Chronik 11

--- Privateer; Offiziersmesse

Anturios hatte sich lange zurückgehalten, aber nun war es Zeit, um sich zu äußern: "Wir alle wissen, wie wichtig dieser Vorfall für zwei Quadranten ist. Es ist bedauerlich, aber wir müssen die Vergangenheit schützen. Und die Zukunft."

Der Amarilianer schaute in die Runde und sah Zustimmung in den Gesichtern. Kargan nickte leicht, aber bestimmt. Anturios konnte sich vorstellen, wie es war, seinen Leuten nicht helfen zu können.

"Wenn Jean Recht hat, muß unsere Anwesenheit schon Veränderungen erzeugt haben oder - was noch schlimmer wäre - wir sind der Grund für das Massaker!", sprach er weiter und bemerkte das Entsetzen. Er ließ sich trotz der Tragik nicht davon abbringen und redete weiter - die Wahrheit mußte gesagt werden.

"Ich vermute, daß wir der Auslöser sein werden bzw. schon immer waren. Falls meine Vermutung stimmt, werden die Romulaner von unserer Anwesenheit erfahren und eine Staffel Schiffe schicken. Einen Kampf würden wir verlieren. Wir sind ihnen vielleicht technisch voraus, aber ein kleiner Kreuzer kann nicht gegen vier 10mal so große Kriegsschiffe bestehen. Wenn es uns also nicht gelingt einen Weg zu finden, werden wir alle sterben und unsere Zukunft ist vernichtet!"

Schluckend schloß Anturios seinen Vortrag und ließ die anderen darüber nachdenken. Slade schwieg und auch Raven konnte scheinbar keinen Fehler in Anturios Ausführungen finden. Und dies war der erste Moment in dem Anturios ein Fehler recht gewesen wäre.

Einen Augenblick sah er die letzte große Schlacht vor seiner Versklavung. Sie waren zahlenmäßig unterlegen gewesen, hatten aber hinter einem Mond versteckt den Überraschungseffekt ausgenutzt. Aber schon nach wenigen Minuten hatte sich das Blatt gewendet: Von seiner Formation waren nur 7 Schiffe übrig; der Großteil vernichtet. Die meisten anderen Staffeln hatten auch Rückschläge erleiden müssen und die gesamte Flotte zog sich zurück um sich neu zu formieren. Das Dominion näherte sich immer weiter seiner Heimatwelt und begann mit der planetaren Bombardierung. Gleichzeitig versuchten auf der Oberfläche Millionen Amarilianer zu fliehen. Die wenigen Geschütze wurden schnell zerstört und die Hauptstadt wäre bereits nach 10 Minuten gefallen.

Und so blieb der Verteidigungsflotte nichts übrig, als wieder anzugreifen. Viele Schiffe waren nicht mehr viel mehr als Wracks, aber irgendwie gelang es den Crews sie in Bewegung zu halten. Schließlich hatten die Staffeln die feindlichen Stellungen erreicht und auf beiden Seiten wurde das Feuer eröffnet. Raumer explodierten um Anturios Schiff herum und die Trümmer schlugen surrend gegen die Schilde. Aber auch die Jem'Hadar erlitten Verluste und mußten die Bombardierung abbrechen.

Plötzlich wurde sein Schiff getroffen und der erste Offizier verlor sein Leben. Während Anturios noch bei ihm stand, erhielt der Captain, ein fähiger Mann, neue Order: Der Feind sollte mit allen Mitteln so lange wie möglich aufgehalten werden.

Der Captain schluckte kurz, gab den Befehl dann aber weiter. Alle wußten, was dies hieß. Der Kampf war verloren; nun ging es nur noch um Rache. Währenddessen hatten sich sechs Angriffsschiffe der Jem'Hadar hinter Anturios Staffel in Position gebracht und setzten ihre Polaronwaffen ein. Mehrere Leitungen explodierten und die Beleuchtung flackerte. Der Captain schaute auf ein Display: Ein weiteres Schiff war gefallen. Plötzlich gab es nur noch eine gewaltige Druckwelle: Ein Veteidigerschiff hatte seinen Warpkern überhitzt und sich in der Flugbahn des Feindes geopfert. Vier Dominionschiffe wurden sofort vernichtet, die beiden anderen mußten sich zurückziehen.

Jetzt wußten alle, was zu tun war. Selbstmord war zwar nicht hochgeachtet, aber die Umstände ließen keine Wahl. Die Bevölkerung wurde in Schiffen evakuiert und es war ihre heilige Pflicht sie zu schützen.

Trotz gewaltiger Verluste gelang es den Feind zu binden. Die meisten Kampfschiffe waren zerstört, als Anturios das Bewußtsein verlor. Als er aufwachte fand er sich in Gefangenschaft wieder.....

Anturios wußte nun nur eins: Das Dominion durfte nicht in der Zukunft in den Alphaquadranten einfallen; die Zeitlinie mußte bewahrt werden!

Raven sah den Captain an. "Sir, wenn ich noch einmal sprechen dürfte ..."

Slade nickte ihm zu.

"Als sie sagten, daß wir nur von dieser Quantenrealität in unsere Gegenwart zurückkehren können, so ist das meiner Meinung nach leider nicht richtig. Wenn wir den Knotenpunkt wiederfinden, an dem wir den Riß im Raum-Zeit-Kontinuum erzeugt haben, können wir evtl. auch bestimmen, in welche Quantenrealität wir zurückkehren. Somit ist es vielleicht wirklich egal, was wir hier tun.

Zur Erklärung:

Wir gehen davon aus, daß es zwei Quantenrealitäten gibt:
2343-Org und
2343-Alternativ

Fakten:

Wir, mich eingeschlossen, wissen im Moment nicht, ob wir uns in 2343-Org oder 2343-Alternativ befinden.

Ich weiß noch nicht, wie wir wieder zurückkommen. Ich hatte noch keine Zeit etwas über den Riß im Raum-Zeit-Kontinuum in Erfahrung zu bringen.

Im Moment verändern wir NICHT die Quantenrealität, sondern die Zeitlinie. D.h. wenn wir die Zeitlinie von 2343-Alternativ ändern, aber später in die Gegenwart von 2343-Org zurückkehren, hat sich gar nichts verändert."

Raven schaute in die Runde.

"Der Captain geht aber davon aus, daß wir in 2343-Alternativ sind und mit Zeitänderungen, die wir vornehmen, leben müssen. Das würde bedeuten, das wir einerseits die Basis für Frieden schaffen müssen, andererseits auch versuchen sollten einige der Klingonen zu retten.

Ich möchte an dieser Stelle Mrs. Farnside widersprechen, denn selbst wenn wir keine Föderationssignatur mehr ausstrahlen, so ist unsere Bauweise sehr wohl als die der Föderation zu erkennen, also würden es die Klingonen auch als Ehre ansehen, wenn wir ihnen helfen.

Die Logik gebietet, daß wenn wir den Klingonen helfen, sie uns nicht angreifen werden, schließlich helfen wir ihnen. Auch die Enterprise C wird auf unserer Seite sein und während eines Gefechts stellt niemand Fragen.

Aber unsere Lage hat sich verkompliziert: Wie Jean berichtet, wird zu 95,3% kein Angriff stattfinden. Das heißt, es wird keinen Frieden zwischen der Föderation und dem klingonischen Imperium geben. Dieses können und dürfen wir meiner Meinung nach nicht zulassen. Das bedeutet, wir müssen handeln."

Raven schaute in die Runde und wartete auf Einwände.

Aus Slades Augen leuchtete die intelligente Frage: "Hä??"

Aber bevor sein Mund sie formulieren konnte, schaltete sich Si'Ta ein:

"Ich habe mir während Ihres Vortrages Notizen gemacht, Mister Novk.

Punkt Eins: Ich stimme Ihnen zu, daß wir als erstes herausfinden müssen, in welcher Realität wir uns zur Zeit befinden. Der Captain wird entscheiden müssen, wann wir zu unserem Eintrittspunkt zurückkehren.

Punkt Zwei: Spekulationen darüber, in welcher Quantenrealität wir uns befinden, sind meiner Meinung nach vorerst Zeitverschwendung.

Punkt drei: Greifen wir hilfreich in den Kampf ein, verändern wir damit die Vergangenheit, weil wir möglicherweise Klingonen retten, die in unserer Zeit eine bedeutende Rolle in der Geschichte spielen. Ob das gut oder schlecht ist, können wir nicht beurteilen. Wir verändern die Vergangenheit deshalb, weil in keinen Aufzeichnungen ein geheimnisvolles Schiff erwähnt wird, das gegen die Romulaner gekämpft hätte.

Punkt vier: Wie haben Sie es sich vorgestellt, die Romulaner zu einem Angriff zu überreden?"

Slade sah inzwischen ein kleines bißchen intelligenter aus, denn die Gliederung seines Stellvertreters hatte ihm sehr geholfen. Deshalb fragte er Raven, Anturios und alle, die sich noch angesprochen fühlten: "Wie lange dauert es festzustellen, in welcher Quantenrealität wir sind? Wieviel Zeit haben wir noch um die Romulaner zu provozieren? Wann können wir wieder an unserem Ausgangspunkt sein?"

Slade lehnte sich zurück und wartete auf Antworten.

