die übliche Phaserbewaffnung braucht.

Aber denkt immer daran: Er bevorzugt Lebendfutter und er liebt es gar nicht unnötig Zeit zu verlieren oder in seiner Muse gestört zu werden... Silvana Ende."

Dann drehte sie ihren Kopf leicht zu Jack um, vermied es aber ihn dazu zu ermuntern ihren Körper schon zu verlassen: "Team Zero klingt doch gut für unserer Außenteam, meinst du nicht. Es hat so einen schönen schwarzen Beigeschmack der Endgültigkeit." Der Gedanke ihren Weg in Kürze mit dem Tod zu kreuzen war verlockend. Er war ein würdiger Gegner.

"Jetzt nachdem wir das Vorspiel hinter uns haben, wie wäre es mit dem Hauptgang?" Ihr Lachen war tief und heiser. Wenn Jack nicht ganz aus Stein war, dann entging ihm der sinnliche Unterton nicht und weckte das Verlangen auf mehr.

--- Maschinenraum

Die Arbeit machte Fortschritte und KWinh hatte Cindy gerade zu einem Replikatorenkaffee eingeladen, als er über seinen Communicator die Nachricht von Silvana bekommen hatte. Eine Teilnahme an einem Außenteam half ihm nicht gerade dabei, auf dem Schiff seine Arbeit zu tun. Seufzend begab sich der Techniker zu einem der Schränke, öffnete ihn und nahm seinen Rucksack heraus, den er für solche Gelegenheiten immer bereithielt. Die technischen Geräte unterzog er einer kurzen Begutachtung, bevor er sie wieder einsteckte.

Es war noch genügend Zeit bis zum vereinbarten Termin, also notierte der Grilmak auf seiner Konsole für seine Techniker noch diverse Aufgaben, die sie für mindestens zwei Tage beschäftigen sollten, da er nicht wußte, wie lange diese Außenmission dauern würde. Für den Fall, daß es länger sein sollte, gab er Cindy noch ein paar Anweisungen, wie danach zu verfahren wäre. Gleich darauf machte er sich auf den Weg zu seinem Quartier, um sich umzuziehen.

--- Nathalies Quartier, inzwischen

Nachdem sie endlich geduscht und ihr blutiges Hemd gegen ein frisches ausgetauscht hatte, machte sich Nathalie endlich daran, ihre Sachen auszupacken. Während sie ihr neues Quartier gemütlich einrichtete, kämpften zwei Gedanken um Aufmerksamkeit. Der eine drehte sich um den jungen Mann, mit dem sie die letzte Nacht verbracht hatte - und der andere um den Inhalt ihres Frühstücks.

Mit einem erleichtertem Seufzen stopfte sie die nun leere Tasche in den Schrank und begutachtete ihr Werk. 'Naja, nicht gerade eine luxuriöse Suite. Aber eins fehlt noch...'

Wie schon zuvor, war es der jungen Sicherheitsfrau auch hier gelungen, ihre Waffen an Bord zu schmuggeln. Die Begegnung mit dem Möchte-gern-Attentäter - einem jungen Klingonen - auf einer entlegenen Sternenbasis hatte ihr damals einen Armbruch und einige gute Ideen eingebracht. Unbewußt strich sie über ihren Arm, als sie die kleine Sammlung betrachtete, die sie auf dem Bett ausgebreitet hatte.

Es waren keine besonderen Waffen darunter, eigentlich nur einige Messer und Dolche unterschiedlicher Herkunft, einige Wurfgeschosse und kleine, handliche Phaser verschiedener Bauarten.

Auch wenn man damit sicher nichts Dummes anstellen könnte, so wäre es doch von Vorteil, diese Gegenstände nicht offen herumliegen zu lassen. Gerade, als Natty dabei war, eine Schublade auszubauen und in ein Versteck umzuwandeln, ertönte Silvanas Stimme aus dem Lautsprecher.

Nathalie stöhnte. Damit war dann wohl ihr Frühstück gegessen. 'Naja, nicht im wörtlichen Sinne...'

Sie beeilte sich mit dem kleinen Umbau und verstaute alle Waffen darin, bis auf die wenigen, die sie in ihre Fußhalfter und in ihren Hosenbund steckte. Nach einigen Minuten war sie endlich fertig und ein Blick auf den Chronometer verriet ihr, daß sie besser bald auf dem Shuttledeck sein sollte.

Doch die eine Minute hatte sie auch noch Zeit, sich schnell noch ein Sandwich zu replizieren, das sie unterwegs verdrückte.

--- Pormas Quartier, zur gleichen Zeit

'Hä?', durchfuhr es Pormas schlaftrunken durch den Kopf. 'Was will die?' Erst langsam sickerten Gedächtnisinformationen in sein Bewußtsein. 'Wow was war das für ein Abend....'

"Shit!", mit einem Ruck war der Südländer wach. Ein schneller Blick auf die andere Seite des zerwühlten Bettes und ihm war klar, daß er verschlafen hatte. Natty war schon längst weg und wollte ihn wohl schlafen lassen. 'Als ob ich nach Wochen im Komaliegen nicht genug gepennt hätte!'

Mit einem Sprung war Pormas schon aus dem Bett und auf dem halben Weg zu Dusche. Dann entschied er sich aber um und nahm Kurs auf den Tisch. Mit fließenden Bewegungen stopfte er alles in den Replikator rein und desintegrierte alles.

Nachdem nun halbwegs klar Schiff war, eilte er zum Bad und gönnte sich kurz eine Ultraschalldusche und die anschließende Morgenpflege. Ein schneller Blick auf die Uhr verriet dem Halbgriechen, daß er noch eine halbe Stunde Zeit hatte, bevor es losging.

Die Zeit würde er auch benötigen. Eilig ging er zum Kleiderschrank und entschied sich für einen enganliegeden schwarzen Einteiler. Nicht nur, daß diese Kleidung seine Muskeln gut zur Geltung kommen ließ, er besaß auch eine integrierte Kühlfunktion zusätzlich zur guten Isolierung.

Bis auf seinen Kopf war Pormas nun ganz in schwarz. Komplettiert wurde der Anzug durch einen ebenfalls nachtschwarzen Helm mit eingebauten Sensoren. Zwar nicht so effektiv wie ein Tricorder, aber man konnte bei Bedarf auf Infrarotoptik schalten.

