--- Privateer, Bar
Als Narbo zurück in die Bar kam, sah er, daß die Katze aufgestanden war und sich im Kreis bewegte. Panisch starrte sie in alle Richtungen und jeder, der ihr zu nahe kam, erhielt Kratzer von ihren Krallen.
'Das Aufputschmittel ist großartig', freute sich der Ferengi, 'es macht sie sowohl nervös, als auch verängstigt. Und dazu noch diese schrecklichen Halluzinationen!'
Torkelnd rannte Raschkralle in alle Richtungen und wich vor eingebildeten Dämonen wieder zurück. Dazu fauchte sie und schlug wild um sich. Der klingonische Arzt hatte sich schon bereit gemacht, um sie abzufangen, aber das Fellbündel sprang immer wieder weg, wenn einer der Anwesenden sie beinahe hatte.
Narbo hielt sich natürlich dezent zurück und zupfte zufrieden an seiner Jacke. Schließlich versuchte Raschkralle die Tür zu erreichen und hatte sie auch schon fast erreicht, als ein Arm sie an der Schulter festhielt und umwarf. Es war Kargan [- der Klingone]! Vorsichtig drückte er sie an den Boden und bekam Hilfe von zwei Tholianern. Aber Raschkralle wehrte sich immer noch minutenlang, bis sie schließlich am Ende ihrer Kräfte zusammensank. Seufzend wischte sich Kargan über sein blutendes Gesicht...
--- Vor Arrestzelle 1
Als Slade das Padd durchgegangen war, war ihm aufgefallen, daß er noch niemanden als vorläufigen Leiter der technischen Station bestimmt hatte. Vielleicht sollte er sich doch etwas hinlegen, bevor er die Arrestzelle betrat.
Ja, das war eine gute Idee. Wenn es sich bei dem Gefangenen wirklich um einen gesuchten Verbrecher handelte, würde er im wachen Zustand wesentlich besser verhandeln können. Seine Neugier war zwar stark, aber von ihr hatte er sich noch nie ein mögliches Geschäft vermasseln lassen.
Auf dem Weg zu seiner Kabine studierte er das Padd noch einmal. Als er die Tür erreicht hatte, durch die ein durchdringender Blutweingestank drang, hatte er sich entschieden.
Leider hatte die betreffende Person keinen Kommunikator, und deshalb dachte er seine Botschaft 'laut', damit Anturios sie auch hören konnte. Aber er erhielt keine Antwort.
'Wahrscheinlich schläft er schon', dachte sich Slade. Laut sagte er: "Computer. Eine Nachricht für Anturios. Wortlaut: Anturios, du bist vorerst Leiter der technischen Station. Enttäusch mich nicht. Ich hätte von dir gerne in 72 Stunden eine Liste der Leute, die du mitnehmen möchtest. Eine komplette Kandidatenliste liegt dieser Nachricht bei. Slade Ende."
Dann öffnete er die Tür seiner Kabine.
--- Slades Kabine
Der Geruch störte Slade kaum, er würde sich später eine echte Wasserdusche genehmigen.
Eigentlich müßte jetzt irgend jemand seine Kabine säubern können - Leute genug hatten sie nun schließlich an Bord.
Als er in sein Bett fiel, war sein letzter Gedanke, daß der replizierte Blutwein sehr ätzend gewesen sein mußte, weil sich ein Teil des Bodenbelags aufgelöst hatte.
Aber darum würde er sich später kümmern.
Viel spääÄÄÄÄÄÄÄÄÄter...
--- Krankenstation
Nachdenklich nahm Silvana auf dem Bio-Bett Platz. Einen Fuß stellte sie dabei auf das Bett und lehnte ihr Kinn auf ihr Knie. Verwundert stellte sie fest, daß die Station das erste Mal seit ihren vielen Besuchen aufgeräumt aussah. Dr. Kargan schien bereits gute Arbeit geleistet zu haben.
Er war noch nicht anwesend, aber sie nahm an, daß er jeden Moment eintreffen mußte. Außerdem hatte sie es nicht so eilig. Zwar war das Training im Holodeck nicht so gut gelaufen, wie sie sich erhofft hatte, aber die Platzwunde und die angeknackste Rippe waren nicht so eilig.
Ihre Gedanken schweiften ab zu zwei grauen Augen und ihr Herz wurde schwer. Wäre ihr Kopf nicht ständig mit Marok beschäftigt gewesen, hätte sie ihren Geist und ihren Körper perfekt vereinen können. Ihr Herz zog sie zu ihm, doch sie wußte auch, daß sie Abstand von ihm gewinnen mußte. Es war alles zu schnell gegangen und sie verlor sich selbst hinter ihren Gefühlen.
Aber Gefühle machten verletzlich. Sie machten schwach. Sie durfte nicht schwach sein. Schwäche war tödlich.
Nachdenklich nahm sie die Liste aus dem Schaft ihres Stiefels und besah sie sich noch einmal genauer. Es war eine Vielzahl der unterschiedlichsten Spezies. Kein Name kam ihr bekannt vor. Sie beschloß einfach der Reihe nach vorzugehen.
"Silvana an T'Lor, Peterson, Rogdan, Sohn des Flator, Aisha und Bok: Hier spricht die Chefin der Sicherheit. Bitte sich zum Eignungstest in Holodeck 1 einzufinden und zwar in genau einer Stunde. Silvana Ende." Kaum hatte sie ihre Mitteilung beendet, als Dr. Kargan auf der Krankenstation eintraf. Aber seine Aufmachung fand sie doch als etwas irritierend. Sie hatte noch nie einen Klingonen mit einem Pelzkragen gesehen. Noch dazu war sein Gesicht fürchterlich zerkratzt.
Es dauerte eine Weile bis Silvana feststellte, daß es sich bei dem sehr zerzaust aussehenden Pelzkragen um etwas Lebendes, Atmendes handelte.
"Plüschohr", flüsterte sie verwundert und mehr zu sich selbst.
Als Kargan seine hartnäckigste und wohl dickköpfigste Patientin an Bord erblickte, die ihn bereits erwartet zu haben schien, war er nicht im mindesten erstaunt darüber. Er warf seine geschulterte Last fast sanft auf das zweite Bio-Bett und wandte sich Silvana zu.
"Nur Platzwunde oder auch Rippen?", fragte er mit einem undefinierbaren Gesichtsausdruck und suchte sofort nach etwas zum Desinfizieren.
"Auch Rippen. Aber nur eine", fügte Silvana entschuldigend hinzu. Sie fühlte sich ertappt. Wahrscheinlich weil ihre Gedanken wieder mal zu Marok abgeglitten waren. Deshalb stahl sie dem Doc auch seine kostbare Zeit, wo er ohnehin auch ohne sie genug zu tun hatte.
"Ich gebe einen aus", ermunterte sie der Klingone, während er sie beide verarztete. Silvana grinste.
"Holodecks sind auch nicht mehr das was sie einmal waren", sagte Kargan, während er den letzten Striemen in seinem Gesicht desinfizierte. "Gut zu wissen, daß man sich hier nicht nur vor Liften, sondern auch vor Holodecks in Acht nehmen muß."
Kargan erreichte was er vorgehabt hatte. Die Situation entspannte sich. Silvana lachte leise und er hatte ihre volle Aufmerksamkeit.
"Man sollte sich nur vor den Leuten in Acht nehmen, welche die Sicherheitsprotokolle in selbstzerstörerischer Weise deaktivieren. Aber so macht es halt viel mehr Spaß, Doc. Wer will schon mit etwas spielen, das man nur gewinnen kann?" Etwas ernster fügte sie hinzu, "Was ist denn mit der passiert?", und deutete auf Plüschohr, deren Ohren und Schwanz unkontrolliert zuckten und die selbst betäubt noch fauchte und knurrte.
"Gute Frage", antwortete Kargan. "Ich war dabei, als ihr Anfall begonnen hat. Sie ist total ausgerastet. Ich hoffe nur, ihr passiert das nicht öfter. Vor allem an der Steuerkonsole könnte das ein wenig... unpassend sein."
"Ach, was du nicht sagst. Und was hat so ein Verhalten für Ursachen?" Silvana schien nur mäßig interessiert zu sein.
Kargan kontrollierte Raschkralles Werte, während er antwortete. "Dafür gibt es etwa tausend Gründe. Angeborene Epilepsie, Erbkrankheit, kosmische Strahlung, eine Allergie. Schon ein bestimmter Geruch oder ein einzelnes Wort kann so eine Reaktion auslösen.
Hmm...
Die Blutwerte sind für ihre Rasse sehr untypisch. Eine gewisse Abweichung hätte ich ja erwartet, aber nicht in diesem Ausmaß. Eigentlich deutet alles auf eine Vergiftung hin.