"Mit ein paar Modifikationen am Bussard-Kollektor müßte es uns theoretisch möglich sein, die genau spektrale Quanteninterferenz zu ermitteln. Aber ich denke, daß dieser Umbau mindestens eine Woche dauern würde, was zuviel Zeit in Anspruch nimmt. Durch einen genauen Scan mit unserer Sensorphalanx könnte das selbe Ergebnis erwirkt werden, doch aufgrund der immer noch bestehenden Defekte und einer anderen Strukturierung der EPS-Verteiler könnten, anders als bei einem Galaxy-Schiff, die Sensoren überladen werden.", antwortete Anturios nach einer schweigsamen Pause.

Er wußte das beide Möglichkeiten Nachteile hatten, aber es war nicht seine Entscheidung. 'Der Captain wird eine vernünftige Wahl treffen und uns sicher zurück bringen!', dachte er überzeugt und wartete weiter auf eine Reaktion...

Slade hatte lange schweigsam dagesessen und überlegt. Schließlich traf er seine Entscheidung.

"Da wir wahrscheinlich wirklich keine Woche haben, werden wir es in erster Linie mit unserer Sensorenphalanx versuchen, wenn uns nichts anderes einfällt. Eine Überladung könnte allerdings vielleicht wirklich in unserer momentanen Situation fatale Folgen haben.

Könnte man nicht einen unserer Peragine Class Raiders so modifizieren, daß man damit ohne Risiko für das Schiff diese Aufgabe erledigen kann?"

Der Captain schaute in die Runde und wartete auf eine Antwort.

Anturios überlegte angestrengt. Was Slade verlangte kam einem Wunder gleich. Die schon etwas altertümlichen Scoutschiffe verfügten nicht annähernd über die benötigte Hardware.

"Ich denke, daß dies leider keine Option ist. Die Peragine Schiffe sind zu veraltet, um für eine solch schwierige wissenschaftliche Aufgabe eingesetzt zu werden. Eine Aufrüstung würde ebenfalls ca. eine Woche dauern. Eine Zeitersparnis von maximal einem Tag. Der Auftrag dürfte ausschließlich von der Privateer ausgeführt - "

Anturios stockte in seinem Monolog, während Slade den grünen Riesen, fragend anblickte. Anturios tippte gleichzeitig aufgeregt auf einer in die Wand eingelassenen Konsole herum und gab komplizierte Zeichenfolgen ein. Schließlich stand Raven auf und überprüfte Anturios Berechnungen. Nach einiger Zeit wölbte er eine Augenbraue und sprach dann zu allen: "Ich denke Anturios dürfte eine interessante Möglichkeit entdeckt haben. Wenn ich seine Berechnungen richtig interpretiere, plant er die Schildkonfiguration auf eine extrem hohe Frequenz einzustellen, die im Raum/Zeit-Kontinuum...."

Slade unterbrach ihn mit einer winkenden Geste, während Anturios Ravens Vortrag mit einem Nicken bestätigte.

Slade starrte nun in Ravens Augen. Der Blick machte die folgenden Worte überflüssig: "Wie groß sind unsere Chancen?". Nun ergriff Anturios wieder das Wort, versuchte seine Idee nicht zu beschönigen und formulierte nur eine Zahl "37%". Ruiq schluckte leise, blieb aber ruhig und wartete ab.

"Eine bessere Möglichkeit werden wir nicht erhalten!", fügte Raven hinzu. Alle warteten auf Slades Kommentar. Anturios sah in Ruiqs Augen leichte Angst, aber auch Mut. Sanft schickte er eine Art telepathischer Umarmung aus. Eins wußte der Amarilianer: "Ihr Plan mußte funktionieren!"

Ruiq fühlte ein inniges wohliges Gefühl und wußte gleich, daß es nur von seinem Freund Anturios stammen konnte. Etwas zaghaft lächelte er zurück. Ihm war nicht ganz wohl in seiner Haut.

Hier wurde über ihrer aller Schicksal bestimmt und er konnte nichts weiter tun, als seine Bedenken äußern. Dabei hätte er zu gerne aktiv geholfen. Aber mit seinen "Bildern" schien auch er hier machtlos zu sein, deshalb schwieg er weiter beharrlich. Nicht mal sein Freund Anturios wußte darüber Bescheid. Zu oft hatte Ruiq schon erlebt, daß ihn diese Fähigkeit zu einem Außenseiter machte. Hier wollte er es nicht schon wieder erleben.

Plötzlich fühlte er noch etwas anderes. Eine Spannung, die vorher nicht da war.

"Ich fürchte, daß wir bald noch mehr Ärger bekommen", sagte er leise und doch schien es in der Stille des Raumes fast schmerzhaft zu durchdringen. Alle wandten sich nun ihm zu, der doch keine Erklärung für sein Gefühl hatte.

Nur eine Ahnung, die aber bald zur Gewißheit werden sollte.

Irgendwann bei den ziemlich trockenen und langweiligen Ausführungen des vulkanischen Wissenschaftlers waren Silvanas Gedanken abgeschweift. Graue Augen geisterten in ihrem Kopf herum. Graue Augen mit denen sie so gar nichts anfangen konnte. Und ein Meer voll Tränen. Süßer Schmerz.

Silvana war irritiert. Erst jetzt fiel ihr auf, daß in ihrer Erinnerung Bruchstücke zu fehlen schienen. Bruchstücke, seit sie hier an Bord war. Stunden, an die sie keinerlei Erinnerung mehr hatte. Sie fragte sich langsam, ob ihre Kopfverletzung doch ernsterer Natur war, als sie zunächst angenommen hatte.

Der Doc war zwar anwesend, aber sie wollte ihn nicht bei dieser für alle wichtigen Sitzung mit Lappalien belästigen. Ihr schlechtes Gedächtnis war im Moment ihr eigenes Problem.

Sie wollte gerade wieder ernsthaft in die Diskussion einsteigen, als ihr Kommunikator sich meldete.

"Sadaja an Silvana. Wir haben hier ein Riesenproblem, daß keinen Aufschub duldet."

Sofort hatte Sadaja Silvanas ganze Aufmerksamkeit für sich und die Funkstille während der Besprechung war vergessen. "Was gibts? Sprich!"

"Die ganze Besatzung spielt verrückt und ist nahe an einer Meuterei. Die Sache mit den toten Technikern hat sich bereits herumgesprochen und allerhand Gerüchte von Zeitlöchern und längst untergegangenen Planeten sind im Umlauf. Aber das ist leider noch nicht alles. Das Hauptproblem liegt darin, daß die Energieversorgung der Arrestzellen durch den.. Unfall ausgefallen ist und sie jetzt alle leer sind."

Silvana atmete tief ein und wieder aus. Ihre Todesfeindin war wohl wieder auf den restlichen Beinen und hatte kein anderes Ziel als sich zu rächen. Gute Neuigkeiten für jemand, der sich die Zeit ein wenig vertreiben wollte. Schlechte Neuigkeiten für jeden der Mannschaft, der sich ihr dabei in die Quere kam.

"Leider", fuhr Sadaja fort und schien ziemlich außer Atem zu sein, "scheinen gleichzeitig auch diese kleinen Biester durchzudrehen. Sie scheinen irgend etwas zu planen. Ich habe mehrere Meldungen über die Sichtung von Jumpern aus den unterschiedlichsten Örtlichkeiten bekommen."

"Ärgerlich, aber nicht ungewöhnlich", stellte Silvana nüchtern fest. Sie hatte sich schon lange vorgenommen, alle diese Biester zu beseitigen, aber dafür hätte sie ihr gesamtes Sicherheitsteam durch das riesige Röhrensystem der Norway kriechen lassen müssen und das war den ganzen Aufwand nicht wert gewesen.

Bisher jedenfalls.

"Ungewöhnlich aber, wenn man bedenkt, daß sie sich alle in eine bestimmte Richtung bewegt haben. Nämlich in Richtung..." Sadajas Worte gingen in einem Schrei unter. Silvana hörte noch etwas das sich wie "verdammt... sie... hier..." anhörte, dann war die Verbindung unterbrochen. Auf Silvanas Versuche sie wieder herzustellen, bekam sie keine Reaktion.

Sie alle hatten das Gespräch mitangehört und so schuldete Silvana ihnen nur eine kleine Erklärung, bevor sie die Besprechung verließ um sich ihrer eigentlichen Arbeit zu widmen.

"Ihr habt es alle mitangehört. Hier an Bord geht etwas vor, das meine volle Aufmerksamkeit erfordert. Macht euch also keine Sorgen - ich bekomme das schon in den Griff. Wenn nicht...", und sie bleckte lachend ihre schneeweißen Zähne, "dann könnt ihr wirklich anfangen euch ernsthafte Sorgen zu machen..." Entschlossen stand sie auf und ging zur Tür. Dort drehte sie sich noch einmal um.

"Slade, ich erstatte dir Bericht, wenn ich mehr in Erfahrung gebracht habe. - Und, Leute, was auch immer ihr jetzt beschließt, vergeßt eines nicht: Wir werden einen ziemlich heißen Empfang haben, wenn wir erst wieder daheim sind. Also bringt die Privateer warp- und kampffähig durch die Zeit zurück oder ihr werdet euch noch wünschen selbst auf Narendra III geblieben zu sein..."

Mit einem leisen Zischen schloß sich die Tür hinter ihr.

---Shuttle

Plötzlich wurde Narbo aus seinen Träumen gerissen, als er ein Geräusch vernahm. Ein Lebewesen näherte sich dem Shuttle und zwar sehr vorsichtig.