--- Sternenlichts Quartier

Auf dem Weg zur Shuttlerampe machte Sternenlicht Halt bei seinem Quartier und sammelte seine Außenteam-Ausstattung ein. Nichts Aufwendiges, zumindest nicht, wenn man es mit den Monturen verglich, in denen sich Menschen teilweise in den Einsatz begaben. Der Sivaoaner bevorzugte es, seine Beweglichkeit nicht einzuschränken und den direkten Kontakt zu Umwelt zu haben. Der Schutzanzug würde zu Beginn unbequem genug sein.

Er legte eine Art einfacher Schärpe an, die sich einmal um seine Schulter und einmal um seine Taille legte. Sie bestand - wie so vieles von Sivao - aus Nützlichen. Damit war sie zumindest in Sternenlichts Sinne beinahe unkaputtbar. Das Gewebe war von einer Färbung, die sich fast perfekt an Sternenlichts Fell anpaßte und von einem ungeübten Auge auf den ersten Blick kaum wahrnehmbar war. Der Communicator schien so direkt an seinem Fell befestigt zu sein.

Der Teil, der sich von der Schulter zur Hüfte erstreckte, war eine Art Tasche, in der er, sowohl vorne als auch auf seinem Rücken bequem Dinge transportieren konnte.

Der Gürtel besaß diverse kleine Taschen, in denen er jetzt nacheinander seine verschiedenen wissenschaftlichen Instrumente und einen handlichen Phaser samt Ersatzenergiezelle verstaute.

--- Büro des Psychologen

"Fast dachte ich, du wolltest schon zum grauen Arbeitsalltag zurückkehren", sagte Collins und sah zu der Couch hinüber, die weitaus gemütlicher aussah, als dieser Stuhl.

"Komm mit", flüsterte Jack ihr ins Ohr und hob sie dabei etwas an. "Ich habe schon das Muster des Stuhles in meinem Hintern."

Silvana lachte heiser und rauh auf. "Na, das Muster würde ich mir doch gerne näher ansehen...", meinte sie lüstern und erhob sich. Ein leises Seufzen entkam ihr, als er sich aus ihr zurückzog. Sofort begann sie den direkten Körperkontakt mit ihm zu vermissen.

Fast hastig ergriff sie Jacks Hand, dabei konnte sie es sich aber nicht verkneifen, sein "Muster" in Augenschein zu nehmen. So als wäre es in Blindenschrift geschrieben. Dann zog sie ihn mit sich zur Couch hinüber. Sein hoffnungsloser Blick auf diese war ihr nicht entgangen. Im Gegensatz zu ihr schien er doch ein gewisses Maß an Luxus zu lieben.

Der Psychologe setzte sich kurzerhand drauf und liebkoste ihre Brüste, während sie vor ihm stand und auf ihn hinunter sah. Noch immer stolz und trotz ihrer Blößen hatte sie ihre unnahbare Ausstrahlung nicht verloren.

Seine Hände gingen auf Erkundungstour, ein Umstand, den Silvana mit einem lustvollen Stöhnen quittierte und seinen Händen folgte. Langsam zog Collins die Frau auf die Couch, bis sie rittlings über ihm saß.

"Ich liege ja schon wieder unten!", sagte Jack betont entrüstet.

"Wehr dich doch!", antwortete Silvana keuchend und zugleich fordernd. Das herausfordernde Funkeln in ihren Augen war nicht zu übersehen. Die Raubkatze in ihr spielte zu gerne mit ihrer Beute, bevor...

Jack konnte seine Lust kaum noch bändigen. Er spürte, wie Silvanas Schoß suchend über seinem Becken kreiste. Als sie einen Punkt erreichte, stieß er zu und drang tief in sie ein. Sie gab eine Art Fauchen von sich und ihr Körper bäumte sich auf. Wieder spürte er ihre Krallen. Diesmal war es an seiner Schulter. Irgendwie schien er sich an diese Art von Schmerzen zu gewöhnen.

Willig und geschmeidig paßte sich Silvana dem Rhythmus an, den Jack vorgab, während sie sich noch enger an ihn preßte. Seine Hände liebkosten unaufhörlich jeden Zentimeter ihres Körpers. Sie wurden immer schneller und ihre Bewegungen immer wilder. Er spürte, wie ihre Muskeln anfingen sich rhythmisch zusammenzuziehen.

Ein langer kehliger Laut verließ ihre Lippen, unmenschlich und wild, als Silvana am höchsten Punkt ihrer Lust angelangt war. Ihre Krallen fuhr sie zu ihrer vollen Länge heraus und zerfetzten dabei vor Wonne die Seitenteile der Couch, als wären sie aus Papier.

Jegliches Zeitgefühl war verschwunden. Es war wie eine Verschmelzung zweier Elemente, die eigentlich nicht zusammenpaßten. Wie Materie und Antimaterie. Jack hatte das Gefühl, das unendliche Energien freigesetzt wurden.

Schweratmend lagen schließlich beide nebeneinander. Teile des Polsters hingen an der Seite der Couch herunter. "Ich hoffe, der Hauptgang hat gemundet!", sagte Collins schmunzelnd und küßte Silvana auf den Mund. Ihr Gesichtsausdruck war sehr entspannt.

Die Katzenfrau stützte sich mit beiden Ellbogen auf seiner Brust ab und ihre Gesichter waren nicht weit von einander entfernt, als sie sagte: "Darauf kannst du wetten. Wenn du hier der Chefkoch wärst, dann wäre das hier mein Lieblingsrestaurant.

Wie viele Gänge haben solche Menüs eigentlich?", fragte sie plötzlich einer spontanen Eingebung folgend und lachte auf, als sie Jacks leicht entsetzten Gesichtsausdruck sah. Mit einem solchen Hunger schien er nicht gerechnet zu haben. "Keine Angst, wir haben gleich einen Job zu erledigen. Du hast Schonzeit. - Wenn auch ungern..."

Die Sicherheitschefin stand auf, streckte sich katzenhaft und geschmeidig. Dann blickte sie sich um und nahm die Tür zu seinem Waschraum wahr. Während Jack sich aufrappelte, war sie bereits auf dem Weg zum Waschraum.

"Ich lasse die Tür offen... sicher ist sicher...", murmelte sie, bevor sie darin verschwand. Kurz darauf hörte man die gute altmodische Wasserdusche laufen.

Collins tastete seine Schulter ab. Die Wunde war nicht groß, blutete aber immer noch. Insgeheim fragte er sich, wieviel Liebhaber Silvana beim Liebesakt wohl schon getötet hatte, schüttelte den Gedanken aber gleich wieder ab.