Seltsam, eigentlich hat sie sich durchaus artgerecht ernährt, meines Wissens hat sie in der Bar nur frisch replizierte Milch zu sich genommen. Aber das ist nicht mein Problem, dafür ist die Sicherheit zuständig. Ich muß sie jetzt erst einmal wieder auf die Beine bringen."
Kargan rief sich das Protokoll der Sternenflotte ins Gedächtnis zurück. Er war zwar nicht mehr bei diesem Verein, die Vorschriften hatten sich jedoch bei ihm eingebrannt. Deshalb bremste er Silva, die sich schon vom Bett schwingen wollte, indem er ein wenig lauter wurde.
"STOP! Die Rippe braucht noch ein paar Minuten. Außerdem muß der Dienstweg eingehalten werden. Kargan an Brücke. Slade, unsere Pilotin wurde möglicherweise vergiftet. Die Sicherheitschefin erwartet entsprechende Befehle."
Aber statt der tiefdunklen, gefühlsbetonten Stimme des Captains, die Kargan erwartet hatte, kam eine eher kühle Antwort: "Hier spricht Si'Ta, zur Zeit Vertreter des Captains. Kargan, bitte identifizieren Sie sich!"
"Dr. Kargan, Sohn des Gorkan, zur Zeit Leiter der medizinischen Abteilung sprach."
"Danke, Dr. Kargan. Bitte senden Sie mir umgehend Ihre Untersuchungsergebnisse. Möglicherweise werden diese Ergebnisse vor Gericht verwendet werden müssen. Si'Ta Ende.
Brücke an Sicherheit. Bitte setzen Sie sich mit Dr. Kargan in Verbindung und übernehmen Sie die Untersuchung im vorliegenden Fall. Dr. Kargan gibt Ihnen nähere Informationen. Brücke Ende."
"Was ist denn das für ein steifer Molch auf der Brücke?", fragte Silvana verwundert. "Slade wird doch nicht etwa klammheimlich sein Bettchen aufgesucht haben..." Grinsend griff sie nach ihrem Kommunikator. Insgeheim fragte sie sich ohnehin, wie Slade es eigentlich schaffte in einem herkömmlichen Bett Platz zu finden.
"Silvana an Si'Ta. Die Sicherheit hat bereits Kontakt mit Dr. Kargan aufgenommen. Ich bin an der Sache dran und melde mich, wenn konkrete Ergebnisse vorliegen. Silvana Ende." An Kargan gewandt setzte sie fort: "Aus unseren Doktorspielen wird wohl wieder nichts, Doktorchen." Silvana lachte, als sie das verdutzte Gesicht des Klingonen sah, der gerade den Computer anwies das Blut noch genauer zu analysieren.
Gerade noch rechtzeitig besann Silvana sich wieder auf ihre eigentliche Aufgabe. Wenn sie ohnehin noch auf ihre Rippe warten mußte, dann konnte sie gleich hier mit den Nachforschungen beginnen. "Wann hat Plüschohr..., ich meine Raschkralle, denn begonnen verrückt zu spielen?"
"Soweit ich mitbekommen habe, kam sie völlig ruhig, fast schon übermüdet in der Bar an. Dann sah ich sie eine Schale Milch trinken. Sie schien allein zu sein, aber ich habe nicht die ganze Zeit auf sie geachtet und wurde erst wieder auf sie aufmerksam, als sie schon verrückt gespielt hat. - Ich traf einmal eine Sivaonaerin, die ähnlich reagierte. Aber sie war allergisch auf klingonische Opern." Kargans verbiß sich ein Grinsen. In dieser Zeit war ihm sein Hobby noch mehr ans Herz gewachsen.
"Interessant...", murmelte Silvana und versuchte sich einen Reim aus den ihr vorliegenden Fakten zu machen. Jemand an Bord hatte also etwas gegen Raschkralle. Ziemlich viel sogar, wie sie mit einem Seitenblick auf das rebellierende Fellbündel feststellte. Selbst für ihre Begriffe war Raschkralles Benehmen etwas merkwürdiger als sonst. Da sie aber ständig an Bord herumgeisterte und nicht die Liebenswürdigkeit in Person war, gab es sehr viele Verdächtige. Sogar neue Leute.
"Es handelt sich bei der Probe um sivaoanisches Blut der Blutgruppe XO mit leicht erhöhtem Valioantenwert. Weiter konnten leichte Spuren von physiolaktischen Algortimentteilchen festgestellt werden. Sonstige Werte normal", tönte der Computer und schreckte Silvana aus ihren Gedanken hoch.
"Physo.. Algo.. was?", fragte Silvana zurück.
"Es handelt sich dabei um nichts anderes als eine Droge, die man auch als Aufputschmittel bezeichnen könnte", tönte Jean-Luc altklug aus ihrem Kommunikator und schien ein "Sir", ziemlich süffisant nachzudonnern. Anscheinend war die Programmierung des Androiden sogar so seltsam, daß er alle Computeraktivitäten abhorchte und sich nach Lust und Laune in die Kommunikation einschalten konnte. Silvana nahm sich vor einmal mit Slade darüber zu sprechen und bis dahin Vorsicht walten zu lassen.
"Ich kenne eine Spezies, die sich an Bord sehr gut mit Drogen jeder Art auskennt... Ich denke, ich werde ihr mal einen kleinen Besuch abstatten..." Schon glitten ihre Beine vom Bio-Bett. "Verdammt..." Silvana fiel plötzlich ein, daß sie in 20 Minuten mit den ersten Bewerbern für die Sicherheitsabteilung trainieren würde. Wenn sie jetzt schon die Pferde scheu machte, dann würde jemand sich sehr schnell eine sehr gute Ausrede einfallen lassen.
Hastig betätigte sie ihren Kommunikator "Silvana an..." und verlas die nächsten 10 Namen der Bewerber, welchen sie den Sachverhalt der Untersuchung schilderte und sie anwies ihr Können unter Beweis zu stellen. Silvana beauftragte sie, mit ihren Nachforschungen auf Deck 6 in der Bar von Narbo zu beginnen und zwar umgehend, um den Spuren nachzugehen, solange sie noch frisch waren.
Es reizte sie zwar selbst bei der Untersuchung anwesend zu sein, aber der Gedanke an Narbos Gesicht erheiterte sie auch so.
"Bevor ich es vergesse...", sagte Silvana, während sie schon wieder im Begriff war, die Krankenstation zu verlassen um sich vor dem Training noch neue Kleidung zu replizieren. "Ich werde jetzt beginnen alle Anwärter auf einen Posten in der Sicherheit auf Herz und Nieren zu prüfen. Falls du also nicht gerade 65 Krankenpfleger auf der Hand hast, solltest du schon beginnen die Schichten zu definieren. Ich habe nämlich nur vor die Besten der Besten zu nehmen."
Ihr Lachen hallte noch in Kargans Kopf nach, als sie schon längst die Krankenstation verlassen hatte.
--- vor Narbos Bar
Während sie auf dem Weg zu Holodeck 1 war, konnte Silvana es sich nicht verkneifen einen kurzen Blick in die Bar zu werfen. Um die Theke gab es einen ziemlichen Auflauf, gerade so als würde Narbo freies Ale für alle ausschenken. Als ein Vulkanier einen Schritt zur Seite wich, um auf einen Gast an der Bar zuzusteuern, sah sie einen ziemlich wütenden Ferengi, der von dieser Art nicht konsumierender Gäste alles andere als begeistert war. Sein Gesicht wies statt einem leicht gelblichen einen ziemlich roten Farbton auf.
Die Wortfetzen, die sie von ihm aufschnappen konnte und die scheinbar Antworten auf unerwünschte Fragen waren, hätten auch ihrem Wortschatz an Flüchen alle Ehre gemacht. Es ging nichts über kooperative Verdächtige. Zufrieden setzte sie ihren Weg in Richtung Holodeck 1 fort.
--- Krankenstation
Kargan verdrehte die Augen. Er zweifelte nicht im Mindesten daran, daß die Krankenstation in den nächsten Stunden überfüllt werden würde. Er hoffte, daß Silva es gnädig machte. Aber auch für massenweise Hautabschürfungen würde er Verstärkung brauchen. Zerteilen konnte er sich schließlich nicht. Und warten lassen wollte er seine Patienten auch nicht.
Die Liste, die Slade ihm gegeben hatte, war jedenfalls nicht sehr vielversprechend.
Einige wenige schienen etwas bessere Anlagen zu haben, und die wollte er eigentlich
als erstes testen. Aber nach Silvas Ankündigung beschloß er, daß
er bei jeder Schicht mindestens eine Person beschäftigte, der er mögliche
schwere Fälle anvertrauen konnte. Silva traute er in dieser Hinsicht einiges
zu.
Zuerst filterte er all diejenigen heraus, denen er so etwas zutrauen konnte.