'Diese verkommene Amazone will mir mal wieder den Tag versauen. Die hat ihre Rechnung ohne mich gemacht!', dachte er noch zornig, während er dem Computer den Befehl gab, die Shuttletür zu öffnen. Narbo hatte schließlich nichts zu verbergen, der Sprengstoff war in der Truhe versteckt. Der Ferengi bereitete immer noch ein heuchlerisches Grinsen vor, als ihm schlagartig etwas klar wurde. Die Schritte....ihre Frequenz und Amplitude paßte zu keiner zweibeinigen Spezies - es war ein Killer-Alien! Panisch schrie er den Computer an, das Schott sofort zu verschließen, aber es war schon zu spät: ein Augenpaar glühte in der Öffnung des Shuttles und starrte ihn dämonisch an.

Er biß sich auf die Lippe und suchte nach einem Ausweg. 'Bleib ruhig und überlege; sonst stirbst du als Mahlzeit eines häßlichen Vieches!', wiederholte er immer wieder in seinem Geist. Es mußte einen Ausweg geben. Der Zugang war versperrt, aber es gab immer einen zweiten Ausweg. Oder?

Leise verfluchte er Silvana. Hätten ihre Sicherheitstrottel ihm nicht seine Disruptoren abgenommen, hätte er seinen Gegner sofort desintegriert. Aber so blieb Narbo nichts anderes übrig, als sein Messer zu ziehen. Der Stahl lag unruhig in seiner Hand und es kostete in einige Sekunden der Beherrschung, um die Kontrolle wiederzugewinnen.

'Marok und Silvana wurden von dem Ding beinahe zerfleischt?! Dann müßte es mir ja ganz einfach fallen!', flüchtete er sich in Ironie. Trotz alledem mochte er diese Situation: Es weckte seine Triebe. Seine Gewalt. Seinen Willen. Ein gewaltiger Adrenalinstoß ging durch seine Adern und verdrängte das Blut.

Vier Augen belauerten sich nun gegenseitig und in innen war der Tod zu sehen. Beide wußten: Es kann nur einen geben! Aber wer würde den ersten Schritt machen? Wer begann den Kampf? Narbo dachte noch darüber nach, als der Jumper ihm die Aufgabe abnahm: Mit einem Sprung flog er in Narbos Richtung.

Dieser warf sich zur Seite und entging den geifernden Zähnen nur um Millimeter. Gleichzeitig bemühte er sich das Messer in den Panzer zu rammen, aber er konnte den Chitin-Schild nicht durchdringen. Unsanft schlug er auf und die Luft entwich aus seinen Lungen. Sofort rollte er sich wieder zur Seite und sprang auf. Als er schon halb stand, erfaßte ihn ein Schlag gegen die Brust und er fiel wieder zu Boden.

Obwohl er nicht genau sehen konnte was geschah, ahnte er es: Der Jumper saß auf seiner Brust und würde bald den Brustkorb öffnen, um sich sattzufressen. 'Diese Ausgeburt der Hölle kann mich mal!', fluchte er und schlug mit seinen Schädelwülsten gegen den Kopf des Gegners. Dieser fiepte und Schleim lief aus seinem Maul. Narbo konnte ihm jetzt in die Augen schauen und er brachte nur einen Satz hervor: "Du bist so abgrundtief häßlich!"

Das Wesen neigte den Kopf und versuchte den Ferengi zu verstehen und in diesem Moment hatte Narbo _den_ Einfall. Er griff an seine Brust und riß den Kommunikator vom Jackett. Einen Moment später befand sich das Gerät in dem Schlund des Wesens, was nun erbärmlich röchelte. "Computer, beame meinen Komminutator auf Position Eins-Acht-Vier. Autorisation: Transporterchief Narbo Delta Sieben Omega. Energie!

Während der Jumper dematerialisierte flüsterte Narbo ihm noch zu: "Grüß mir das ewige Vakuum, Mistfliege!"

--- Offiziersmesse

Slade blickte seiner Sicherheitschefin entgeistert nach. Mit brüchiger Stimme, die nur teilweise seine Panik verdecken konnte, sagte er:

"Nun gut. Dann darf ich mal zusammenfassen, was wir so für Probleme haben.

Erstens: Irgendwo gibt es einen Saboteur, der etwas gegen uns hat, sei es nun auf der Privateer oder sonstwo. Wenn er hier ist, können wir jederzeit neue Anschläge befürchten.

Zweitens: Wir sind in die Vergangenheit geschleudert worden, und zwar in eine Vergangenheit, die keine Aussicht auf Frieden zwischen der Föderation und den Klingonen hat, bis wir eingreifen.

Drittens: Wir wissen noch nicht, in welcher Quantenrealität wir leben, und der Versuch es herauszufinden hat entweder katastrophale Auswirkungen auf das Schiff oder dauert so lange, daß wir entscheiden müssen, ob wir überhaupt eingreifen, bevor wir die Resultate haben. Letzteres ist nicht akzeptabel.

Wobei ich noch nicht weiß, in welcher Form wir eingreifen würden.

Viertens: Die gefangenen Viecher sind aus den Arrestzellen verschwunden, was bedeutet, daß die Jagd wieder von vorne los geht.

Fünftens: Sobald wir wieder zurückkehren, haben wir die Föderationsschiffe auf dem Hals und keine Tarnvorrichtung mehr.

Hm, ich glaube, wir haben uns alle etwas zu trinken verdient. Slade an Narbo: Bring uns mal was kräftiges zu Trinken vorbei."

Pause.

"Narbo?"

Pause.

"Computer, wo hält sich Narbo auf?"

Jeans Stimme war so serviert wie immer: "Narbo befindet sich nicht an Bord der Privateer."

Slade schloß die Augen. "Wann hat er die Privateer verlassen und wohin ist er?"

Jeans Angabe war so schnell wie präzise: "Narbo hat die Privateer vor 96 Sekunden verlassen. Er hat die Autorisation des Transporterchiefs benutzt, um sich auf Position Eins-Acht-Vier zu beamen."

Slade riß die Augen auf. "In den leeren Raum? Computer, Narbo sofort wieder zurückbeamen. Direkt auf die Krankenstation. Energie!

Slade an MHN: Den Neuankömmling sofort behandeln! Lebt er noch?" Nein, er konnte nicht mehr leben. Vollkommen unmöglich. Die Bestätigung kam Sekunden später:

"MHN an Captain. Ohne einer Autopsie vorgreifen zu wollen: Das eben angekommene Objekt ist eindeutig tot, gestorben wahrscheinlich an einer explosiven Dekompression. Wünschen Sie eine genaue Diagnose, Sir?"

Slade starrte vor sich hin. Warum beging Narbo Selbstmord? Was war hier so schlimm, daß er das absolute Vakuum vorzog?

Aber er glaubte es zu wissen. Es waren die Punkte eins bis fünf.

---Shuttle

Narbo öffnete die Augen wieder und sah gar nichts. Das Viech hatte ihn in seinen letzten Sekunden noch mit Schleim vollgespuckt. 'Man ist das eklig. Das ist schon das dritte neue Sakko das ich replizieren muß." Angewidert schaufelte er die Rotze von seinem Gesicht und der Brust. Der grünliche Schleim wabberte auf dem Boden herum und verteilte sich zu einer Pfütze.

'Und wem habe ich diesen Mist zu verdanken? Silvana! Ist die zu blöd um eine paar Viecher zu bewachen?', fluchte er innerlich und schleppte sich zu der Kommuniationskonsole.

"Narbo an Slade! Was ist das für eine verkappte Micky Maus-Scheiße hier? Ich putze mein Shuttle gerade friedlich und plötzlich steht diese lebende Mißgeburt vor mir. Entweder paßt unsere "Sicherheit" (das Wort spuckte er förmlich aus) besser auf das Schiff auf oder ich bekomme meine Waffen wieder! Noch Fragen?", brüllte er durch den Kanal und besinnte sich erst einen Moment später, daß der Captain am anderen Ende war. Jetzt wo er sich ausgetobt hatte, wurde er wieder ruhiger.

"Gibt's sonst noch was neues? Sonst mache ich mich wieder auf den Weg zur Bar. Ich brauch einen kräftigen Schluck!"

--- Offiziersmesse

Slade schluckte. Nein, er würde Narbo jetzt nicht darauf hinweisen, daß er gefälligst tot auf der Krankenstation zu liegen hatte. Statt dessen antwortete er: "Nein, bleib wo Du bist. Silvana wird die Sache untersuchen. Ende.

Slade an Silvana. Narbo hat Probleme auf seinem Shuttle. Oder hat welche gehabt. Schau mal nach dem Rechten. Anschließend möchte ich, daß du das Problem mit unseren ungebetenen Gästen löst. Aber diesmal endgültig. Slade Ende.

Gut, um die anderen Probleme werden wir uns kümmern. Den Saboteur übernimmt Silvana.

Anturios: Überleg dir einen Weg, wie wir die Romulaner zum Angriff aufstacheln können.

Raven: Finde heraus, in welcher Quantenrealität wir leben. Viel Zeit haben wir nicht, also wirst du die unsichere Methode nehmen müssen. Anschließend überleg dir, wie wir wieder zurück kommen.

Ruiq: Kümmere dich um die Mannschaft. Ich will keine Meuterei hier an Bord.

Wenn sonst keiner mehr etwas zu sagen hat, was alle interessiert, würde ich gerne an die Arbeit gehen.

Kargan, wir beide werden alles weitere in der Bar besprechen. Mich würde vor allem die personelle Situation interessieren."

--- Gänge

Silvana schlich lautlos und etwas geduckt über die Gänge. Ganz entgegen ihrer sonstigen Gewohnheit hatte sie ihre Waffe gezückt und schußbereit. Diese war alles andere als aufs Betäuben eingestellt.