Langsam stand der Psychologe auf und sah sich in seinem Büro um. Die zerfetzte Couch, die tiefen Furchen auf dem Schreibtisch und das Blut deuteten eher auf ein Verbrechen als auf einen Liebesakt hin.

Auf dem Schreibtisch lag sein Communicator. Jack aktivierte ihn. "Collins an Jean Luc,... ähm, ich bräuchte mal eine neue Couch und einige Ausbesserungen an meinem Schreibtisch. Außerdem sind hier ein paar Flecken, die müßten mal weggemacht werden." Er fuhr mit dem Zeigefinger durch eine der Furchen auf dem Schreibtisch.

Immer noch rann Blut aus der Wunde, die ihm Silvana im Taumel der Lust zugefügt hatte. Collins ging zum Replikator und replizierte sich ein blutstillendes Mittel. Dann ging er zur Dusche.

--- Büro des Psychologen, Naßzelle

Silvanas Körper glänzte naß im künstlichen Licht. "Mach mal ein bißchen Platz", sagte er grinsend und gab ihr einen Klaps auf dem Hintern. "Sonst bekomme ich noch Ärger mit der Sicherheitschefin, wenn ich gleich zu spät zum Einsatz komme."

Silvana ließ sich nicht lange bitten und ihre nassen Arme, die Jack einfach samt Kleidung unter die Dusche zogen, gaben unmißverständlich zum Ausdruck, daß sie diesmal für den Nachtisch sorgen würde.

Und auch, daß er ziemlich groß ausfallen würde...

--- Büro des Psychologen, viel später

"Kampfanzug Ausführung Silvana 8", verlangte die Sicherheitschefin vom Replikator in Jacks Büro und erhielt in Sekundenschnelle einen Anzug aus dunkelbraunen geschmeidigen Leder. Stark genug um bei Angriffen zu schützen und weich und biegsam genug um unbehindert kämpfen zu können und sich nicht eingeschränkt zu fühlen. Außerdem fühlte er sich einfach gut am Körper an. Fast wie eine zweite Haut.

Elegant stieg Silvana - nackt wie sie war - in ihren frisch replizierten Anzug und schloß ihn. Unterwäsche kannte Silvana nicht. Auch keine Schüchternheit, wenn man die Größe ihres Ausschnitts betrachtete und daß er ihre Brüste ins beste Licht rückte, was eigentlich als Stütze während des Kampfes gedacht war.

Jack schien er auf jeden Fall zu gefallen, nach seinem schwelgenden und leicht verklärten Gesichtsausdruck zu schließen.

Auch wenn heute nicht mehr viel Gegenwehr in dieser Art von ihm zu erwarten war. Die Frau mit den Raubtiergenen war unbarmherzig in ihren Forderungen und Ansprüchen.

Bevor sie näher über Jack nachdachte, zog sie ihre Stiefel an und verstaute darin wieder ihre Wurfmesser, die schon Bekanntschaft mit den verschiedensten Arten von Spezies gemacht hatten. Zwei von Narbos Babys, die sie für den Notfall aufgehoben hatte, hatte sie bereits zu einem der Shuttles gebracht und mit einem Kraftfeld höchster Sicherheitsstufe gegen Fremdzugriff gesichert.

Dann befestigte die dunkelhaarige Frau den Phaser und ihren Tricorder an ihrem Gürtel, ebenso wie ihren Communicator an ihrer Brust und schüttelte noch einmal ihr noch immer nasses Haar aus.

"Na, Jack... Hast du schon alles was du auf den Landausflug mitnehmen möchtest? Wenn nicht, geh ich schon mal vor zu den Shuttles. Ich bin gewohnt nichts von meinen Leuten zu verlangen, was ich nicht selbst halte." Abwartend musterte sie Jack.

Für einen Psychofuzzi sah er ziemlich gut aus. Schade ihn an so ein albernes Gebiet wie die Betreuung von ein paar Schwächlingen und Geisteskranken zu verschwenden. Dabei war an ihm alles dran, was an einem richtigen Kerl dran sein mußte.

Silvana konnte sich ein süffisantes Grinsen nicht verkneifen. Sie fragte sich, was alles Hübsche sich mit seinen telekinetischen Kräften noch so anstellen ließ.

"Geh schon mal, ich komme gleich nach", sagte Jack und fragte sich, was dieses Grinsen wohl bedeutete. "Ich muß noch zwei, drei Sachen einpacken. Silvana nickte und verließ das Büro.

'Oh Mann Collins! Das könnte der Anfang vom Ende sein', dachte der Psychologe und ging zum Replikator. "Ein Bourbon auf Eis, aber ein Doppelten!"

Er nahm einen tiefen Zug und spürte, wie die Flüssigkeit die Kehle hinunter rann. Eine wohltuende Wärme breitete sich in seinem Inneren aus. Jack dachte an die letzte Aktion unter der Dusche und kam auf den Schluß, daß Silvana einen Mann nicht nur mit ihren Krallen töten konnte. Nein, das ging sicher auch lustvoller.

Vorsichtig streifte Collins sein Halfter für den Thermostrahler über. Der Gurt saß natürlich genau auf der Wunde an der Schulter. 'Memme!', dachte er und steckte den Strahler ins Halfter. Dann schnappte er sich seine Jacke aus dem Schrank.

Die gute alte USO Expeditionsjacke, nicht kaputt zu kriegen. Die Technik hier war immer noch nicht soweit, so etwas nachzumachen. Collins hatte mal versucht sie zu replizieren, aber war kläglich gescheitert. An dem rechten Arm prangte das Abzeichen der USO. Die Buchstaben waren in Interkosmo geschrieben sahen für Nichteingeweihte aus wie Hyroglyphen.

Genau so phantasievoll waren die Majorsklappen auf den Schultern. 'Erst der jüngste Major und nun wahrscheinlich der älteste Major der USO', dachte der Psychologe. Wehmütig dachte er kurz an alte Zeiten zurück.

"Verrückt!", sagte Collins dann und zog sich die Jacke an. An den Seiten waren spezielle Taschen, in denen eine ganze Batterie Energiepacks für den Thermostrahler steckten. Außerdem steckte der Psychologe noch einen Notfallpack und seinen Tricorder ein.

Zu guter Letzt heftete Jack sich seinen Communicator an und sah sich noch mal kurz um. 'Ich hoffe ja, es ist alles wieder auf der Reihe, wenn ich wiederkomme', dachte er grinsend und verließ dann das Büro.