Vier. Eine magere Ausbeute. Als da waren :
Edwina Entenburg, 42, eine Frau von der Erde. 17 Semester Medizin mit anschließenden Studienabbruch und Anstellungen als Krankenschwester auf diversen Schiffen. Resolute Person, redete den Ärzten schon mal in ihre Arbeit hinein, was bisher allerdings immer zum Vorteil der Patienten geschah.
Quentin Ballard, ebenfalls ein Mensch, 55 Jahre, hatte sich seit 35 Jahren als Gehilfe in verschiedenen Krankenstationen herumgetrieben. Als er in Ermangelung eines Arztes eine dringende Operation allein durchführte, wurde er sofort entlassen und bekam keine weitere Anstellung. Daß sein 'Opfer' nur durch sein Eingreifen gerettet wurde, war der einzige Grund, daß er vor Gericht mit einer Bewährungsstrafe davongekommen war.
Tal'Brenor, 31, ein bajoranischer Gärtner, der unter cardassianischer Terrorherrschaft viele Verletzte behandelt hatte, ohne daß er auch nur die geringste medizinische Ausbildung hatte. Die Verletzten schworen, daß dieser Mann eindeutig seinen Beruf verfehlt hatte und heilende Hände besaß.
Und nicht zuletzt war da Albana Tej'sjanek, eine 22-jährige unvereinigte Trill, der alle Leute eine grandiose Zukunft in der Medizin zusprachen, die aber noch keinerlei höhere Schulabschlüsse oder ähnliche Erfolge vorweisen konnte.
Kargan beschloß, mit dem Gärtner zu beginnen.
Die Schichten sollten zunächst, da es sich um Testschichten handelte, jeweils drei Stunden dauern, damit wäre er in zwölf Stunden mit seinen Tests fertig. Und er konnte morgen Slade seinen Bericht vorlegen.
Nun mußte er nur noch die restlichen vierzig Kandidaten in vier Schichten einteilen. Dies erledigte er per Zufallsprinzip.
Anschließend beorderte er die ersten zehn hoffnungsvollen Krankenpfleger plus Tal'Brenor in die Krankenstation. Er nahm an, daß mit Beginn der Tagschicht um 0800 langsam die ersten Verletzten aus Silvas Truppe eintrudeln würden, während weitere Verrückte aus allen Abteilungen ihre Kräfte weiter überschätzen würden. Deshalb legte er den Beginn der ersten Schicht mit 0730 fest.
Bis dahin stellte er eine Bewertungsskala auf, nach der er seine künftigen Assistenten bewerten würde. Und er würde sich ganz sicher nicht auf irgendwelche Reputationen verlassen. Auf seiner Station zählte nur eines: Leistung. Und wer die nicht zu bringen im Stande war, konnte gleich wieder gehen.
Ein Gedanke zuckte durch Kargans Kopf. Er mußte an Silvas Probanden denken. Zuerst wurden sie von ihrer zukünftigen Chefin durch den Wolf gedreht und anschließend noch als Versuchskaninchen für seine Möchtegern-Krankenpfleger hinhalten.
Beinahe hätte er mit seinem folgenden knurrenden Lachen die nebenan liegenden Verletzten geweckt.
--- Anturios Quartier
Als Anturios aus seiner Ruheperiode erwachte, erklang automatisch eine Nachricht: "Anturios, du bist vorerst Leiter der technischen Station. Enttäusch mich nicht. Ich hätte von dir gerne in 72 Stunden eine Liste der Leute, die du mitnehmen möchtest. Eine komplette Personenliste liegt dieser Nachricht bei. Slade Ende."
Noch immer nicht ganz konzentriert, ließ Anturios die Nachricht noch mal abspielen und erfragte dann vom Computer den Zeitpunkt der Aufnahme. Laut der Auskunft, die der Rechner gab, lag die Speicherung rund drei Stunden zurück. Es blieben ihm also noch 69 Stunden.
'Das müßte eigentlich genügend Zeit sein', überlegte er und bat den Computer die angefügte Datei auf einem Terminal zu öffnen. Die Liste enthielt etwa 70 Einträge, in denen die Personen nach Name, Rasse und Qualifikation vorgestellt wurden.
Der Amarilianer grübelte lange über ein möglichst faires Auswahlverfahren, denn er wollte niemanden durch die gestellte Aufgabe einen Vorteil verschaffen. Plötzlich kam ihm eine Idee!
Rasch tippte er eine Befehlsfolge ein und schon erschienen die Daten der beschädigten Subsysteme. Der Computer listete folgende Schäden auf: 87 beschädigte Replikatoren; 38 geplatzte Plasmaleitungen; 3 gerissene EPS-Leitungen; 63 kaputte Datenknoten, die sekundären Kommandoprozessoren und der immer noch nicht befriedigend laufende Antrieb etc.
Anturios entschied sich, allen Bewerbern zuerst entweder einen Replikator, einen Datenknoten oder eine Plasmaleitung als Auftrag zu geben. Diejenigen, welche die vorgegebene Aufgabe am besten und schnellsten erledigten, würden in die engere Auswahl kommen, wo schließlich eine schwierige Aufgabe gestellt würde, deren Reparatur er selbst überwachen würde.
Obwohl es Anturios sonst sehr leicht viel, gelang es ihm diesmal nur schwer zu einigen Bewerbern Kontakt zu bekommen. Bei manchen spürte er Schmerz und abgestumpfte Gefühle - der Krieg war grausam gewesen!
Deshalb nahmen einige Kandidaten nur widerwillig Kontakt auf. Schließlich erreichte Anturios aber doch alle und erklärte ihnen freundlich ihre Aufgabe und den Zielort.
Erschöpft von so viel Kommunikation, verließ er sein Quartier und ging Richtung Hauptdeflektor, um sich selbst nützlich zu machen....
--- inzwischen, Gänge
Durch den Anraunzer liebte Marok Silvana noch mehr. 'Sie weiß wie man einem Zaldianer richtig begegnet', dachte Marok und freute sich. Er war gerade auf dem Weg zu seinem Quartier, wo er seinen modifizierten Tricorder holte, den er damals als Bewegungsmelder benutzt hatte. Danach ging er wieder in den Maschinenraum.
--- Maschinenraum
Marok ging zu Raven.
"Ich soll eine Parasitenart jagen, die hier auf dem Schiff ist. Kannst du mir helfen, diese auf dem Schiff zu lokalisieren?"
"Kannst du mir beschreiben, wie sie aussehen, Größe, etc.?", fragte Raven, während er sich am Pult mit den Schiffsensoren zu schaffen machte.
Marok erzählte ihm die ganze Geschichte. Wie Silvana und er angegriffen worden waren und wie sie schließlich die beiden Spinnenwesen besiegt hatten.
"Es sollte nicht schwierig sein, die Exemplare an Bord ausfindig zu machen", sagte Raven. Danach gab er mit den Händen ein paar Befehle ein. Ein Querschnitt der Privateer erschien. Es blinkten viele, viele sich bewegende Punkte auf dem Schiff.
"Gut, schließen wir alle Wirbeltiere und Wesen mit Herz und Lunge aus." Ravens Hände tippten auf ein paar Tasten.
"Wirbeltiere?"
"Menschen, Vulkanier und wahrscheinlich auch Zaldianer, sowie die meisten humanoiden Spezies haben insgesamt 36 Rückenwirbel. Giraffen von der Erde übrigens auch."
Raven führte den Befehl aus.
Die Anzeige veränderte sich. Es waren jetzt deutlich weniger Punkte.
"Ich grenze den Scan jetzt noch auf Lebewesen ein, die Chitin in ihrem Körper haben."
Es waren nur noch Punkte zu sehen, die sich in den Jeffriesröhren und abgelegenen Teilen des Schiffes befanden.
Raven zog ein wenig die Augenbrauen zusammen. Wenn Marok es nicht besser gewußt hätte, dann hätte er das für eine Gefühlsregung gehalten.
"Die Scanner melden eine Unregelmäßigkeit. Dort bei der Plasmaleitung zu den Warpgondeln." Raven zeigte auf die entsprechende Stelle. Er vergrößerte dort die Anzeige.
"Computer ... Befinden sich im angezeigten Bereich Lebensformen, die den genannten Spezifikationen entsprechen?"
"Unbekannt."
"Grund?"
"Die Sensoren erkennen dort geringe Prozentwerte von Chitin, aber die Strahlung der Plasmaleitung läßt genauere Werte nicht zu", gab der Computer Auskunft.
"Die Plasmaleitungen sind nicht in allen Bereichen mit strahlungsdämmendem Material abgeschirmt", erklärte Raven, "das soll Reparaturen erleichtern. Die Strahlung ist nicht tödlich, aber sie kann starke Zellschäden hervorrufen."
Marok nickte.