Zahlreiche Mannschaftsmitglieder, die ihr auf ihrem Weg begegnet waren, waren ihr in weitem Bogen ausgewichen. Ihr Blick verhieß nichts Gutes. Fragen zu stellen hatte niemand gewagt. Zum Glück... für den Fragesteller.

Fluchend näherte sich Silvana dem Punkt, von dem aus Sadajas letzte Meldung gekommen war. Sie hörte rein gar nichts. Nichts außer ihrem lauten und jetzt ziemlich schnellen Herzschlag. Es war keine Furcht in ihr, doch der Jagdinstinkt in ihr war geweckt und alle ihre Körperfunktionen arbeiteten auf höchstem Level. Sie war bereit gnadenlos zu töten um ihr aller Überleben zu sichern.

Um die nächste Ecke mußte es sein. Der Gang, von dem sich Sadaja laut Computer sich gemeldet hatte, bevor die Verbindung unterbrochen worden war. Beherzt rollte Silvana sich gelenkig ab, darauf bedacht, ihren Phaser im Anschlag zu haben und jederzeit gezielt feuern zu können.

Und da....

"Slade an Silvana..."

Silvana biß sich auf die Lippen bis sie einen süßen Geschmack spürte, um Slade nicht das hören zu lassen, was in jedes normale Trommelfell mit ziemlicher Sicherheit ein Loch geätzt hätte. Auch ihren gesunden durchtrainierten Körper belastete es aufs Äußerste, wenn sie in einer derart angespannten Situation plötzlich durch eine Durchsage ihres Kommunikators gestört wurde. Noch dazu durch eine so nebensächliche.

Für einen Moment spielte Silvana mit dem Gedanken Slades tölpelhaftes Vorgehen zu übergehen, doch dann betätigte sie ihren Kommunikator um ihrem Ärger ein wenig Luft zu machen:

"Silvana an Slade: Auch wenn du der Captain bist, solltest du mich nicht wegen jedem hypernervösen Idio..."

Das Geräusch war nur unmerklich. Zu leise für jedes normale Ohr. Dennoch hörte sie es überdeutlich und es kam nicht aus dem Gang vor ihr, der leer vor ihr lag. Es kam von...

... über ihr.

"Scheiße!!", rief Silvana und rollte sich hastig auf den Rücken. Nur ihrer blitzartigen Reaktionsfähigkeit hatte sie es zu verdanken, daß die vier Jumper nicht auf ihr, sondern auf jenem Platz landeten, an dem sie noch Sekunden zuvor gelegen hatte. Nutzlos klappten ihre Zangen gegen den Boden.

Das heißt, eigentlich landeten nur zwei von ihnen auf den Boden und in jener Form in der ihre Zangen noch klappern konnten. Der Staub der anderen beiden rieselte etwas langsamer zu Boden.

Wieder durchschnitten zwei Blitze die Luft und der Staub der vier Jumper kam gleichzeitig auf dem Boden zu liegen. Danach ging alles wahnsinnig schnell. Silvana blickte nach oben und entgegen ihrer Art brachte sie sich mit einem beherzten Sprung in Sicherheit um danach wieder zu feuern. Doch es war ein hoffnungsloses Unterfangen.

Plötzlich wimmelte der ganze Gang nur so von angriffslustigen Jumpern. Silvana blieb nichts weiter übrig, als sich für den Moment zurück zu ziehen und die Technik zu Hilfe zu nehmen.

"Computer: Energiefeld aktivieren. Deck 8, Sektor...", und dann gab sie den Computer ihren genauen Aufenthaltsort durch, worauf er den Sektor vor ihr abriegelte. Kurz darauf prallten schon die ersten Jumper unverrichteter Dinge darauf ab. Die restlichen, die sich bei ihr befanden lebten nicht lange genug um sie noch angreifen zu können.

Als sie ein tiefes Räuspern in ihrem Kommunikator vernahm, wurde ihr bewußt, daß Slade sie noch immer hören konnte. Sicher hatte er inzwischen einen kleinen Eindruck davon bekommen, daß Narbos Sicherheit bei ihr die Priorität eines Pickels auf ihrem Hintern hatte.

"Wie ich bereits sagte, stör mich nicht wegen jeder Kleinigkeit. Wozu hab ich schließlich meine Leute?", fragte sie rein rhetorisch, ohne Slade die Möglichkeit einer Antwort zu geben. "Narbo soll sich einen Leibwächter nehmen, wenn er nicht manns genug ist, daß selbst in die Hand zu nehmen. Silvana En... Ach ja, falls ihr Bock habt noch etwas das Schiff zu verunsichern, dann ein guter Rat von mir: Alles Gute kommt von oben. Silvana Ende."

Danach warnte sie noch die gesamte Schiffsbesatzung ihr Augenmerk besonders auf die Decken des Schiffes zu legen und sich möglichst von Deck 8 fernzuhalten. Außerdem gab sie ihnen Bescheid, daß zur Zeit ein Energiefeld den Weg versperrte.

Nachdenklich sah sie auf das Energiefeld vor sich. Wo war bloß Sadaja?

--- Offiziersmesse

Anturios wußte das die letzte Frage nur rhetorischer Natur gewesen war, trotzdem zwang ihn sein Gewissen sich zu äußern: "Captain, ich denke, daß ich unqualifiziert bin eine offensive Reaktion auszulösen, die mehreren Tausend Individuen das Leben kosten wird. Mein Moralverständnis läßt dies nicht zu. Ich wäre froh, wenn Sie mir bitte eine andere Tätigkeit zuweisen würden; z.B. könnte ich beginnen, mir Gedanken über die Rückkehr in unsere Realität zu machen. Die Ermittlung der Quantenrealität, in der wir uns zur Zeit befinden, ist zwar ein wichtiger Schritt, der uns aber noch nicht Hause bringt."

Slade musterte den Amarilianer der seinen Vortrag geschlossen hatte...

---Shuttle

Narbo fluchte laut. Es war schon eine ganze Weile her, daß er Slade um Unterstützung gebeten hatte, aber offensichtlich war der Captain unfähig, auch nur die kleinste Aktion zu steuern.

'Also hab ich wieder die ganze Scheiße am Hacken! Aber nicht mit mir!', überlegte er zornig und bastelte etwas zusammen: Es war ein sehr einfacher Sprengstoff und die Masse jeder Ladung sollte eigentlich klein genug sein, um das Schiff nicht zu beschädigen, aber andererseits groß genug, um die Mißgeburten zu eliminieren.

Als er ungefähr 15 Sprengladungen konstruiert hatte, kontaktierte er Slade: "Hier Narbo. Da unsere 'Sicherheit' es scheinbar nicht schafft, die Besatzung zu beschützen, werde ich das jetzt selbst machen! Ich gehe jetzt zum Arsenal und hole meine Disruptoren wieder. Wenn bis dahin der Wächter nichts davon weiß, wird er der erste in einer langen Todesserie an Bord sein. Narbo Ende."

Am anderen Ende der Leitung hörte er Slade gerade noch seufzen. Anscheinend tanzte die halbe Besatzung ihm auf der Nase herum. Grund genug dieses Theater zu beenden. Slade beschloß in Zukunft hart durchzugreifen; wenn sie eine Zukunft hatten....

--- Offiziersmesse

Raven gehorchte dem Befehl des Captains, stand auf und nickte allen Anwesenden zu und verließ den Raum.

--- Brücke

"Nehmen sie Kurs auf den Riß im Raum-Zeit-Kontinuum", sagte Raven als er die Brücke betrat. "Der Captain hat mir einen direkten Auftrag gegeben, der diesen Kurswechsel nötig macht."

Raven hoffte, daß er seine Kompetenzen nicht überschritt, aber der Captain hatte so geklungen, als sollten den Worten jetzt Taten folgen.

Raven dachte noch mal über das nach, was Anturios gesagt hatte: "... Durch einen genauen Scan mit unserer Sensorphalanx könnte das selbe Ergebnis erwirkt werden, doch aufgrund der immer noch bestehenden Defekte und einer anderen Strukturierung der EPS-Verteiler könnten, anders als bei einem Galaxy-Schiff, die Sensoren überladen werden."

Raven mußte bei seinem Scan extrem vorsichtig sein, damit nicht genau das eintrat, was Anturios so deutlich geschildert hatte. Aber wenn er nah genug an den Riß herankam, würde er mit ein wenig Geschick die Sensoren vielleicht nicht überladen.

"Sir, wir erreichen jetzt den Riß", ertönte es irgendwo im Hintergrund.

Aber Raven war schon viel zu beschäftigt mit den Sensordaten. Ravens Hände flogen über die Schaltflächen. Nach ein paar Minuten hatte er seine Daten.

"Raven an Captain Slade und Anturios ... Ich habe eine gute und eine schlechte Nachricht ... Wir befinden uns nicht in unserer Quantenrealität sondern einer Alternative. Wir können mit der Anturios-Methode aber in unsere alte Quantenrealität zurückkehren. Das war die gute Nachricht. Die schlechte lautet:

Die Wahrscheinlichkeit dafür liegt nur bei 12% während die Chancen bei 44% liegen, in die Zukunft dieser Quantenrealität zu springen. Die 7% Unterschied zu den Berechnungen von Anturios berücksichtigen ein Eintauchen in den Riß, wo wir ihn schon erzeugt haben. Vielleicht fällt Anturios ja noch etwas ein, wie wir die 12% noch steigern können. Ich fände es nämlich besser, wenn wir in unsere alte Realität zurückkehren könnten. Raven Ende."