Collins konnte sich Zeit lassen, ein Blick auf seine Uhr sagte ihn, das er es rechtzeitig bis zur Shuttlerampe schaffen würde.

--- Turbolift

Der Turbolift war leer. "Deck 8!", befahl Jack und der Lift setzte sich in Bewegung. Der Psychologe ließ seine Gedanken schweifen, sein Leben hatte sich wieder mal radikal geändert. Erst treu dienender Soldat, dann Saboteur und Dieb und anschließend Ehemann und Familienvater.

Und jetzt? Collins lebte in den Tag hinein. Seine Familie war tot und hatte eine Leere hinterlassen. Das Leben gab ihn scheinbar keine Chance auf etwas Beständiges also mußte man sich anpassen.

Der Psychologe wurde in seinen Gedanken unterbrochen, als die Lifttür sich öffnete und er mit einem Blick auf die Anzeige des Liftes feststellen mußte, daß er schon sein Ziel erreicht hatte.

--- Shuttlerampe, inzwischen

Es hatte nicht lange gedauert um vom Büro zur Shuttlerampe zu gelangen. Im Gegensatz zu Jack fühlte sich die Katzenlady so gut wie selten. Fast schien es, als hätte die "Meditation" - wie sie Jacks Behandlung noch immer insgeheim nannte - sämtliche Lebensgeister in ihr geweckt und ihre Aktivitäten in die richtige Bahn gelenkt, statt sich in Wutausbrüchen zu ergehen.

Am Weg hatte Silvana dann leider Voltak getroffen, der sich trotz größter Anstrengungen nicht hatte abschütteln lassen und den gleichen Weg wie sie vor sich hatte. Seine Gesellschaft hatte ihr noch mal vor Augen geführt wie sehr sie darauf hoffte, daß eine der giftigen Spezies des Planeten nichts gegen Trockenfutter hatte.

Während Voltak seine Utensilien in dem Shuttle verstaute, mit dem Silvana garantiert nicht fliegen würde, überprüfte sie vor dem Abflug noch mal alle Shuttles, ob sich die Notfallrationen und die einfachen Dinge des Lebens wie Seil, Medikit und dergleichen an Bord befanden. Auf ihre Funktionalität hatte sie sie schon am frühen Morgen ausgiebig geprüft. Sie liebte es nicht etwas dem Zufall zu überlassen.

--- KWinhs Quartier

Nach kurzem Überlegen entschied sich KWinh für einen leichten Overall, dessen Isolationsfähigkeit sich bei Bedarf ändern ließ. Auf seine Robe und seinen Stab verzichtete er nicht und machte sich, sobald er die Taschen des Overalls gefüllt hatte, auf den Weg zur Shuttlerampe. Er hatte länger gebraucht, als er gehofft hatte und beeilte sich.

--- Deck 8, Gänge

Hier unten war wie immer viel los und in den nächsten Tagen würde noch mehr los sein. Wenn es möglich war, auf diesem Planeten irgendwas zu bekommen, würde es eine Menge für die Ladecrew zu tun geben. Zielstrebig bewegte sich Jack auf das Schott der Shuttlerampe zu.

--- Shuttlerampe

Mehrere Shuttles standen zum Abflug bereit. Am ersten Shuttle saß Silvana mit dem Rücken zu ihm. Langsam näherte er sich ihr.

--- Shuttle 1

Nun saß Silvana in Shuttle 1 und fragte sich was es noch zu tun gab außer zu warten. Ihre Gedanken bewegten sich dabei wieder zu Jack, der wohl noch einiges mitnehmen wollte. Sie fragte sich wie ein Notfallkoffer für Verrückte wohl aussehen mochte. Zwangsjacken des 20. Jahrhunderts, Beruhigungsmittel und ein Phaser, falls der Patient trotz allen nicht spurte? Letzteres brachte sie zum Grinsen.

Als sie Schritte hörte, die sich dem Shuttle näherten, lauschte sie auf und ihre Instinkte übernahmen es automatisch, daß sie sich umdrehte um nicht von hinten zu überrascht werden.

Die Geschwindigkeit, mit der Silvana sich umdrehte war atemberaubend. "Hey, keine Angst, ich bin es nur", sagte Collins, obwohl im klar war, das Angst nicht zu Silvanas Wortschatz gehörte.

"Scheinbar bin ich noch nicht mal der Letzte, was?", Jack sah zu dem Shuttle. "Oder sitzen schon alle drin?"

"Niemand der wichtig wäre", meinte Silvana in Anspielung auf den Vulkanier Voltak und drehte sich wieder um. Von Jack ging keine Gefahr aus.

Nicht mehr...

Während sie auch auf diesem Shuttle den Kurs zu der verlassenen Siedlung, Stadt oder wie man es auch immer nennen wollte, eingab, auf die sie zusteuern würden, überlegte sie sich schon mal einen Plan wie sie am Besten vorgehen würden. Slade ließ ihr dabei immer jede Freiheit die sie brauchte. Für ihn zählte nur das Ergebnis.

"Falls es dich interessiert Jack, ich hab uns eine verlassene Stadt ausgesucht, auf der noch Dämmerung herrschen wird, wenn wir landen. Ich hoffe, das verschafft uns einen entscheidenden Vorteil, gegenüber den neuen Bewohnern dieses Planeten und wir machen nicht unnötig auf uns aufmerksam. Denn ich denke die bunte Truppe schafft das ganz von alleine", bemerkte sie abschließend und vervollständigte die Eingaben.

Es dauerte nicht lange und sie wurde von Voltak gestört, der kam um sich nähere Instruktionen für den Einsatz bei ihr zu holen. Er schien nicht damit klar zu kommen, daß er einfach nur überleben mußte (nicht einmal das nach Silvanas Grinsen zu urteilen) und seine Aufgabe lediglich darin bestand Slades Reichtum zu vermehren. Egal wie er das auch immer anstellte.

--- Gänge

Auf dem Weg zur Shuttlerampe ging Sternenlicht noch einmal die Meßergebnisse der Ramses und der Privateer durch. Das Außenteam der Ramses hatte zwar eine vollständige Analyse der Atemluft durchgeführt, aber aus irgendeinem Grunde - vermutlich Geiz des Käufers, vermutete Sternenlicht - fehlten die Analysedaten. So wie auch einige andere "unwichtige" Daten über die Biosphäre des Planeten fehlten.