"Computer ... Scanne nach Bewegungen, die nicht durch Gase hervorgerufen werden. Sind Bewegungen zu erkennen?"
"Positiv."
Marok horchte auf. Jetzt wurde es spannend.
Raven überlegte kurz, dann fragte er: "Wenn man zugrunde legt, daß die Bewegungen von Lebensformen stammen und das erkannte Chitin ein Bestandteil dieser Lebensformen ist, ist es dann möglich diese im Display zu kennzeichnen?"
"Positiv."
"Ausführen", sagte Raven.
Vier Punkte entstanden; alle bewegten sich. Ein Punkt hielt an und verschwand. Ein anderer tauchte auf und so weiter.
"Gib mir deinen Tricorder", wies Raven Marok an.
Marok tat wie ihm geheißen.
Während Ravens Finger wild auf den Tricorder-Tasten herumsprangen, sagte er: "Ich programmiere zusätzlich zu deinem Bewegungsmelder eine Verknüpfung mit diesem Display bzw. den internen Sensoren."
Raven gab Marok den Tricorder zurück. "Wenn du auf diesen Button drückst, wechselt das Display." Raven demonstrierte das. "Du solltest jetzt in der Lage sein, jedes Wesen zu finden und zu töten."
[Möge die Macht mit dir sein. :-)]
Marok tippte auf seinen Kommunikator. "Marok an Silvana ... Ich mache mich jetzt auf den Weg um die Wesen unschädlich zu machen. Soll ich noch jemanden mitnehmen?" 'Alleine wird es aber viel lustiger', dachte er.
--- Narbos Bar
Langsam aber sicher verlor Narbo die Ruhe. Dutzende von wilden Rowdys durchwühlten seine Bar und stellten dumme Fragen zu Raschkralles Unfall. Natürlich war ihm bewußt, daß die Liste der Verdächtigen lang war, aber die Nähe des Tatortes brachte ihn in den Brennpunkt der Ermittlungen. Trotzdem bemühte er sich ruhig zu bleiben, schließlich wollte er ihnen keine Hinweise geben.
Während ein besonders überheblicher Vulkanier ihn mit hochgezogener Augenbraue auf seine Rechte hinwies, wühlte ein Trill hinter der Theke und zerstörte damit Narbos Ordnung. Und das Schlimmste war: Die Gäste gingen! Und mit ihnen der Profit! Als auch noch ein stämmiger Bajoraner seinen Lagerraum betreten wollte, reichte es dem Ferengi endgültig!
Mit einer schnellen Bewegung holte er zwei Disruptoren unter seiner Theke hervor und richtete sie auf die Möchtegern-Polizisten. Während der Vulkanier gewohnt ruhig blieb, starrte der Trill mit großen Augen hoch. Schließlich hatte er die Waffen, bei der Untersuchung übersehen und erntete schon die ersten bösen Blicke von seinen Kollegen.
'Zum Glück wissen die Idioten nichts von meiner kleinen genetischen Schwäche!', überlegte Narbo. Obwohl kein Zweifel daran bestand, daß selbst er auf zwei Meter Entfernung ein Dutzend naiver Idioten nicht verfehlen konnte.
"So und jetzt bewegt sich euer bajoranischer Kumpel ganz langsam zurück, oder er bewegt sich nie wieder!", drohte Narbo und zielte demonstrativ in dessen Richtung.
"Keiner durchsucht meine Lagerkammer bevor der Sicherheitschef und der Captain mir den Befehl bestätigen! Ist das klar?", fügte er grimmig hinzu. Der Vulkanier löste sich aus der Menge und erwiderte nur ein "Akzeptiert!", während Narbo die Disruptoren wieder senkte und dem Vulkanier übergab. Jetzt, wo Narbo alles klargestellt hatte, gab es keinen Grund mehr für eine Drohung. 'Und zur Not habe ich ja noch das Messer!', grinste er und spürte des kalte Metall an seiner Wade.
Der Vulkanier verstaute die Waffen ordnungsgemäß und deaktivierte vorher ihre Energiezellen. Anschließend betätigte er seinen Kommunikator und sagte sehr beherrscht: "Voltak an Silvana. Bei den Untersuchungen im Fall 'Plüschohr' gibt es einige Probleme. Ich denke, Ihre Präsenz ist erforderlich. Voltak Ende."
Verblüfft schaute Narbo den Vulkanier an. "Plüschohr....." Ein Spitzohr mit Humor hatte ihm gerade noch gefehlt!
--- inzwischen, Holodeck 1
"Bei deinen Reflexen solltest du dir lieber einen ruhigen Posten in der Sternenflotte suchen", spottete Silvana und stellte dem Ferengi den Fuß auf die Brust. "Du bist draußen. Laß dich auf der Krankenstation verarzten und dann kannst du eine Rückpassage nach Drema buchen."
Sie nahm ihren Fuß wieder von Bok, drehte ihm den Rücken zu und ging auf die anderen zu. Gleich darauf rollte sie auf dem Boden ab, wirbelte herum und glänzendes Metall sauste durch die Luft. Der Ärmel des Ferengi wurde mit einem Wurfmesser an die Wand genagelt, dabei entfiel das Messer seinen Händen.
"Falls du nochmal auf so eine Idee kommst, kannst du das mit der Rückpassage
streichen", sagte sie trocken und wandte sich an die anderen. "Aisha,
T'Lor, ihr beide könnt Bok auf die Krankenstation begleiten und eure Verletzungen
behandeln lassen. Ich hoffe, ihr schafft es alleine Peterson mitzunehmen. Rodgan,
du..." In diesem
Augenblick unterbrach Maroks Durchsage ihre Befehle. Seine sanfte dunkle Stimme
brachte ihr Herz zum hüpfen, doch äußerlich blieb sie ruhig.
Sie wartete bis er wieder verstummte.
Nachdem sie ihn damit beauftragt hatte nach möglichen Nestern dieser Biester Ausschau zu halten, war Silvana so verärgert gewesen, daß sie nicht daran gedacht hatte, ob Marok sich vielleicht allein in Gefahr begab. Ein schlechtes Gewissen machte sich in ihr breit und sie versuchte es wieder gutzumachen, ohne allzu nachgiebig zu sein oder gar besorgt zu klingen.
"Silvana an Marok. Ich habe noch jede Menge Leute, die ich auf ihre Eignung testen muß. Es wäre gut, wenn du dich gleich einer kleinen Gruppe von ihnen annehmen würdest. Ich teile dir folgende Leute zu.." Dann nannte sie ihm die nächsten fünf Kandidaten auf der Liste, während sie mit einer Handbewegung den anderen außer dem Klingonen gebot zu verschwinden.. Die nächsten Namen klangen ebenso wenig vielversprechend wie die der anderen. "Wenn ihr mit der Aktion fertig seid, dann erstattest du mir Bericht. Silvana Ende."
Rogdan sah sie interessiert und steif wie alle Klingonen an. Er hatte als einziger der fünf ihren kleinen Test bestanden. Sie hoffte, daß noch einige seiner Art unter den restlichen 60 Leuten waren, sonst würde ihre Liste ziemlich kurz ausfallen. Rogdan beherrschte seine Waffen und seine Reflexe waren sehr gut. Silvana war zufrieden mit ihm.
"Rogdan, du...", begann sie erneut zu sprechen, als sie erneut durch ihren Kommunikator unterbrochen wurde. Diesmal war es der Vulkanier Voltak, der sie störte und ihr mitteilte, daß sie sich doch wieder um alles selbst kümmern sollte. Aber immerhin hatte sie wahrscheinlich inzwischen erreicht, was sie wollte. Narbo würde kooperativ sein, bevor sie ihre nächsten 20 Leute mit den Untersuchungen in seiner Bar betraute.
"Silvana an Narbo. Ich habe gerade drei Leute leicht und einen schwer verletzt. Selbstverständlich komme ich gerne in die Bar um dich persönlich zu Plüschohrs Gemütsregung auszufragen. Jetzt wo ich mich aufgewärmt habe... Silvana Ende." Silvana erhob sich federnd vom Boden. "Rodgan, du kommst mit mir. Ich hoffe, du magst Ferengi so für zwischendurch."
Der Klingone bleckte bejahend die Zähne.
--- Bar
Beim Eintreten in die Bar lagen die Blicke der wenigen Gäste, die Narbo noch geblieben waren, auf ihr und dem Klingonen. Alles schien gespannt die Luft anzuhalten. Man hätte eine Stecknadel fallen hören können, wenn der Teppich nicht so dick gewesen wäre. Anscheinend warteten alle auf etwas Besonderes. Einen Knall. Oder...
Silvana baute sich vor der Theke auf und ließ ihre langen Krallen quietschend über die Theke gleiten. Das Geräusch war äußerst unangenehm. Für die großen Ohren eines Ferengi sicher noch mehr. Dann visierte sie Narbo an und ihre Pupillen wurden dabei schmal.