Raven mußte die Emotion des aufsteigendes Glückes in ihm stark unterdrücken. Er hatte geahnt, daß es ihn mitreißen würde, sollte er einmal wirklich auf eine Quantenrealität stoßen. Aber daß hier hatte seine kühnsten Träume übertroffen.

--- Gänge

Nachdem Silvana sämtliche Sicherheitsleute per Communikator zu sich bestellt hatte, vertrieb sie sich die Zeit bis zu ihrem Eintreffen damit, die neu ankommenden Jumper zu kleinen Staubwölkchen zu verarbeiten.

Es dauerte nicht lange, und der Gang wimmelte nur so von ihrer Mannschaft. Mindest ebenso, wie der Gang auf der anderen Seite der Energiemauer von Jumpern wimmelte, die selbst die Decke zu einem schwarzen aufgewühlten Meer aus Leibern werden ließen.

Silvana sah auf die Uhr und war zufrieden. Das Training hatte sich bezahlt gemacht. Alle waren binnen kurzem zu ihrem Dienstantritt erschienen. Ohne weiter kostbare Zeit zu verlieren, klärte sie alle darüber auf, daß sie die Jumper endgültig zu vernichten hatten, die sich vor allem auf Deck 8 und 7 zu sammeln schienen und daß sie dabei nach Sadaja Ausschau zu halten hatten. Die einzelnen Einsatzgruppen waren sehr schnell eingeteilt und den einzelnen Sektoren der Decks 6-8 zugewiesen worden.

Schnell und präzise machte sich die Sicherheit an die Arbeit. Bald gab es leuchtende Feuerwerke in den Gängen. Niemand hatte Lust, sich unter Silvanas Führung einen Fehler zu erlauben. Jeder von ihnen hatte schon zuviel Zeit mit dem Probeliegen auf den Biobetten der Privateer verbracht.

Zuerst übernahm Silvana selbst die Führung eines Trupps und vernichtete zahlreiche von den Jumpern, dann überließ sie es jedoch ihrer Mannschaft, die scheinbar auch ohne sie gut zurecht kam.

Obwohl sie etwas gegen Narbo hatte, interessierte es sie doch, was bei seinem Shuttle passiert war. Immerhin hatte sie ihm ja in der Bar hingeworfen, daß sie auch seinem "Zusammenstoß" mit Raschkralle nachgegangen wäre, wenn er ihr nur Meldung erstattet hätte. Nun hatte er es zweifelsohne beim Captain getan und es war ihre verdammte Pflicht nachzusehen was los war. Auch wenn sie diese Pflicht heute wirklich haßte.

--- Shuttlerampe

Silvana hatte keine Zeit verloren, die Gint aufzusuchen und stoppte erst vor Narbos Shuttle. Gerade als sie sich fragte, ob sie Narbos Verfolgungswahn zu fürchten hatte, hörte sie ein leises Schaben auf dem Shuttle. Sie setzte an und pulverisierte ein weiteres dieser kleinen lästigen Biester.

Dieses eine regnete allerdings nicht auf den Boden, sondern auf Narbo herab, der gerade aus seinem Shuttle gestiegen war und nicht gerade bester Stimmung zu sein schien. Sofort überzog ein Lächeln Silvanas Lippen.

"Na, schöner Mann... Heute so alleine?"

Fast hätte sie vor Vergnügen gelacht, als seine Augen sie anfunkeln, als wollten sie aus ihr ebenfalls feinsten Staub machen. Mehr Zorn hätte sie ihm wahrscheinlich nur entlocken können, wenn sie ihn geküßt hätte.

"Slade meinte, du hast Probleme..."

In diesem Moment wurde ihr erst bewußt, was sie gerade auf dem Dach von Narbos Shuttle gesichtet hatte. Ihr Blick verdüsterte sich schlagartig.

"Ja, du hast Probleme..."

--- Offiziersmesse

Kargan war der Diskussion bisher gefolgt, und auch wenn sie sein Spezialgebiet nur streiften, hatte er geistig nie abgeschaltet. Er hatte sich gerade erheben wollen, um mit Slade in die Bar zu gehen, als die Ereignisse sich etwas überstürzten.

Zuerst Silvas panische Antwort, dann Narbos Reaktion, die auf einem Föderationsschiff als Meuterei geahndet worden wäre, und dann der Einwurf von Anturios, welcher seine Aufgabe nicht übernehmen konnte.

Gut, daß Kargan nicht der Captain war. Diese Mannschaft wußte wirklich nicht, was Disziplin war. Aber er konnte Anturios sehr gut verstehen. Ein dermaßen friedfertiges Wesen sollte sich eine Strategie ausdenken, die selbst einen professionellen Taktiker vor einige Probleme gestellt hätte. Unmöglich.

Kargan hatte da zwar eine vage Idee, wie es zu bewerkstelligen sein könnte, aber sollte er sich wirklich dazu äußern? Gut, inzwischen hatte er eingesehen, daß es notwendig war, die Romulaner zu reizen, aber es widerstrebte ihm doch, so viele seiner Leute zu opfern.

Aber die Idee knabberte weiter in seinem Hinterkopf.

Slade disponierte inzwischen um, und teilte die Aufgaben etwas anders ein:

"Gut, Anturios, ich sehe ein, daß Du nicht dazu geeignet ist, einen solchen Plan zu entwerfen. Dann wirst Du exakt ausarbeiten, wie wir wieder nach Hause kommen. Raven hatte sowieso zwei Aufgaben. Damit wird sich Raven nur noch um die Quantenrealität kümmern, in der wir uns befinden.

Wenn es dann war, dann ist die Sitzung hiermit beendet. Ab auf eure Posten bzw. an eure Aufgaben!

Kargan, Du kommst mit mir."

Mit diesen Worten erhob sich Slade.

--- Shuttlerampe

Narbo musterte den Neuankömmling immer noch düster, während ihre Begeisterung neuer Wut wich. Ihre Blicke ließen keinen Zweifel daran, daß der Grund ihres Stimmungswechsels, abgesehen von der Periode, nur auf dem Shuttle sein konnte.

Ohne sich umzudrehen, horchte er in die Richtung und hörte einen Infraschallton. Narbo wußte nicht genau, ob Silvana ihn auch hören konnte, verglich das Fiepen aber mit seiner kürzlichen Erfahrung. Das Geräusch klang vertraut, aber dennoch fremd. Langsam drehte er sich um und Panik sprang in seine Augen. Auf dem Dach seines geliebten Shuttles saß eine riesige Version der Viecher und starrte direkt in Narbos Augen.

Der Ferengi schluckte und das Geräusch übertönte die Stille wie ein Ionensturm. Vorsichtig sprach Narbo Silvana an: "Terranerin, bist du bewaffnet?" Obwohl er die Antwort eigentlich schon wußte, beruhigte ihn die Tatsache, das Silvana es bestätigte.

Das zwei Meter große Viech wurde langsam nervöser und bewegte sich hektisch auf der Stelle. Ohne Zweifel: Lange würde es nicht mehr sitzen bleiben. Silvana reagierte sofort und flüsterte leise: "Wenn ich jetzt sage, feuere ich mit voller Stärke und wir laufen. Ist das klar?!" Die letzten Worte zischte sich beinahe wie eine Hexe, aber eigentlich klang sie meistens so. Aber jetzt war zweifelsfrei der falsche Zeitpunkt für solche 'Schmeicheleien'.

Narbo nickte und einen Moment später sprang das Wesen vom Dach des Shuttles, das unter der Belastung wackelte. Als die Mißgeburt sich direkt über ihnen befand und ein Schatten des Todes über ihnen lag, benutzte Silvana ihren Phaser.

Die Dichte des Strahles ließ keinen Zweifel an der Stärke des Schusses. Aber statt desintegriert in einem Haufen amphibischer Schlacke zu liegen, wurde das Wesen nur zurückgeworfen und landete etwas entfernt. Sein Chitinpanzer glühte noch unheilvoll von der Entladung und zeigte einen kleinen Riß aus dem eitrige Flüssigkeit lief. Als sie auf die Duraniumplatten des Bodens traf zischte es und die Flüssigkeit verdampfte.

Der Ferengi weitete sein Augen bis seine Lider beinahe rissen und spürte eine Hand an seiner Schulter. Silvana hatte beschlossen die Party zu verlassen und Narbo mußte ihr nun zum ersten Mal zustimmen: _Sie_ standen nicht auf der Einladungsliste.

--- Gang

Die beiden hechteten durch das Schott und sahen noch wie die Tür sich zischend schloß. Eine Sekunde später existierte die Tür nicht mehr und das mächtige Wesen durchbrach es mit seinen furchterregenden Kauwerkzeugen. Nachdem die Tür nicht mehr als Schrott war, drehte es den Kopf und fiepte wieder.

Narbo starrte Silvana entsetzt an und beide wußten, wenn ihnen nicht bald etwas einfiel, endete ihre Zukunft als Vorspeise. Schlagartig erinnerte sich Narbo an seine Sprengladungen und holte eine aus seiner Tasche. Die Zündung würde sofort bei Aufschlag erfolgten und Silvanas Gesichtsausdruck ließ keinen Zweifel, daß sie und Narbo ein langes Gespräch über dessen Hobbys führen würden. Aber dies war im Augenblick unwichtig; wichtig war nur das Narbo den Sprengstoff entsicherte und, mit einem auffordernden Ausdruck in den Augen, Silvana reichte. Natürlich wußte sie nichts über seine kleine Schwäche, aber hielt sich auch nicht mit Fragen auf. Statt dessen donnerte sie das Ei in einem kraftvollen Wurf gegen die Brust des Gegners.