Nachdem das Außenteam der Ramses aber anscheinend nur in Schutzanzügen das Schiff verlassen hatte, bedeutete dies entweder, daß zuwenig Zeit für eine vollständige Analyse war oder daß es irgendeinen Grund für diese Tatsache gab.

Man würde Campbells Analyse abwarten müssen.

Sehr viel interessanter fand er die Daten zur Biomasse. In seinen Augen war die Verteilung zwischen den verschiedenen Massetypen nicht ganz sauber. Alles deutete auf ein schwerwiegendes Ereignis vor nicht allzulanger Zeit hin. Was in planethologischem Sinne eine Größenordnung von wenigen tausend Jahren war.

Die vielen Städte, die teilweise von der Biomasse wieder "zurückerobert" wurden, bestätigten diese Meinung. Mit einem heftigen Zucken seines Schweifes erinnerte sich Sternenlicht kurz an ein sehr dunkles Kapitel aus der eigenen Geschichte. Der Ärger (die Wut?) war aber ebenso schnell wieder vergangen, die Mission war jetzt wichtiger.

--- Narbos Bar

Llewella wischte sich kurz mit einer Serviette über den Mund, um die Reste ihres hastig eingenommenen "zweiten Frühstücks" zu vertreiben. Dann warf sie einen Blick auf ihr Armchronometer.

Es wurde langsam Zeit, sich auf den Weg zu den Shuttles zu machen. Die Stunde, die Silvana in ihrem Com-Spruch, der sie vor einiger Zeit erreicht hatte, genannt hatte, war fast verstrichen.

Mit einem Seufzer stand die Schottin auf und verließ die Bar, um zur Shuttlerampe zu gehen.

--- Pormas Quartier

'Noch zehn Minuten... Mist!', durchfuhr es den Südländer beim Blick auf den Chronometer. Das Problem bei solchen enganliegenden Einteilern war aus Prinzip das Anlegen. Es dauerte viel zu lang. Bei diesem Modell mußte natürlich auch noch die Funktionstüchtigkeit kontrolliert werden.

Auf dem Weg zum Bett, unter dem sein Waffenkoffer lag, verdrängte er wiederholt alle immer wieder aufkeimende Gedanken an Nathalie. Dafür war jetzt nicht die Zeit. Fünf Sicherheitskontrollen später und sein Koffer öffnete sich wie durch Zauberhand.

Ein Katana auf den Rücken geschnallt, an jedem Knöchel ein kleines Messer, einen großkalibrigen Blaster an der rechten, eine kleine Sprengladung an der linken Hüfte, zwei kleine Phaser über den Pobacken und eine Taschenlampe für Notfalle an das linke Handgelenk geschnallt, dann war er fertig.

Schnell noch den Communicator angelegt, ein Sandwich in der linken, der Helm in der rechten Hand und schon war Pormas unterwegs.

--- Shuttlerampe

Nach einem leichten Lauf betrat der Grilmak die Shuttlerampe. Zwar hatte er den Turbolift benutzt, aber den restlichen Weg war er lieber gelaufen. Zwar rief das noch lange keine Erschöpfung hervor, aber es hatten sich schon Schweißtröpfchen auf seiner Stirn gebildet, die den schwarzen Diamanten darauf glänzen ließen, obwohl er die Kapuze noch nicht hochgemacht hatte. Ohne zu zögern näherte er sich dem Shuttle, bei dem ofensichtlich schon mehrere Personen eingetroffen waren.

Der Sivaoaner kam gerade durch die Tür, als er KWinh ein Shuttle betreten sah. 'Da bin ich wohl richtig.'

--- Deck 8, Gänge

'Zwei Minuten noch', erkannte Pormas bei dem Blick auf seine Helmanzeige. Nachdem er sein Sandwich aufgegessen hatte, für Pfannekuchen hatte es leider nicht mehr gereicht, hatte der Südländer direkt im Turbolift seinen Helm aufgesetzt und zum letzten Mal alle Funktionen getestet.

'Alles soweit klar, dann kann's ja losgehen', dachte sich der Grieche und betrat den Hangar.

--- vor der Shuttlerampe

Kargan hatte es nicht für nötig befunden, seine Kleidung zu verändern. Die große Medizintasche, einen medizinischen Tricorder und ein Phaser der Sternenflotte - ein kleines Andenken an seine Zeit auf der USS Odyssee - waren seine einzige Ausrüstung.

Der Klingone wunderte sich, daß man sobald man Leiter einer Station war, unweigerlich in die typische Ohne-Mich-Geht-Nichts-Haltung wechselte. Deshalb hatte er Schwester Entenburg noch ein paar Verhaltensregeln zurückgelassen, den Status aller momentanen Patienten überprüft und dabei völlig außer Acht gelassen, daß er zu der Zeit, als er noch simpler Arzt war, ein solches Verhalten ständig insgeheim belächelt hatte.

Irgendwie erwartete man aber so etwas von einem Chef, auch wenn Kargan ganz genau wußte, daß er diese Krankenstation so gut leitete, daß man auch einmal ohne ihn zurechtkam.

Die Tür zur Shuttlerampe öffnete sich.

--- Shuttlerampe

Der Chefarzt wandte sich zu den beiden offenbar startklaren Shuttles und wunderte sich, daß sich die Leute in einem der Shuttles stapelten, während das andere komplett leer war. Er verstaute zunächst seine Sachen in Letzterem und begab sich dann zum Landungstrupp.

--- beim und im Shuttle 1

Knapp nickte der Techniker Silvana und Jack zu, als er in das Shuttle einstieg. Kurz durchzuckte ihn ein Schauer, als er die dritte Person erblickte, die anwesend war. "Ich grüße Sie, ich bin KWinh."

Mit einem knappen Nicken grüßte sein Gegenüber zurück: "Ich grüße auch Sie, mein Name ist Voltak." Nach kurzem Überlegen fügte er hinzu: "Ihre Rasse ist mir wohl nicht ganz geläufig, ich bin Vulkanier."

"Grilmak", gab KWinh an und lehnte seinen Stab gegen die Shuttlewand, als er unbeirrt dazu überging, eine Systemanalyse zu starten. Innerlich atmete er auf, daß Voltak Vulkanier und kein Romulaner war und gab eine oberflächliche Analyseroutine ein, da nicht mehr genug Zeit für eine tiefergehende war.