"Einen Gioquin ohne Eis und ein paar Erklärungen", forderte sie ihn kalt lächelnd auf.
Grimmig hatte Narbo die Ankunft von Silvana bemerkt. Neben ihr lief ein Klingone, der ebenso autoritär auftrat, wie die Sicherheitschefin selbst. Als sie ihre Bestellung in diesem kalten, coolen Ton aufgab, war der Ferengi kurz davor, einen Spruch zu bringen.
Aber ihm fielen mindestens 30 Gründe ein, die gegen ein "Are you John Wayne, is this me?" sprachen. Wahrscheinlich hätte diese Amazone ihn, bevor er auch nur an sein Messer denken konnte, totgeprügelt. Und der Klingone machte auch nicht den freundlichsten Eindruck.
Narbo nickte deshalb nur leicht und holte den Drink, während der Klingone weiterhin nichts sagte, was wahrscheinlich auch besser war. Die meisten Klingonen stellten sich als Idioten heraus, wobei ihr Schiffsarzt eine Ausnahme zu sein schien.
Einen Moment stellte sich Narbo vor, in einer verlausten Spielerbar vor 500 Jahren zu sein. Und so zog er sich seinen imaginären Hut tief in die Augen, während er wieder zurückkam. Silvana guckte angesichts dieser Geste etwas verwirrt; dem Klingonen dagegen konnte man weiterhin beim Denken zuschauen. Für einen Moment konnte man deutlich dessen Gedanken hören: "Klick-Klack. Töten, Blutwein, Sex. Klick-Klack. Töten,...."
Narbo riß sich aus dieser Halluzination und antwortete endlich der ungeduldig wirkenden Terranerin: "Das Fellbündel hatte die Abreibung verdient! Als sie mich angegriffen hat, hat niemand irgendwelche Untersuchungen angestellt, also laß mich mit diesem Gestapo-Kram (den Begriff hatte er in seiner musikalischen Datenbank aufgeschnappt) in Ruhe, oder bewirb dich gleich beim Tal Shiar!" Eine kleine, versöhnliche Pause folgte und der Ferengi sprach, jetzt in einem freundlicheren Ton, weiter: "Und seien wir mal ehrlich, du kannst diesen stinkenden Flohzirkus doch auch nicht leiden!"
Der Ferengi hatte auf Silvana von Anfang an nicht den klügsten Eindruck gemacht, aber scheinbar war er noch dümmer, als sie gedacht hatte. Er gestand ihr seine Schuld ein und es schien, als fühle er sich nicht nur im Recht, sondern als wäre es die natürlichste Sache auf der Welt. Und dabei benahm er sich so seltsam, daß Silvana dachte 'Ein Zirkus wäre genau das Richtige, aber für dich'.
Silvana hatte keine Ahnung wer dieser Tal Shiar war oder was ein Gestapo-Kram sein sollte, doch das spielte ihr auch keine Rolle. Ihre kleine Vorhut an Quälgeistern hatte seinen Job gut erledigt und Narbo zermürbt. Falls sie ihm hätte damit drohen müssen, ihm auch noch die nächsten dreißig Kandidaten für die Sicherheit vorbeizuschicken, hätte sie jedes Geständnis von ihm bekommen können. Aber es war zu leicht gegangen. Sie war fast ein wenig enttäuscht.
Sie öffnete den Mund um etwas zu sagen, da berührte Rogdans Arm den ihren und sein Blick fiel auf ihre einladende Oberweite. "Klick-Klack. Töten, Blutwein, Sex, Sex, Sex,...." Silvana sah ihren Helfer an, dessen Blick sich scheinbar in ihren Ausschnitt verirrt hatte und nicht mehr hinausfand. So stieß sie ihn ihren Ellbogen mehr als nur unsanft in die Rippen. "..Sex..Kloing... Töten, Blutwein, Sex. Klick-Klack. Töten..." Danach schien wieder alles mit ihm wieder in Ordnung zu sein. Diesmal ließ sie es noch bei einer Verwarnung, daß nächste Mal würde sie ihm dafür den Arm brechen.
"Egal, was ich über Plüschohr denke oder was ich für sie empfinde. Tatsache ist, daß ich als Chef der Sicherheit einem solchen Anschlag auf ein Mitglied des Brückenpersonals nun mal nachgehen muß. - Selbst, wenn ich sie nicht leiden könnte und ihr ihren... Anfall von Herzen vergönnen würde, dann hätte ich mich wohl kaum so blöd angestellt, daß man mich erstens so leicht überführen kann und es zweitens es noch in meiner eigenen Bar zu machen.
Dafür könnte ich dir von Slade glatt deine Lizenz zum Ausschank hier an Bord entziehen lassen, weil man dir einfach nicht mehr über den Weg trauen kann oder aber... und genau das habe ich vor", und Silvana grinste sehr böse und gemein, "ich werde ihm sagen, daß es ein kleines 'Mißgeschick' deinerseits war, das du gerne mit einer höheren Gewinnbeteiligung bei ihm wieder gutmachen möchtest."
Narbo sah aus, als würde er jeden Moment explodieren. Voltak hielt den Moment für günstig ihr auch noch die beiden Disruptoren auszuhändigen, die bei Narbo 'gefunden' wurden. Silvana nahm sie an sich und ihre Augen funkelten zornig.
"Wenn ich dich noch einmal mit solchen Waffen hier an Bord erwische, dann brech ich dir beide Arme und du wirst Dauergast auf der Krankenstation. Wenn ich eines hasse, dann sind es Disruptoren." Sie knurrte, daß selbst der Klingone neben ihr aufhorchte. Der Ferengi und sie maßen sich mit Blicken, die kalt wie Eis und tödlich wie eine messerscharfe Klinge waren.
Narbo schien sehr viel einzufallen, das er ihr noch an den Kopf werfen wollte, doch er zögerte und sie überging sein Zögern einfach.
Dann setzte sie in einem fast liebenswürdigen Ton fort. "Falls Raschkralle dich je angegriffen haben sollte, dann wäre das ein Fall für die Sicherheit gewesen. Da du es aber nicht gemeldet hast, damit ich der Sache nachgehen kann und es auch sonst niemand zu Ohren gekommen ist, dann wirst du dich wahrscheinlich ziemlich blöd angestellt haben und diesen Angriff selbst verschuldet haben. - Ich werde jetzt einen Bericht an Slade schreiben. Du wirst von ihm hören." Dann kippte sie ihren Drink runter und wandte sich dem Ausgang zu.
"Voltak, du siehst zu, daß alle in einer Viertelstunde in Holodeck 1 erscheinen", sagte sie zu dem Vulkanier gewandt, der nur kurz nickte.
'Dr. Kargan, bald kommt wieder Arbeit auf dich zu', ging ihr mit einem Grinsen durch den Kopf. Immerhin hatte er ja schon einen kleinen Vorgeschmack davon bekommen.
Während die Terranerin die Bar verließ, fluchte Narbo heftig: 'Was bildet sie sich überhaupt ein? Selbst den Captain aufschlitzen, aber mir meine kleine Rache verderben. Scheiß Doppelmoral! Slade soll ruhig kommen!'
Dann wandte er sich wieder seiner Bar zu und stellte ein paar Gläser in den Reiniger. Das Geschäft florierte gut, aber es war auch ziemlich anstrengend, alles allein zu machen, deshalb würde er sich nach einem Kellner umsehen, der ihm helfen konnte.
Gedanklich stellte der Ferengi ein Anforderungsprofil auf: Er sollte nicht zu schlau sein, sonst mußte man mehr bezahlen. Er sollte geschickt und schnell sein. Und er sollte gut gebaut sein, dann konnte er im Notfall auch als Rausschmeißer fungieren.
Nachdem er sich alles im Kopf notiert hatte, nahm er sich vor alle Besucher der Bar genau zu beobachten, um jemand passendes zu finden.
--- Quartier Nr. 18
Ruiq war schlagartig wach. Seine innere Uhr schlug unbarmherzig an, trotzdem brauchte er noch etwas Zeit sich zu orientieren. Scheinbar war er auf der Privateer und nach einer durchgemachten Nacht in der Bar schließlich in seinem neuen Quartier gelandet. Das und den Umstand, daß neben seinen Bett ein wohlduftender Tee stand, der ihn herrlich hatte schlafen lassen, schrieb er seinem neuen Freund Anturios zu.
Unwillkürlich wollte er ihn auf seiner technischen Station besuchen und sich bei ihm bedanken, da fiel ihm ein, daß es schon sehr spät war. So setzte er nur eine kurze Botschaft über den Computer ab, daß er sich freuen würde, wenn sie sich auch heute wieder sehen würden und Anturios ihm jederzeit eine telepatische Botschaft zukommen lassen konnte. Hastig hüpfte er danach unter die Dusche, bevor er sein Quartier verließ.