Augenblicklich explodierte die Bombe und erzeugte eine Hitzefront die durch den Gang 'floß'. Als Narbo die Augen wieder öffnete sah er, daß ihr Gegner ein Loch in seiner Brust aufwies, das so breit wie ein Ferengischädel war. Schleim tropfte wieder aufs Deck und erzeugte eine dichte Nebelwand. Silvana lauerte geduckt und wartete auf einen Angriff aber als der Nebel verschwand, war das Wesen verschwunden. Haß war in ihren Augen.

"Verdammt! Slade wird ziemlich sauer sein. Beschädigte Ware mag er schon nicht gerne, aber noch weniger gereizte Jumpermütter, die unkontrolliert in der Gegend rumkillen und mit ihren diversen Körperflüssigkeiten den Boden durchätzen."

Silvana überlegte für einen Augenblick und erhob sich dann aus ihrer geduckten Position. Ihr Instinkt sagte ihr, daß dieses Ding momentan nicht zurückkehren würde. Nachdenklich musterte sie den Ferengi. Er hatte doch mehr Mut bewiesen, als sie ihm zugetraut hätte. Vielleicht konnte man im Notfall ja doch auf ihn zählen.

"Silvana an gesamte Sicherheit: 'Mutter' ließ sich gerade in der Shuttlerampe sehen. Haltet eure Augen offen. Das Zusammentreffen mit Narbos... Wundermittelchen ist ihr nicht gut bekommen. Die Arme hats jetzt auf der Lungen und ist stinksauer. Silvana Ende." Es war besser, wenn ihre Leute auf Besuch vorbereitet waren. Immerhin setzten sie sich ja gerade für die nachträgliche Abtreibung ihrer Kinder ein.

"Hast du noch mehr von diesen Sprengsätzen für die ich dir eigentlich beide Arme brechen sollte? " Fragend blickte sie den Ferengi an und griff dabei nach dem Schaft ihres rechten Stiefels.

Narbo wollte gerade zu einer Antwort ansetzen, als einer der Jumper sich mit einem schrillen Fiepen von der Decke auf ihn stürzte. Silvanas Wurfsmesser traf ihn noch im Sprung und so prallte nur ein sterbender Jumper gegen Narbos Brust, der das Ding hastig und angewidert von sich schleuderte.

"Firuskanische Arbeit", meinte Silvana zufrieden lächelnd, während sie ihr Messer mit einem gräßlichen Knacken aus dem Jumperkörper zog und wieder an sich nahm. "Eine der härtesten Klingen im Universium."

"Ohne Zweifel!", antwortete er leicht grinsend und strich sich über das Jackett, das mittlerweile nur noch Müll war. "Aber das hier erleichtert die Arbeit ungemein!" Silvana versuchte, sich ihre Überraschung nicht anmerken zu lassen, als der Ferengi plötzlich zwei weitere Granaten in der Hand hielt. Er hatte sie mit einem alten Zaubertrick aus seinem Ärmel geschüttelt.

Narbo sah eine Frage in der Art von 'Was ist das zum Teufel?' in ihrem Gesicht, aber Narbo guckte nur verstohlen und meinte "Beste Handarbeit!"

Silvana musterte ihn und strich sich durch das Haar. Und eine Sekunde später hatte dieses Flittchen Narbo überrumpelt: Lachend warf sie die Kugel hoch und fing sie wieder auf. Narbo hoffte nur inständig, daß sie diese nervösen Zuckungen nach dem Entsichern ablegen würde. Sonst verstreute sie ihre organische Asche über mehrere Decks. Und seine gleich mit. Narbo haßte es, für andere den Arsch zu riskieren, aber trotz seiner Abneigung wußte er, daß die Amazone ihr Handwerk beherrschte.

Seine letzten Zweifel verschwanden und er reichte der Terranerin sechs weitere Granaten aus seiner Tasche. Etwas sarkastisch fügte er hinzu: "Und paß auf: Das ist nicht diese Kinderscheiße mit dem du aufgewachsen bist!" Silvana starrte in hämisch an und reagierte mit knackenden Fingerknochen.

Der Ferengi erkannt, daß es nun Zeit war zu gehen und verabschiedete sich mit einem "Ich gehe jetzt ins Arsenal und sag deinem klingonischen Schoßhündchen, daß er mir nicht in die Quere kommen soll. Es könnte ihm den Tag versauen. Seinen letzten!" Grinsend verschwand der Barkeeper hinter der nächsten Kurve und begab sich Richtung Arsenal.....

Silvana sah dem Ferengi grinsend nach. Eigentlich hätte sie die Anordnung seiner Knochen etwas durcheinander bringen müssen, aber diesmal kam er noch mit einem blauen Auge davon. Zum einen hatte sie keine Zeit für Spielchen, zum anderen brachte ihr sein Hobby diese hübschen Babys ein. Lächelnd strich sie über die kleinen Krachmacher in ihren Händen. Wenn sie Glück hatte, blieb ihr sogar noch etwas davon über.

"Kommt zu Mama, meine Babys", sagte Silvana und steckte sie ebenfalls in den Schaft ihrer Stiefel. So waren sie immer griffbereit.

Bevor sie sich an die Arbeit machte 'Mutter' aufzusuchen, setze sie noch einige wichtige Durchsagen ab:

"Silvana an Rogdan: Narbo ist auf dem Weg ins Arsenal. Begleite ihn und laß kein Auge von ihm. Er darf seine beiden Disruptoren wiederhaben, aber sag ihm auch, daß ich keine leeren Drohungen mache. Wenn er die Disruptoren noch mal auf ein Mitglied der Besatzung richtet, dann wird er Dr. Kargan für längere Zeit Gesellschaft auf der Krankenstation leisten. Silvana Ende.

Silvana an Slade: Mama Jumper ist mir eben durch die Lappen gegangen. Sie ist etwas durchlöchert und hier auf Deck 8. Von Sadaja fehlt leider noch jede Spur. Mehr später. Silvana Ende."

Plötzlich kam Silvana eine Idee und sie holte einige Auskünfte beim Computer ein. Seine Antworten gefielen ihr ganz und gar nicht. Danach lief sie geschmeidig mit gezücktem Laser in Richtung... Antimaterie-Lager.

Sie konnte nur hoffen, daß sie nicht schon zu spät kam.

--- Offiziersmesse

Hmmm, der Captain machte sich das alles ja ziemlich einfach. Während sie hier über das Leben Dutzender Menschen und Klingonen zu entscheiden hatten, ging er einfach mit Dr. Kargan einen trinken.

Ruiq schüttelte verständnislos den Kopf. Wie sollte er da als eine Art Counselor den Leute mit gutem Gewissen in die Augen sehen und ihnen sagen, daß der Captain alles für ihre Sicherheit tat, wenn er einfach einen über den Durst trank. Besonders da der Captain nicht viel für die Diskussion beigetragen hatte und noch immer so viele Fragen ungeklärt waren.

"Ich weiß nicht, ob mir das alles gefällt", sagte Ruiq ganz leise, daß nur sein Freund Anturios es hören konnte. Dieser nickte zustimmend. Auch er fühlte sich nicht wohl bei der ganzen Sache.

"Wir haben hier eine Krisensituation und die Leute planen nach den Worten dieser Sadaja schon eine Meuterei", fuhr Ruiq fort, "Ich wünschte, daß ich ihnen sagen könnte, daß der Captain auf der Brücke ist und alles für ihre Sicherheit unternimmt."

Ruiq legte eine Hand auf Anturios Stamm. "Wenigstens bist du damit beauftragt einen Weg nach Hause zu finden. Dir vertraue ich blind." Sanft lächelte Ruiq Anturios an, der auf seine Art das Lächeln zu erwidern schien. "Hoffentlich wählen wir den richtigen Weg. Es steht so viel auf dem Spiel."

Innerlich seufzte Anturios schwer, ließ sich aber nichts anmerken, um Ruiq nicht zu beunruhigen. Aus Erfahrung wußte er, daß Eingriffe in Raum und Zeit schwerwiegend waren und oft scheiterten. Alles hing vom Timing ab und die Crew der Privateer kannte sich noch nicht lange genug, um eine solche Präzision zu erreichen.

Anturios ließ die Tentakel hängen und die Gedanken belasteten ihn schwer. Dann sah er in Ruiqs Gesicht und bemerkte die kindliche Unschuld in dessen Augen. Anturios wußte, daß er einem erwachsenen Wesen gegenüber saß, aber trotzdem gab ihm der Ausdruck in den Augen seines Freundes Kraft, um es zu schaffen.

'Ich darf Ruiqs Vertrauen nicht enttäuschen! Niemals!', dachte der Amarilianer fest. Er strich Ruiq über die roten Wangen und sagte dann: "Keine Sorge; wir werden es schaffen! Aber ich denke, ich sollte jetzt anfangen zu planen!"

Ruiq nickte ruhig und beide verließen die Messe um ihren Arbeitsplatz aufzusuchen. Anturios legte eine Tentakel um Ruiqs Schulter und drückte ihn an sich.

Ein Band der Freundschaft verband sie.....

--- Gang vor der Offiziersmesse

Ruiq war überzeugt davon, daß Anturios sie wieder heil nach Hause und in ihre Zeit zurückbringen würde. Allein um ihrer Freundschaft willen würde er unmögliches möglich machen. Mit diesem Wissen und dem um ihre innige Freundschaft betrat Ruiq mit dem Amarilianer den Gang.