Sternenlicht betrat das Shuttle: "Guten Morgen zusammen", begrüßte er die bereits Anwesenden. Sein Schweif deutete auf den leeren Pilotensitz: "Wer fliegt heute eigentlich?" - Konnte man da ein leichtes Vibrieren seiner Schnurrhaare erkennen?

In diesem Moment betrat Pormas das Shuttle. Alle Blicke richteten sich sofort auf ihn und erst in diesem Augenblick wurde dem Hünen bewußt, daß er seinen Helm aufbehalten hatte und alle Anwesenden von Außen nicht durch das Visier sehen konnten.

Insofern stand nun ein unidentifizierter, fast zwei Meter großer Muskelberg vor ihnen. Aber da es keinen Eindringlingsalarm gab und wohl auch sonst nicht mehr viele Leute erwartet wurden, konnten die verblüfften Shuttleinsassen sich bei der Statur der schwarzen Gestalt schon denken, wen sie vor sich hatten.

Zumindest die, die ihn kannten.

Schnell nahm Pormas den Helm ab und gab sich zu erkennen: "Tag zusammen, ich heiße Pormas Theocrates, für diejenigen die mich noch nicht kennen sollten. Für alle die mich kennen, sei das auch nochmal gesagt, da ich mich auf Grund eines kleinen Unfalls nicht mehr an sie erinnere."

Zusammen mit einem charmanten Lächeln fand Pormas, daß es genug Höflichkeit gewesen war, auch wenn er in eine Unterhaltung hineingeplatzt schien. Schnell musterte er die Anwesenden. Da war Jack, bei dessen Anblick der Südländer sich daran erinnerte mal nach diesem ominösen Unfall zu fragen und die schweigsame Person, die Gestern auf der Krankenstation Nattys Begleitung gewesen war.

'Nathalie, wo ist sie denn?', fragte sich der Grieche sorgend und nachdenklich wie der 'Morgen danach' nun aussah. Schließlich war sie heute Morgen einfach verschwunden. Aber dafür war später noch Zeit.

Die beiden Anderen kannte er noch nicht. Also zur Zeit. Quasi im Moment. Aber im Prinzip eigentlich schon. Oder doch nicht? Eigentlich nicht. Beziehungsweise teilweise. Aber nicht im Moment. So ist das halt heutzutage. Ts, ts, ts. Die Jugend. Oder das Alter? Wer weiß, wer weiß....

Der Vulkanier war weiter nicht interessant, davon gab's genug. Aber die weibliche Person die so herrisch in ihrem Sessel saß... ohne Zweifel mußte das Silvana sein, zumindest nach der Erzählung von Natty. Die Augen die ihn musterten, zogen ihn sofort in seinem Bann.

Aber bevor er sich in ihnen verlieren konnte, oder seine Blicke tiefer fielen, kam schon die nächste Person, ins immer voller werdende Shuttle.

"Hallo zusammen!" grüßte Llewella fröhlich, als sie die Ansammlung Menschen (und anderen Wesens) in und um das Shuttle bemerkte. Leicht irritiert, aber gleichzeitig ausgesprochen amüsiert, blickte sie zu dem Griechen hinüber, der aussah, als wollte er auf ein Überlebenstraining gehen - aber wer wußte schon, ob ihnen nicht genau das bevorstand?

Immerhin hatte sie sich ja auch 'entsprechend' gekleidet.

Llewella sprang elastisch in das Shuttle und meinte: "Also ich wäre so weit. Wann geht es los?"

Offenbar war Kargan einer der Letzten, denn das kleine Raumschiff war zum Bersten gefüllt. Vor ihm stand Pormas, der mittlerweile wieder recht kämpferisch wirkte - genau, wie er laut Monserats Beschreibung vor dem Tod seiner Geliebten gewesen sein sollte.

Der Klingone fragte in die Runde: "Bin ich der Letzte oder fehlt noch jemand? Und was ist mit den zweiten Shuttle? Ist das nur für unsere Funde gedacht? Ich habe meine Ausrüstung nämlich bereits darin verstaut."

"Der letzte sind Sie wohl noch nicht." Collins stand auf. Silvanas Bemerkung von vorhin ging ihm nochmal durch dem Kopf. 'Bunter Haufen', wenn man sich die Kleidung des Teams ansah, traf die Bezeichnung voll zu, ohne sich davon auszunehmen.

KWinh schaute auf seinen Chronometer und stellte fest, daß wohl gerade noch genug Zeit war, um einen kurzen Systemcheck auch im zweiten Shuttle durchzuführen. Da in diesem Shuttle alles in Ordnung war, stand er auf und schlängelte sich wortlos durch die Gruppe der Teilnehmer der Außenmission nach draußen.

Jack reckte sich vor dem Shuttle, als das Rampenschott sich öffnete und ein Mann eintrat. Er blickte sich um und kam dann festen Schrittes auf das Shuttle zu.

'Jetzt fragt er gleich, ob das das Shuttle zum Planeten ist', dachte Collins schmunzelnd. Aber der Mann ging mit der Andeutung eines Grußes an ihm vorbei.

--- Shuttlerampe

Gehetzt kam Nathalie endlich auf der Shuttlerampe an. Noch immer an ihrem Sandwich kauend stellte sie überrascht fest, daß anscheinend niemand hier war bis auf einen ihr unbekannten Mann, der gerade eines der beiden Shuttles betrat.

Entweder er war der erste, der hier auftauchte, oder aber sie selbst war die letzte und alle anderen vom Team Zero befanden sich bereits an Bord.

Der Techniker entdeckte Nathalie und nickte ihr im Gehen zu. "Hallo Natty, es freut mich dich zu sehen und dabei zu haben. Allerdings solltest du öfter mal in deinem Terminal nach Nachrichten schauen. Die Sicherheitlerin schwankte zwischen grüßen und fragen, als KWinh sie passierte und eilig in das zweite Shuttle stieg.

Nathalie bewältigte das letzte Stück laufend und folgte dem Mann ins Innere des Shuttles.

--- Shuttle 2

Sofort als er im zweiten Shuttle ankam, ließ sich der Grilmak in den Copilotensitz fallen und startete unverzüglich das Diagnoseprogramm. Es würde nicht lange dauern, bis es seine Ergebnissen lieferte.

Da in diesem Shuttle wesentlich weniger los war als in dem anderen, ging er zurück zum Eingang, wo er sowohl das Kontrollkonsole, als auch die Gruppe im Auge behalten konnte.

Auch er war daran interessiert, wie die Gruppen aussehen würden.