--- Gang
Als Ruiq um die nächste Gangbiegung lief, stieß er fast mit der seltsamen Frau mit den gelben Augen zusammen, die schweigend neben einem Klingonen herging.
Er wollte sich für sein Ungeschick bei ihr entschuldigen und seine Eile erklären, aber beide sahen ihn überhaupt nicht. Fast erleichtert huschte er weiter Richtung Turbolift um möglichst schnell auf Deck 5 zu kommen.
--- vor der Krankenstation
Für einen Moment hielt Ruiq inne und räusperte sich. Trotz seines hohen Alters und seines reffundierten Wissens hatte der Dienstantritt auf einem neuen Schiff für ihn noch immer etwas Aufregendes an sich. Zum Glück brauchte er nicht den Sitz seiner Kleidung zu überprüfen, da er nie welche trug. Tief einatmend betrat er die Station.
--- Krankenstation
Silvas erste 'Opfer' waren bereits eingetroffen. Der holographische Doktor kümmerte sich um die drei leicht verletzten, während Kargan Petersons Bein behandelte. Offene Brüche waren immer sehr unangenehm.
Von seinen Assistenten war noch keiner zu sehen, als sich die Tür der Krankenstation öffnete. Herein kam eine kleine unbekleidete Gestalt, die Kargan schon in der Bar aufgefallen war. Offenbar sollte sie ihm wirklich, wie von Slade angekündigt, in der Krankenstation helfen.
Sofort sah Ruiq, daß die Biobetten hier an Bord ziemlich begehrt waren.
"Ich melde mich zum Dienst, Sir!", schmetterte Ruiq dienstbeflissen und bereute seinen Entscheid sogleich wieder. "Tausend Shitaias und ein Floska", fluchte er und versuchte das Glockenspiel in seinem Kopf wieder unter Kontrolle zu bringen.
'Vielleicht sollte ich ja zuerst mich verarzten', dachte er zähneknirschend, während sein Blick sich mit dem des klingonischen Arztes traf. Schuldbewußt lächelte er zerknirscht.
"Ich denke von dem Brandy hier an Bord werde ich in Zukunft lieber die Finger lassen."
Das Geschlecht war selbst im unbekleideten Zustand nicht zu bestimmen, aber Kargan widerstrebte es, sein Gegenüber als 'es' zu betrachten, deshalb blieb er zunächst in Gedanken beim 'er'.
Der Chefarzt war sich allerdings zur Zeit nicht sicher, auf welche Seite des Biobettes sein erster Assistent gehörte - davor oder darein. Er schien zumindest heftige Kopfschmerzen zu haben.
Aber wenn er unbedingt wollte - Kargan würde auf DIESEM Schiff sicher keine helfende Hand, wenn sie etwas von der Materie verstand, vor die Tür setzen. Deshalb antwortete er: "Willkommen auf der Krankenstation. Ich bin Dr. Kargan, Sohn des Gorkan. Wie ist Ihr Name und was sind Ihre Qualifikationen?"
--- Slades Kabine
Slades Körper bäumte sich auf, als der Computer ihn mit einer irrwitzigen Lautstärke weckte. Gehetzt schaute er sich um - kein roter Alarm, nichts Besonderes, keine Feinde.
Nicht einmal Frühstück.
Slade ließ sich in sein Bett zurücksinken. Er war froh, daß er sich ein extragroßes Captainsbett in seine Kabine hatte stellen lassen. Aus den Standard-Föderationsbetten ragten wahlweise seine Füße oder sein Kopf ein gutes Stück heraus. Aber in diesem Bett konnte er sehr gut schlafen.
Wenn er schlafen konnte!
War er gestern - nein: Heute morgen - wirklich dermaßen übermüdet gewesen, daß er die Wecklautstärke auf Maximum gedreht hatte?
Er beschloß der Sache nachzugehen, weil er schon einen ganz bestimmten Verdacht hatte. Deshalb bellte er in den Raum hinein: "Computer! Warum war der Weckruf so laut?"
Jeans servile Stimme antwortete sehr sanft: "Sir, Sie wollten geweckt werden, um pünktlich auf der Brücke erscheinen zu können. Nachdem Sie nicht auf den Standard-Weckruf reagiert haben, lautete das Standardprotokoll, daß die Wecklautstärke in 30-Sekunden-Abständen langsam gesteigert würde, bis Sie zu verstehen gäben, daß Sie nicht mehr geweckt werden wollen.
Ich habe mir erlaubt, das Standardprotokoll zu umgehen, damit Sie keine wertvolle Zeit auf der Brücke verlieren. Deshalb habe ich die Wecklautstärke gleich auf Maximum geschaltet, eine Maßnahme, die bei der letzten Besatzung immer sehr zur Hebung der Stimmung an Bord beigetragen hat."
Slade konnte sich genau vorstellen, wie das damals gelaufen sein mußte: Na, wen hat es denn heute erwischt? Ach nein, den Captain? *ausschüttvorlachen*
Nun reichte es ihm. Er antwortete: "Jean, das hast du sehr gut gemacht. In Zukunft möchte ich allerdings wieder nach dem Standardprotokoll geweckt werden.
Und um meine Stimmung vollends zu heben, wirst du, sobald deine Anwesenheit auf der Brücke nicht mehr unbedingt notwendig ist, meine Kabine säubern. Und wenn sie anschließend nicht fabriksneu sauber sein sollte, wirst du mein ständiger Kabinenstewart sein. Und ich bade immer mit echtem Wasser! Du darfst mir dann den Rücken schrubben."
Nach einer Pause, die etwas länger als üblich war, antwortete Jean: "Selbstverständlich, Sir. Sobald ich auf der Brücke nicht mehr gebraucht werde, werde ich Ihre Kabine säubern."
Zufrieden beendete Slade die Verbindung und aß sein inzwischen repliziertes Frühstück.
Anschließend begab er sich wieder zur Arrestzelle 1.
--- Arrestzelle 1
Nachdem sich die Tür zischend vor ihm geöffnet hatte, sah Slade sich dem Eindringling gegenüber.
Die riesigen Facettenaugen des Gefangenen starrten ihn an. Seine Beißzangen klappten begierig. Seine vier schaufelartigen Klauen mit den handlangen starken Krallen wirkten tödlich.
Das Wesen war offensichtlich nicht humanoid, eher insektenartig, aber es schien die Möglichkeit zu besitzen, aufrecht zu gehen. Momentan war es allerdings auf der Pritsche in der Arrestzelle zusammengesunken, weil offensichtlich irgendetwas mit einem Hinterbein nicht stimmte.
Slade sah keinerlei Gefühlsregung in den Augen des Wesens. Intelligent schien es jedenfalls nicht zu sein, eher eine perfekte Kampfmaschine wie der klingonische Kal'Parrh oder der irdische Hai.
Slade überlegte, wieviel Profit so ein Wesen bei einem Zoo bringen würde. Gleichzeitig überlegte er, ob es möglich wäre, es zu einer Art Leibwächter zu machen. Aber er bezweifelte, daß es ihm gelang, diese Kreatur zu zähmen.
Nachdenklich schlenderte er zur Brücke.
--- Brücke
Dort angekommen, fragte Slade: "Irgendwelche besonderen Vorkommnisse?"
Si'Ta antwortete sofort: "Ja, Sir. Die Pilotin Raschkralle zu Lorien ist während des Besuches in Narbos Bar laut der Aussage des diensthabenden Arztes vergiftet worden. Die Sicherheitschefin leitet die Ermittlungen."
"Ich übernehme", knurrte Slade, indem er sich in den Captainssessel fallen ließ, den Si'Ta vorsichtshalber beim Erscheinen des Captains geräumt hatte.
"Slade an Krankenstation. Wie geht es Raschkralle?"
Die Stimme des holographischen Doktors antwortete: "Es geht ihr den Umständen entsprechend gut, Sir. Zur Zeit liegt sie im künstlichen Tiefschlaf, und in drei Stunden wird ihr Körper die Substanz verarbeitet haben."
"Gut. Warum meldet sich Dr. Kargan nicht? Schläft der etwa noch?"
"Nein, Sir. Er ist zu Zeit nur mit einem Schwerverletzten beschäftigt."
"Danke. Slade Ende."
Noch ganz in Gedanken fiel ihm etwas ein, daß er den Computer schon lange hatte fragen wollen: "Computer. Alle Informationen betreffend 'Träger des Elp' sammeln und auf Abruf bereitstellen.
Slade an Silva. Guter Fang. Aber wer hat das Hinterbein des Viechs so zugerichtet?
Nächste Frage: Ich höre, Raschkralle ist vergiftet worden. Was machen die Ermittlungen?"