Kaum hatten sie diesen betreten und ein paar Schritte gemacht, da sahen sie schon einen riesigen Pulk von mehrheitlich humanoiden Wesen, der ihnen entgegenkam. Und sie waren nicht gerade bester Laune. Ihre düsteren Minen und die griffbereiten Waffen, ließen darauf schließen, daß sie mehr forderten als nur Aufklärung darüber was los war und wie die Lagebesprechung verlaufen war.

"Das ist nicht gut. Das ist gar nicht gut", flüsterte Ruiq seinem großen Freund zu und seine schmächtigen Schultern strafften sich unwillkürlich. "Ich fürchte, wir haben es hier mit dem Beginn eines Aufstandes zu tun."

Entschlossen stellte er sich der Masse entgegen um sie aufzuhalten und zu ihnen zu sprechen, doch sie nahm ihn gar nicht zur Kenntnis. Seine Worte gingen fast geräuschlos in dem Tumult unten. Seine Gesten stehenzubleiben erzielten nicht die geringste Reaktion.

Jeden Moment konnten der Captain und Kargan aus der Offiziersmesse kommen und dann würde es zum Kampf kommen. Slade war kein großer Diplomat und seine Geduld hielt sich in Grenzen, doch sicher war er ein guter Kämpfer und würde keine Meuterei dulden. So weit durfte es erst nicht kommen.

Mit großen Augen starrte Ruiq auf die Horde, die sich langsam aber sicher auf ihn zu bewegte.

'Wenn ich doch wenigstens eine Chance bekäme, daß sie mich anhören', dachte er leicht zitternd, wich jedoch keinen Schritt zur Seite.

Slade und Kargan verließen gemeinsam den Konferenzraum. In Anbetracht der Umstände wollten sie darauf verzichten die Bar aufzusuchen, und planten statt dessen eine Unterredung in Kargans Büro auf der Krankenstation.

Sie kamen jedoch nicht sehr weit, weil eine Horde junger Männer sich ihnen in den Weg stellte.

Kargan wußte aus einigen Semestern Psychologie an der Sternenflottenakademie, daß sich aus Unwissenheit Mißtrauen, aus Mißtrauen Angst und aus Angst Haß entwickeln kann. Diese Männer hier hatten offenbar die ersten beiden Stadien knapp hinter sich, und der Schiffsarzt hoffte nun, daß der aufgestaute Haß und die damit verbundene Aggressivität sich noch besänftigen ließ.

Slade hingegen bereute es, die Wichtigkeit eines Counselors unterschätzt zu haben.

Eigentlich hatte so etwas passieren müssen: Die Mannschaft war ein zusammengewürfelter Haufen. Klar, daß sie leicht die Beherrschung verloren. Und nach den Vorkommnissen hier an Bord war es mehr als verständlich, wenn sie Aufklärung haben wollten.

Nicht, daß Slade befürchtete, den möglichen Kampf zu verlieren. Schließlich stand ihm ein wenn auch nur kleiner Klingone zur Seite. Und die klingonische Kampfkunst war schließlich sprichwörtlich. Zwei gegen fünf... sieben... ja, das müßte machbar sein.

Aber Slades Problem war, daß es in einem solchen Gruppenkampf schwierig war, seine Kräfte zu dosieren. Und er wollte niemanden, der bisher gut für ihn gearbeitet hatte, töten. Zudem würde ein solcher Vorfall zwar ganz sicher kurzfristig die Ruhe auf diesem Schiff wieder herstellen, aber der Captain wünschte sich keine Schreckensherrschaft, auf die es dann langfristig hinauslaufen würde.

Ein Bajoraner trat aus der Menge heraus und sprach Slade barsch an:
"Captain, die Männer, die Sie hier sehen, sind einige wenige Ihrer Besatzung, die schon seit Stunden auf eine Erklärung Ihrerseits zu den seltsamen Vorkommnissen warten. Wir alle haben bemerkt, daß etwas Unerwartetes passiert ist, und haben überhaupt kein Verständnis dafür, daß wir so lange im Unklaren darüber gelassen werden.

Sollten Sie nicht fähig sein, uns als Mannschaft zu behandeln" - das Wort Mannschaft betonte der Bajoraner besonders - "dann sehen wir uns gezwungen, das Kommando auf diesem Schiff zu übernehmen, den nächsten Planeten anzufliegen und von Bord zu gehen. Danach kriegen Sie ihr Schiffchen wieder. Schließlich sind wir keine Verbrecher.

Wenigstens nicht alle."

Slade registrierte sowohl das beifällige Gemurmel der Männer im Hintergrund, als auch, daß der Sprecher keinerlei Respekt ihm gegenüber zeigte. Er wußte, daß er sich jetzt und hier Respekt vor diesen Leuten verschaffen mußte, sonst würden sie ihn für einen Schwächling halten, dessen Leitung einem Raumschiff nicht mehr zugemutet werden konnte.

Was sollte er tun? Die Männer auf eine spätere Erklärung vertrösten und sich auf die Brücke zurückziehen? Mal davon abgesehen, daß die Meuterer so etwas nicht zugelassen hätten, würde er sich damit auch noch lächerlich machen.

Kämpfen? Hm, das Thema hatten wir doch schon mal, oder?

Den Leuten hier und jetzt erklären, was los war? Sicher die beste Lösung. Aber es wäre auch ein Zeichen von Schwäche, wenn er jetzt so einfach nachgab. Deshalb tat er etwas, mit dem niemand gerechnet hatte:

Der Captain schaute die Männer an und lachte lauthals los, indem er die Waffen, die sie gezogen hatten, weitgehend ignorierte. Alle schauten ihn verwirrt an. Schließlich verstummte er abrupt und schaute den Sprecher der 'Delegation' an.

"Leute, ihr kommt mir vor wie ein Kieselstein, über den ein Rettungssanitäter stolpert, und dessen Patient deshalb seinen Herzinfarkt nicht überlebt.

Wir hatten eben eine intensive Diskussion und wissen selber erst seit etwa zehn Minuten, was genau passiert ist. Wenn ihr wollt, fliege ich gerne den nächsten Planeten an, aber ihr könnt sicher sein, daß ihr dort von den Klingonen ohne viel Federlesens einkassiert und nach Rura Pente gebracht werdet - und das auch nur, wenn ihr ganz viel Glück habt.

Wir wurden nämlich in der Zeit zurückgeschleudert. Momentan führt die Föderation noch Krieg mit den Klingonen, und es sieht so aus, als hätten wir hier einen historischen Auftrag zu erfüllen, bevor wir uns wieder zurück wagen dürfen.

Aber keine Panik, wir haben einen Weg gefunden, wie wir sicher wieder zu unserem Ausgangspunkt zurückkommen können, und wir wissen schon genau, was wir hier tun müssen, damit die Zukunft auch wirklich die ist, die wir kennen."

Die Männer waren bei seinen ersten Worten etwas zusammengerutscht, schließlich war es für sie ein Schock, plötzlich viele Jahre in der Vergangenheit zu leben. Aber bei Slades letztem Satz sahen sie sich etwas besänftigt an und übersahen deshalb Kargans Blick, der zu fragen schien: "Habe ich in der Diskussion etwas verschlafen?"

Slade fügte hinzu: "Seid sicher, daß die Mannschaft immer gleich informiert wird, sobald wir neue Erkenntnisse gewonnen haben. Oder wäre es euch lieber, wenn wir mit unbewiesenen Theorien und wilden Vermutungen hausieren gehen?

Na eben."

Für sich fügte er hinzu: 'Und seid ebenfalls sicher, daß dies die letzte Rede dieser Art war, die ich gehalten habe. Irgendwer muß mir das abnehmen, ist ja ekelhaft. Ruiq wäre gut, aber der ist ja teilweise auf der Krankenstation. Nein, ich brauche einen Vollzeitbordpsychologen! Wenn nicht Ruiq, dann wen anderen!'

Anturios hatte Slades Vortrag zugehört und wunderte sich immer noch über die Selbstsicherheit und die Zuversicht des Captains! Was immer Kargan ihm noch gesagt hatte, schien sehr aufbauend zu sein.

Die verunsicherten Besatzungsmitglieder starrten sich gegenseitig an; mit einer solchen Nachricht hatten sie scheinbar nicht in den schlimmsten Albträumen gerechnet. Anturios hatte Mitleid mit ihnen und konnte ihre Verunsicherung gut verstehen.

Gerade als er sich an die Delegation wenden wollte, um ihnen Trost zu spenden, entdeckte er einen seiner Techniker in der Menge. Er stand etwas geduckt, um nicht gesehen zu werden und sein Gesicht zeigte deutlich Angst.

"Mr. McCluster, hatten sie nicht den Auftrag eine wichtige Diagnose an den Replikatoren auf Deck 3 durchzuführen?". Der Terraner schottischer Herkunft schaute vor Scham zu Boden und flüsterte nur leise "Ja, Sir!" Anturios erkannte, daß er den Stolz des Crewman verletzt hatte und richtete sich bei den folgenden Gedanken ganz auf ihn, auch wenn die restliche Gruppe mithören konnte: " Mr. McCluster, Jonathan, ich versichere ihnen, daß wir alles uns mögliche unternehmen werden, um die Situation zu meistern. Dafür ist allerdings unbedingt die volle Unterstützung der Crew nötig. Ich bitte sie inständig an ihre Arbeit zurückzukehren."