--- beim und im Shuttle 1

Abrupt stoppte die junge Sicherheitlerin im Innenraum. Daß es hier drin so brechend voll war, hatte Nathalie nicht erwartet. Automatisch fragte sie sich stirnrunzelnd, wie groß das Team war und ob das andere Shuttle ebenfalls so überfüllt war.

Der Psychologe drehte sich zum Shuttle. "Wie sieht denn die Belegung der Shuttles aus und wer fliegt mit wem?", fragte er in die Runde.

Nathalie schluckte den letzten Bissen herunter und räusperte sich. "Äh, würde mich auch interessieren!" Sie fügte noch ein kurzes "Hallo" an die Gruppe hinzu und schenkte dann Pormas ein verstohlenes Lächeln, als sie ihn wach und munter unter den Anwesenden entdeckte.

Silvana war der Blick zwischen der neuen Sicherheitlerin und Pormas ebenso wenig entgangen, wie sein übertriebenes Waffenarsenal oder die Tatsache, daß Kargan ohne sie zu informieren ihr Team um einen zweiten Doktor aufgestockt hatte. Doch sie wäre nicht sie selbst gewesen, wenn sie sich nach der angenehmen "Sitzung" mit Jack gleich über solche Kleinigkeiten aufgeregt hätte.

Selbst, daß der Techniker wieder abschwirrte, obwohl sie noch die Gruppen einteilen wollte, war ihr egal. Es zeigte nur, daß er noch nicht wußte, wer hier das Sagen hatte und das konnte ihm übel bekommen. Sie bleckte kurz ihr Gebiß bevor sie ihre Krallen quietschend über ihren Stuhl gleiten ließ.

Sofort hatte sie die Aufmerksamkeit aller.

"Ihr alle wißt wofür wir hier sind?" Es war eine rein rhetorische Frage und da sie keine Antworten erwartete, sprach sie gleich weiter. "Wir werden da runtergehen und für Slade die Kohlen aus dem Feuer holen. Wie wir das machen ist ihm egal. Hauptsache sein Gewinn fällt groß genug aus und damit meine ich ENORM." Ihr Blick streifte die Rothaarige und ein Gedanke nahm deutlich Form an.

"Wie sich die Teams in die beiden Shuttles aufgliedern ist mir relativ egal. Die Sicherheitsleute sollen nur einigermaßen gerecht verteilt sein um euch den Arsch zu retten, wenn es hart auf hart kommt. Da wir jetzt über zwei Mediziner verfügen werden die Teams getrennt agieren. Wie landen an zwei verschiedenen Punkten einer der verlassenen Siedlungen. Eine riesige Siedlung um es vorwegzunehmen. Ein Shuttle wird im Norden und eines im Süden landen. Sollten wir überfallen werden, ist es für den Angreifer schwieriger uns einzukesseln. Somit wird jede Gruppe auf sich allein gestellt sein.

Ich habe bewußt diese Siedlung gewählt, weil dort Dämmerung herrschen wird, wenn wir ankommen. Wir werden zwar sehen können, aber werden selbst nicht sofort gesehen. Immerhin haben wir keine Ahnung was uns dort unten erwartet."

Ihr Blick schweifte über die Gruppe und sie fragte sich abermals wie Slade sie damals hatte bloß davon überzeugen können die Chefin seiner Sicherheit zu werden und jetzt Aufsicht über diesen Kindergarten an Milchgesichtern zu haben. Besonders Pormas wirkte wie ein große Junge, der sein Spielzeug zum Protzen mitgenommen hatte. Er wirkte wie jener technische auf dem höchsten Stand ausgerüstete Hüne, der sie selbst dann noch ungläubig angeblickt hatte, als sie ihn ausgetrickst und ihm das Genick gebrochen hatte.

"Sicherheitsleute sind Pormas Theocrates, Michael Rogers, Nathalie Connor und Voltak der Vulkanier. Teilt euch auf, Leute. Bis auf Voltak. - Dein Platz ist im anderen Shuttle", fügte sie nach kurzer Pause knurrend hinzu nur um sicher zu stellen, daß er sich nicht noch anders entschied.

"Und eins sage ich euch... Falls jemand da unten ohne meine ausdrückliche Erlaubnis herumballert und den großen Mann spielt ohne einen wirklichen Notfall zu haben, dann soll er sich unten am Besten aus dem Staub machen und dafür sorgen, daß er einen großen Vorsprung hat, bevor ich mich auf die Jagd nach ihm mache..." Ihre gelben Augen leuchteten böse und hinterlistig und es war ihnen nicht nur abzulesen, daß sie es verdammt ernst meinte, sondern es auch noch genießen würde.

"Noch jemand Fragen? Wenn nicht, bewegt eure Hintern."

"Nein Sir", war der allgemeine Tenor auf Silvanas wohl eher rhetorische Frage. Falls doch jemand etwas zu fragen hatte, bekam Pormas es nicht mehr mit, da er schon halb auf dem Weg zum zweiten Shuttle war.

Ein kurzes Kopfnicken und Lächeln zu Natty hinüber und er war am Ausgang des Shuttles schon nicht mehr allein. Eigentlich hielt der Südländer nichts von Pärchen im selben Einsatzteam, aber bei einer so frischen Beziehung, wie die beiden sie hatten, hätte er sowieso die ganze Zeit an sie gedacht.

Nachdem der Grieche das Shuttle verlassen hatte, überlegte Llewella, welcher der beiden Gruppen sie sich anschließen sollte. Auf der einen Seite wollte sie nicht gerade mit der Sicherheitschefin fliegen, da diese sicherlich Schwierigkeiten geradezu magisch anziehen würde.

Aber andererseits... So wie sie ihn kannte, würde Pormas ebenso sicher Schwierigkeiten anziehen, wie ein Hochlandrind Hörner hatte. Möglicherweise wäre Silvana aber eher geeignet, mit den angezogenen Unwägbarkeiten fertig zu werden. Zumindest schätzte die Schottin sie so ein. Immerhin kannte sie sie kaum.

Aber sie kannte Pormas Theocrates. Also blieb die Rothaarige erst einmal stehen, lehnte sich bequem an die Shuttlewand und wartete einfach ab...

--- Shuttlerampe, zwischen den Shuttles

"Ich weiß ja nicht wie es dir geht, aber ich habe keine große Lust zusammen mit unserer Sicherheitschefin auf so einen Planeten zu gehen....", murmelte Pormas mehr zu sich selbst, als zu Nathalie. Nachdem der Halbgrieche dem Zauber von Silvanas Augen entgangen war und sie ihre kurze Ansprache gehalten hatte, wurde er sofort vorsichtig.