--- Gang
Silvana war froh, als die tiefe Stimme Slades aus dem Kommunikator die Stille und somit auch ihre Gedanken an Marok unterbrach. Sie vermißte den Zaldianer sehr, seine starken Arme und seinen Geruch, war aber zu stolz um ihn einfach auszurufen, seinen dadurch Auftrag zu unterbrechen und sich mit ihm zu treffen.
Ihre Gefühle so offensichtlich kund zu tun, würde sie endgültig
ihren Respekt vor der Mannschaft kosten. Eine Notwendigkeit, deren Fehlen sie
später bitter bereuen würde.
So dachte Silvana kurz nach, bevor sie ihrerseits den Kommunikator betätigte
und Slade antwortete.
"Freut mich, daß man auch wieder mal was von dir zu hören bekommt und nicht nur von deinem vulkanischen Eisblock-Ableger", begrüßte sie ihren Captain um anschließend seine Neugier zu befriedigen. "Das gebrochene Bein geht auf Maroks Konto, aber der hatte auch einen Kampf auf Leben und Tod mit ihm auszutragen. Ist 'ne lange Geschichte."
"Ich könnte sie mir ja mal bei Gelegenheit anhören, wenn mich mein Weg wieder in die Bar führt", entgegnete Slade und sie konnte sein wölfisches Grinsen nur erahnen. Ihm schien jedes Mittel recht zu sein um auf seine Kosten zu kommen.
"Auf das Angebot komme ich gerne zurück." Silvana grinste. "Das mit Raschkralle hat sich auch inzwischen aufgeklärt. Ich wollte dir eigentlich einen Bericht zukommen lassen, aber so geht es natürlich schneller und ich kann mich den nächsten Tests widmen. - Wie es aussieht, hatte Narbo eine alte Rechnung mit Raschkralle zu begleichen, die ihm scheinbar mal übel mitgespielt hat. Das kann ihm natürlich niemand verübeln, aber es in seiner eigenen Bar zu machen, indem er ihrer Milch ein Aufputschmittel beifügt... soviel Dummheit gehört meiner Meinung nach bestraft. Ich denke, du solltest mal mit ihm über deinen Anteil am Gewinn reden."
--- Krankenstation
Ruiq sah Kargan mit großen Augen an und versuchte sich daran zu erinnern was er zu seinen Qualifikationen in der Medizin hervorzubringen wußte. Nur im Moment brummte ihm gewaltig der Kopf. Als er es endlich schaffe, sich zu konzentrieren, legte er sich selbst für einen Moment die Hand auf die Stirn und machte seinen Geist rein von allen Störfaktoren. Danach ging es ihm gleich besser und er konnte dem Klingonen, der ihn etwas verwundert betrachtet hatte, antworten.
"Ich bin Ruiq Chuiy, ein Kalconier, aber Sie können mich Ruiq nennen. Captain Slade teilte mich ein, Ihnen hier zu assistieren. Mein Volk verfügt über eine enorme Kapazität, Wissen in sich aufzunehmen. Wir sehen etwas und lernen es dabei. Ich kenne mich in der Medizin aus und könnte auch Operationen durchführen, aber ich habe nie Medizin studiert, sondern mir dieses Wissen bei meinem letzten Vorgesetzen auf der Majfairy erworben.
Außerdem kenne ich noch einige Naturheilmethoden und verfüge über Praxis in der Kunst des Shitaka, das mir ein Thalanthea gelehrt hat. Shitaka ist die Kraft, Dinge durch Handauflegung zum Besseren zu wenden. So konnte ich auch die Blutung des Captains stoppen, solange wir noch im Shuttle waren."
Für einen Moment zögerte Ruiq mit seinen Ausführungen, als einer der Patienten vor Schmerzen stöhnte. Er legte ihm seine Hand auf und das Stöhnen hörte auf. Ruiq erntete einen dankbaren Blick und ein Lächeln.
"Aber wahrscheinlich langweile ich Sie mit detaillierten Ausführungen meiner bisherigen Kenntnisse. Es gibt noch sehr vieles was ich Ihnen erzählen könnte und so ist es sicher besser, wenn Sie mich genauer zu bestimmten Themengebieten befragen." Ruiq erschien der Blick des Klingonen etwas skeptisch, dadurch beeilte er sich seinen Ausführungen hinzuzufügen. "Ich bin nicht so jung wie ich aussehe, Dr. Kargan. - Ich habe die 60 bereits erreicht."
--- Vor den Jeffriesröhren
Marok traf sich mit 5 Leuten vor der dem Eingang zu den Jeffriesröhren, an die er Schutzanzüge verteilte.
Es waren fünf Menschen oder zumindest humanoide Personen, man konnte das ja nie so genau sagen.
Nachdem Marok seinen Schutzanzug angelegt hatte und auch die anderen fertig waren, ergriff der Zaldianer das Wort: "Wir müssen in diesen Abschnitt." Er zeigte allen Anwesenden die Sektion in der die Wesen auftauchten und verschwanden. "Hier scheint die Konzentration der Wesen deutlich höher zu sein, als in anderen Bereichen des Schiffes. Ziel ist es jedes Wesen zu töten oder unschädlich zu machen. Hat jeder einen Phaser dabei?"
Ein mehrfaches "Ja" ertönte aus dem Lautsprecher von Marok.
"Ok", sagte Marok, "wir werden uns aufteilen." Er deutete auf die linken drei. "Ihr drei nehmt den anderen Weg und ihr beide kommt mit mir." Dann hielt Marok doch noch mal inne ... "Wie heißt ihr?"
Jeder stellte sich vor, Marok versuchte sich die Namen zu merken.
--- Jefriesröhre
Marok ging geduckt durch die Jeffriesröhren. Hier in den Gondeln war nicht an Platz gespart worden. Marok überprüfte noch mal seinen Schutzanzug. Er lag sehr eng am Körper, nur der Helm war klobig. Er hielt den Phaser in der einen Hand und sein kurzes Katana in der anderen.
Jeff und Bill folgten ihm und hielten ihre Phaser bereit.
Er spürte die Hitze. Die Anzeige seines Helms zeigte 45°, Tendenz steigend. Auch die Strahlung stieg, aber sie würde ihm nicht gefährlich werden.
Die Gänge wurden dunkler. Überall lagen Hautablagerungen, so als würden sich diese insektenartigen Tiere häuten. Nachdem er ein paar Meter weiter vorgedrungen war, sah er, um was für Häute es sich handelte: Die Häute von den Beinen. Dort wo die Gelenke der Wesen waren, war die herumliegende Haut nicht so ausgeprägt.
Es wurde dunkler. Die Tiere hatten überall Absonderungen verteilt, damit die Lampen nicht so hell strahlten. Lampen, die zur Beleuchtung jeder Jeffriesröhre in regelmäßigen Abständen angebracht waren, wurden durch komisches gelbes Zeug verklebt. Nach und nach blieb ein schwaches Licht, wie es mitten in der Nacht bei Vollmond gewesen wäre.
'Hätte ich mir bloß eine Lichtverstärker-Brille repliziert', dachte Marok. Auf seiner Welt war es üblich, daß Gebäude, die wegen ihrer Wichtigkeit geschützt werden mußten (kleine Hangars zum Beispiel, weil Jugendliche mitunter doch irgendwo einbrachen, um mit einem Shuttle spazieren zu fahren), auch gut bewacht wurden. Das hieß nicht, daß es so viel Sicherheitspersonal gab, wie auf Raumschiffen, dazu gab es zu wenig Zwischenfälle.
Bis jetzt hatten zwei Wachen für ein Gebäude genügt. Diese waren dann mit Infrarot- und Lichtverstärkerbrillen ausgestattet. So konnten sie zu jeder Tag- und Nachtzeit kämpfen. Manche Jugendliche machten es sich zum Spaß, die Wachen zu testen, meist jedoch nur einmal, da ein kurzer Kampf fast unausweichlich war; und davor hatten die meisten dann doch Respekt.
Während Marok seinen Gedanken nachhing, war er bis zu der Stelle vorgedrungen, die Raven ihm auf dem Display gezeigt hatte. Sein Bewegungsmelder sagte jedoch nichts. Kein näher kommendes Wesen. Doch auf einmal hörte er über sich ein Geräusch. Blitzschnell sprang er nach vorne, drehte sich in der Luft und sah ein Wesen auf die Stelle zuspringen, wo er eben noch gestanden hatte.
Kurz bevor Marok aufschlug schoß er den Phaser ab. Das Wesen vaporisierte.
Jeff hatte ebenfalls eines der Tiere weiter hinten erledigt.
'Zwei weniger', dachte er.
Doch dann brach um ihn die Hölle los. Mit einer affenartigen Geschwindigkeit kamen von mehreren Seiten die Insektenwesen. Marok sprang auf, schoß noch in der Bewegung, aber er verfehlte.