In den Augen der Anwesenden sah Anturios immer noch Zweifel, aber er war auch nie ein geschickter Diplomat gewesen und konnte nur schlecht Leute beeinflussen. Neben ihm stande immer noch Ruiq, dessen Versuche eben noch erfolglos gewesen waren. Er bemerkte die Unsicherheit des Kalconiers und drückte leicht dessen Hand. Sein kleiner Freund umfaßte Anturios Tentakel, drückte leicht zu und trat dann einen
Schritt nach vorne...

Dann holte er noch einmal tief Luft, bevor er die günstige Gelegenheit dazu benutzte, das erste Mal seine psychologischen Fähigkeiten unter Beweis zu stellen und zu retten was zu retten war. Der Captain hatte wie befürchtet keine gute Figur gemacht und Anturios allein schien die Wende auch nicht herbeiführen zu können.

"Es ist wahr, daß wir hier in einer anderen Zeit gestrandet sind", begann er seine Rede, "und es ist weiter wahr, daß es nicht leicht werden wird dorthin zurückzukehren woher wir gekommen sind." Ruiq spürte förmlich den Blick von Slade, Kargan und Anturios hinter sich, die sein Vorgehen etwas verwirrte, doch er ließ sich nicht beirren. Die Wahrheit war noch immer das beste Mittel zum Erfolg.

"Aber es ist nicht unmöglich. - Hätte man uns vorher befragt, ob wir es schaffen würden durch die Zeit zu springen, hätten wir es wohl alle abgestritten. Die Möglichkeit das zu schaffen, wäre uns erschreckend gering, wenn nicht sogar unmöglich erschienen." Die Menge murmelte zustimmend und einige nickten. Innerlich entspannte sich Ruiq langsam. Seine Rede traf nicht auf taube Ohren. "Trotzdem haben wir es geschafft, wenn auch nicht freiwillig."

Wieder nickten einige beifällig, doch noch immer nicht alle. "Doch nun wissen wir, daß es möglich ist, wir wissen, wo wir uns befinden und es ist nur eine Frage der Zeit, bis wir den Weg zurück antreten." Nun schienen doch einige widersprechen zu wollen, da sie glaubten hingehalten zu werden, doch Ruiq ließ sie erst gar nicht zu Wort kommen. "Eine Frage der Zeit deshalb, weil wir sicher gehen wollen, daß der Weg auch wirklich sicher ist und niemand dabei zu Schaden kommen soll. Wofür wir uns einsetzen ist die Sicherheit aller.

Das noch niemand außer ein paar wenigen mit dieser Situation vertraut gemacht wurde, lag nur daran, daß Panik zum größten Teil vermieden werden sollte. Es ist so schon schwer genug für uns alle. Auch für uns Eingeweihten auf deren Schultern die Verantwortung für das Leben aller schwer lastet.

Aber was wir dabei nicht außer acht lassen dürfen: Wir können nur erfolgreich sein, wenn wir alle gemeinsam - und damit meine ich die gesamte Besatzung vom einfachen Techniker bis hin zum Captain - als Team zusammen arbeiten und jeder seine Arbeit wie gewohnt verrichtet.

Alles andere...", Ruiq scheute sich es auszusprechen, doch es mußte sein um auch die letzten Zweifler zu bekehren, "wird nicht nur die Zeit nachhaltig verändern und uns eine Rückkehr unmöglich machen, sondern es könnte sogar zu unserer völligen Zerstörung führen."

Zunächst schienen die Aufständischen durch diese schonungslose Offenheit noch mehr provoziert zu sein, aber dann bemerkte Anturios, daß sie ihre Ruhe wiederfanden.

Während er noch ein leises "Gut gemacht, kleiner Freund!" an Ruiq übermittelte, löste sich die Menge wieder auf und verschwand Richtung Arbeit. Slade schaute immer noch beeindruckt auf den kleinen Kalconier und überlegte sich scheinbar wie er Ruiq angemessen belobigen konnte. Ruiq dagegen strahlte und nahm Anturios Tentakel fest in die Hand. Diese besondere Atmosphäre legte sich wieder über sie und beide spürten eine positive Energie, die von ihrer Verbindung ausging.

Dieser magische Moment wurde schliesslich vom Captain unterbrochen, der leicht brummend Ruiq aufforderte, ihn doch noch zu begleiten. Ruiq schaute Anturios etwas wehmütig nach, als der Amarilianer sich dann auch auf den Weg zum Maschinenraum machte, und winkte noch einmal leicht, ohne das Slade oder Kargan es registrierten.

--- Maschinenraum

Anturios begab sich nun zu seiner Station und erreichte nach etwa 3 Minuten den zentralen Maschinenraum. McCluster stand hinter einer Konsole und überprüfte die Ergebnisse seiner Untersuchung. Zweifelsohne hatte er sich viel Mühe gegeben, um die Anerkennung von Anturios wieder zu erlangen. Dennoch wich er den Blicken des Amarilianers verschämt aus und schaute zu Boden.

"Sie haben die richtige Wahl getroffen!", erreichte den Techniker über den mentalen Äther und brachte den Schotten zu einem Nicken. Nachdem auch dies vorläufig geklärt war, aktivierte Anturios seine Konsole und arbeitete weiter an seiner Theorie...

--- Ruiqs Quartier

Zwar hatte der Captain gebeten ihn zu begleiten, doch dann war plötzlich eine Notsituation eingetroffen und Ruiq mußte seelischen Beistand leisten. Seine tröstenden Worte und ein paar medizinische Tricks hatten geholfen den Schockzustand eines Betazoiden zu lösen, den man in einem etwas abgelegenen Gang auf Deck 8 in einer Ecke sitzend gefunden hatte.

Nun schlief der Betazoide in seinem Quartier und Ruiq saß auf seinem eigenen Bett und dachte darüber nach, wie sich sein Einstand auf der Privateer gestaltet hatte. Und für einen Moment dachte er auch an seine Methamorphose. Wieder drängte etwas in ihm sie durchzuführen und etwas anderes warnte ihn eindringlich davor. Noch immer wußte er viel zu wenig von allen Spezies um sich endgültig für eine andere Lebensform zu entscheiden.

Aber der Vorfall vor der Mannschaftsmesse gab ihm doch zu denken. Niemand hatte ihn beachtet, bevor nicht der riesenhafte Captain und sein großer Freund Vorarbeit geleistet hatten. So etwas wollte er einfach nicht mehr erleben.

Dann dachte er wieder an Anturios und fragte sich, ob er seinen Freund dadurch verlieren oder ihr enges, vertrautes Verhältnis gefährden würde. Außerdem plagte ihn sein schlechtes Gewissen, daß er Anturios nichts von seiner Fähigkeit geistige Bilder zu erzeugen und seine Methamorphose erzählt hatte.

'Wenn ich mir nur sicher sein könnte, das Richtige zu machen...', dachte Ruiq, sah auf seine kleinen blaßen Arme, denen fast jede körperliche Arbeit zu schwer war und fühlte sich nicht wohl in seiner Haut. Ihm war, als wäre er sich selbst fremd.

Mitten in seine Überlegungen zirpte sein Communikator.

"Kaligan an Ruiq. Jemand braucht hier seelischen.. und vielleicht auch medizinischen Beistand. Man hat mich deswegen an Sie verwiesen. Hier auf Deck 7 steckt jemand im Turbolift und wie es scheint ist er dabei nicht alleine..."

Im Hintergrund hörte Ruiq angstvolle Schreie und Kampflärm. Eilig sprang er auf und war schon in der Tür, während er atemlos antwortete: "Ich bin schon auf dem Weg. Kaligan versuchen Sie ein paar Leute zu finden, die Ihnen dabei helfen die Tür des Lifts zu öffnen oder den Lift wieder in Bewegung zu bringen. Schnell! Ruiq Ende."

--- Arsenal

Kaum war er in der Hauptwaffenkammer angekommen, hörte er schon ein gereiztes Knurren und nahm einen fauligen Geruch wahr. "Das muß ein Klingone sein!", begrüßte er den hünenhaften Krieger und klopfte ihm
kumpelhaft auf die Schulter. Oder er versuchte es zumindest, denn mit den Reflexen eines Eichhörnchens war seine Klaue um das Handgelenk des Ferengi geschnellt.

Narbo schnaufte empört und freute sich insgeheim über die Reaktion des Klingonen! "Hmm, ich bin mit der vollen Genehmigung und Unterstützung von Silvana hier!", protestierte er und der Klingone öffnete seine Klaue wieder. Narbo spürte, wie das Blut in die Hände zurückkehrte und ein unangenehmes Prickeln hinterließ.

"So, und nun die Waffen!", forderte er die unerklärlicherweise aufrechtgehende primitive Lebensform vor sich auf und ließ eine Sekunde später ein leises "wuff!" vernehmen. Der Klingone schnellte herum und richtete die Ferengi-Disruptoren auf Narbos Brust. Seine Blicke sprachen die tiefe Sprache des Hasses und zeigten die Lust zu töten.

Narbo besann sich auf Silvanas Anweisungen und wußte ganz genau, daß Mr. Nackenmuskel nicht abdrücken konnte! Oder? Ein mulmiges Gefühl begleitete seine folgenden Worte, die er möglichst gleichgültig klingen lassen wollte. Trotz seiner Bemühungen hörte man noch einen Unterton der Furcht, als ein etwas zögerliches "Machs kurz oder laß diesen Mist!" fluchte.

Die Finger des Klingonen krümmten sich um den Abzug und Narbo schwitzte vielleicht seine letzten Schweißperlen, als der Zeigefinger sich komplett zusammenzog.

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