Nicht, daß ihm der irgendwie abwertende Blick der Sicherheitschefin besonders zugesetzt hätte, vielmehr der Umgang und Befehlston, mit dem sie ihre Leute herumkommandierte gefiel dem ehemaligen Starfleetoffizier nicht.

Dies zusammen mit ihrer unverhohlenen Kraft und Kampfeslust, die man ihr an ihrer Körperhaltung ansah konnte einfach kein gutes Betriebsklima schaffen. Pormas schüttelte diesen Gedanken aber schnell wieder ab und näherte sich dem zweiten Shuttle.

--- vor Shuttle 2

"Hallo KWinh", begrüßte Pormas den Grilmak, der am Einstieg stand und der Besprechung gefolgt war. Viel persönlichen Kontakt hatte er noch nicht mit ihm gehabt, aber Natty hatte ein paar Sachen über ihn erzählt, so wußte er auch, daß der Priester vor ihm kein Romulaner war.

"Ich vermute mal, daß du schon alles weißt, da du eben einfach abgedampft bist, aber trotzdem: Wir sollen runterfliegen, in die Nähe einer unbewohnten Siedlung, ein Team im Norden, das andere im Süden. Die Koordinaten dürften im Shuttlecomputer sein.

Darüber hinaus sollen wir Profit einheimsen und uns nach Möglichkeit nicht umbringen lassen."

"Keine Sorge, dafür sorg ich schon!", zwinkerte Nathalie den beiden im Vorbeigehen zu. Genau wie Pormas hatte sie keine große Lust, zusammen mit ihrer Chefin in einem Team zu sein. Vermutlich mußte sie sich sonst weitaus größere Gedanken um ihre eigene Sicherheit machen.

Außerdem mußte Natty doch auf ihre beiden Freunde aufpassen, vor allem auf ihren neuen. Den niedlichen.

--- Shuttle 2

Der Vulkanier hatte inzwischen an der Gruppe vorbei das Shuttle betreten und Nathalie folgte seinem Beispiel. 'Nun, ich hoffe, Silvana kommt mit Rogers allein zurecht. Und wenn nicht...' Sie lächelte, beendete den Gedanken aber nicht.

Statt dessen lugte sie noch einmal zu ihren Freunden, die noch immer draußen standen. "Nun, was ist? Kann's losgehen? Oder soll ich den Kahn selbst fliegen?"

"Fliegen?", war Pormas erste Frage als das Shuttle betrat. "Wer fliegt denn?" Eine eher verwirrte Runde schaute sich gegenseitig fragend an. Bis auf Voltak. Dieser hatte es sich schon bequem gemacht, allerdings nicht auf der Pilotenliege.

Auf der Sternenflotte wurde einem Vieles gelehrt, unter anderem auch, wie man ein Shuttle flog. Schnell überlegte der Südländer, was er von seiner Grundausbildung noch im Kopf hatte. 'Naja, viel ist es nicht, aber lieber fliege ich mich in den Tod, als jemand anderes...'

"Also...", begann Pormas erneut, nachdem sich niemand gemeldet hatte, "ich war mal bei Starfleet und dort hatten sie mir beigebracht, wie man so ein Ding steuert. Allerdings wird es keine sonderlich bequeme Tour, daß versprech ich euch..."

--- Shuttle 1

Collins hatte sich inzwischen auch an Bord begeben und blickte zum Pilotensitz, in dem jetzt der Mann Platz genommen hatte, dessen Name Jack noch nicht kannte.

Der Psychologe setzte sich auf einen der Plätze und lehnte sich entspannt zurück. "Kutscher! Warp 8, ich kenn den Weg!", sagte er grinsend zu dem Fremden.

"Wollen Sie fliegen?", antwortete der Mann etwas mißmutig.

"Entschuldigung! War ja nur ein Witz!" Collins schüttelte stumm den Kopf. 'Noch so ein Held!', dachte er und schwieg wieder.

Silvana bleckte die Zähne über Jacks Witz. Wenigstens etwas, wie schnell die Leute doch in die Gänge kamen, je näher es zum Abflug kam. Vielleicht hatte auch ihre Ansprache ihr übriges dazu getan.

Denn seltsamerweise trieb es die Leute recht schnell in das zweite Shuttle. Und das obwohl beide Shuttles nahezu identisch waren. Anscheinend hatte ihr schlechter Ruf nicht im Geringsten durch ihr fast freundschaftliches Verhältnis zu Narbo gelitten.

Narbo... irgendwie vermißte sie ihn und sie dachte beinahe mit Wehmut daran, daß er hier an Bord in Ruhe sein Unwesen treiben konnte, während sie allein am Planeten ihren Spaß hatte. Aber sie schwor sich ihn in seinem Ferengishuttle auf den Planeten zu ordern, wenn sie einen Grund dafür fand Slades, Anweisung zu hintergehen.

Ihr gelangweilter Blick wanderte zu Sternenlicht, dem Sivaoaner, der noch immer in ihrem Shuttle war und scheinbar auch vor hatte zu bleiben. Jedenfalls floh er nicht so schnell wie die anderen. Jack wußte spätestens nach der letzten Stunde hier sein Leben mehr als beschützt und Kargan, naja, er liebte es auf seine Art wohl einfach das zusammen zu flicken was sie nur allzu gerne zerstörte.

"Michael, mach noch einmal einen Systemcheck. Du wirst außerdem das andere Shuttle nicht aus den Augen verlieren." Noch bevor ihr Untergebener antworten konnte, wandte sie ihre Aufmerksamkeit schon wieder einem anderen zu: "Sternenlicht, na wie wär's? Möchtest du das Baby fliegen? Ich denke, es wird dir einen besonderen Spaß machen, wo du doch schon ganz angespannt und erwartungsvoll wirkst. Von der Schwanzspitze bis zu deinem Schnurrbartenden." Elegant schwang sie sich vom Pilotensitz und sah sich noch mal im Shuttle um.

"Ach, ja, ich vergaß... Gut fliegen solltest du schon können. Ich habe ein paar Babys an Bord, die dieses Shuttle in den Bruchteilen einer Sekunde vaporisieren können..." Sie sagte es so ruhig, als wäre es das Verständlichste auf der Welt und irgendwie war es das auch für sie.

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