Jeff und Bill schossen und trafen die meisten ihrer Ziele. Sie hatten sich Rücken an Rücken zueinander aufgestellt und feuerten, was das Zeug hielt. Marok war von der Effizienz beeindruckt.
Doch dieser Augenblick der Ablenkung genügte den angreifenden Wesen; ihn traf irgendwas in den Rücken, ein stechender Schmerz und alles wurde schwarz.
--- Krankenstation
Dr. Kargan sah auf, als das Schott zur Krankenstation aufglitt. Zwei Besatzungsmitglieder, die er nicht kannte, trugen den Zaldianer auf ein Medobett. Die Uniformen der beiden hatten zwar einige Blutflecken, doch es war offensichtlich, daß Marok viel schwerer als die anderen beiden verletzt war.
--- Gänge
Zischend schloß sich die Tür hinter seinem letzten Tentakel und Anturios bewegte sich durch das Schiff, Richtung Hauptdeflektor, der auf dem dritten Vorderdeck gelegen war.
Auf dem Weg von Deck 5 kam er an den meisten Crewquartieren vorbei, aber alle schienen leer zu sein. 'Schön, daß meine technische Abteilung fleißig zu sein scheint!', freute sich der Amarilianer und betrat einen Turbolift.
--- Turbolift
Über eine kleine Konsole, die sich in der hellen Wand verbarg, wies Anturios den Computer an, Deck 3 anzusteuern und 3 Sekunden später hatte der Lift die Strecke auch schon zurückgelegt.
--- Gänge
Nachdem er sich aus dem Aufzug gezwängt hatte, orientierte Anturios sich und ging dann nach links weiter. Nach ein paar Metern sah er dann auch die hohe Metallwand, die den Eingang zur Hauptdeflektorphalanx bildete.
--- Deflektorkontrolle
Die Wand rollte langsam zur Seite und gab den Weg frei. Außer Anturios schien niemand da zu sein, aber scheinbar hatte diese Sektion einen harten Schlag bekommen. Die Konsolen waren durchgeschmort und die Verkleidungen waren abgeplatzt. Mit ein paar Tentakeln schaufelte er den Müll beiseite und suchte ein funktionierendes Terminal.
Skeptisch schaute er die Statusanzeige der gefundenen Konsole an. Offensichtlich waren die Schilde sogar noch einsatzfähig, was bei der allgemeinen Zerstörung ein Wunder war.
Rasch leitete Anturios ein paar Energieleitungen um und versicherte sich dabei keine andere Primärfunktion zu gefährden. Die Schilde sollten jetzt wieder bei 58% Normalleistung sein, aber ein Schaden an der äußeren Phalanx verhinderte eine vollständige Wiederherstellung.
Anturios brauchte jetzt jemanden, der die Reparaturen auf der Außenhülle vornahm. Er selbst war leider zu groß für jeden Schutzanzug. An der Konsole nahm er Zugriff auf die Bewerberliste und sortierte alle Personen aus, die wegen ihrer Körperform oder Raumkoller ungeeignet waren. Am Ende blieben 17 perfekt vorbereitete Individuen übrig. Mittels eines Zufallsgenerators ließ er eine Person auswählen.
Fasziniert las er die Informationen auf dem Display:
Raven Novk
Vulkanier
Quantentheroretiker
'Hört sich gut an!', fand Anturios und nahm telepathisch mit Raven Kontakt auf. Vor einiger Zeit hatte er ihm schon für eine Standardarbeit eingeteilt, aber aufgrund seiner Erfahrung würde er nun eine schwierige Reparatur im All durchführen dürfen: "Anturios an Raven Novk. Ich würde Sie gerne um Ihre Hilfe bei einer Reparatur bitten. Könnten Sie sich von Ihren momentanen Aufgaben freimachen?"
--- Maschinenraum
"Ja, ich in der Lage, mich von meiner derzeitigen Beschäftigung zu befreien. Wo kann ich Sie finden?" Telepathischen Kontakt hatte Raven schon lange nicht mehr gepflegt. Das war ungewöhnlich für ihn, aber es erinnerte ihn auch an Vulkan. Natürlich waren sie dort keine so außergewöhnlich starken Telepathen wie Anturios.
"Ich bin in der Deflektorkontrolle", sendete der Amarilianer.
"Bin auf dem Weg."
Raven kroch unter einer Konsole im Maschinenraum hervor. Aus irgendeinem Grund flackerte das Display ab und zu, deswegen wollte er sich die Datenleitungen mal genauer ansehen. Aber das konnte warten.
--- Gänge
Auf dem Weg zu Anturios erinnerte sich Raven noch mal an den ersten Kontakt mit dem Amarilianer ...
"Anturios an Raven Novk. Ich bin Leiter der technischen Abteilung. Würden sie bitte den Replikator in Kabine 25 auf Deck 6 reparieren?"
Einige seiner Teamkollegen waren durch den ersten telepathischen Kontakt verschreckt gewesen. Raven fand dieser Art der Kommunikation äußerst effektiv und schnell.
--- Deflektorkontrolle
Das Schott glitt vor Raven auf. Vor ihm stand Anturios, eine wie Raven fand, beeindruckende Rasse. Natürlich ließ er sich von diesen Gedanken nichts anmerken.
"Bevor wir zur Arbeit schreiten ... würden Sie mir Ihren korrekten Titel sagen oder zumindest, wie ich Sie ansprechen soll, Sir?"
--- Einsatzraum des Captains, einige Tage später
Slade saß hinter seinem Schreibtisch und analysierte seine Mannschaftliste,
die er in Zusammenarbeit mit seinen
Abteilungsleitern erstellt hatte.
Insgesamt waren nun 192 Leute an Bord, als Abteilungsleiter hatten sich Anturios (Technische Station), Silvana (Sicherheit), Dr. Kargan (Medizin) und Wissenschaft (Raven) qualifiziert. Narbo kam mit der Doppelbelastung (tagsüber Transporterchief, nachts Barmann) überraschend gut zurecht.
Mit den Personallisten, die ihm seine Abteilungsleiter übermittelt hatten, war er ebenfalls einverstanden. Sie nahmen ihren Job sehr ernst - wohl wissend, daß sie ihn schnell wieder los sein konnten, wenn sie halbherzig bei der Sache waren.
Etwas überrascht hatte ihn Marok in der Sicherheit. Bei einem seiner ersten Einsätze war er bereits von einem der inzwischen weitgehend unter Kontrolle gebrachten Parasiten schwer verletzt worden. Dr. Kargan sprach in seinem Bericht von einer allergischen Reaktion auf das Gift der Kreaturen. Aber Silva war von den Qualitäten Maroks offenbar sehr überzeugt, deshalb stand er auf ihrer Mannschaftsliste.
Aber gut, schließlich mußte sie sich mit ihm herumschlagen, und seine Fehlleistungen würden auf sie zurückfallen.
Raschkralle war immer noch nicht gesund, aber einen derartig guten Piloten würde er so schnell nicht wieder bekommen. Nur deshalb hatte er sie noch nicht vom Schiff geworfen.
Slade war zufrieden. Die größten Nieten und Schnorrer, die für eine Schiffspassage zum nächsten System auch noch bezahlt werden wollten, waren aussortiert, und übrig geblieben war eine Mannschaft, auf die man sich verlassen konnte.
Nachdem Slade einen nun endgültigen Zeitpunkt für das Treffen mit der Gro'Tschnagh ausgemacht hatte, betrat er die Brücke.
--- Brücke
Auf der Brücke erwartete Slade seine Brückenbesatzung. Silva in ihrem knappen Kampfoutfit, wobei man sich ständig fragte, auf welche Art Kampf sie sich wohl vorbereitete.
Raven, der Vulkanier, der sich bei der Analyse der schwachen Punkte der Insektenmehr als qualifiziert hatte.
Paul Harvester, der Navigator, war ein stiller, etwas blaß wirkender Australier.
Nora Janette Baker, eine vollbusige Blondine aus Südkalifornien, hatte die Kommunikation übernommen. Ihre Stimme stand ihrem Aussehen in nichts nach.
Slade setzte sich zufrieden in seinen Sessel.
Nachdem er Paul Harvester die Koordinaten gegeben hatte, die angaben, wo man sie in einer Woche erwartete, zog dieser die rechte Augenbraue hoch, traute sich aber nicht, nachzufragen.
Anders Silva.
Sie wandte ihren Kopf dem Captain zu und fragte: "He, Slade, wenn wir schon mitten in die neutrale Zone fliegen...soll ich die Torpedos schon mal klar machen?"
Slade grinste. "Nur nichts überstürzen. Wir werden die Grenze erst in sechs Tagen erreichen. Danach..." - Slade schaute Silva in die Augen und beendete seinen Satz: "Ja."
Silva atmete hörbar ein. Man konnte direkt sehen, wie sie überlegte, ob sie ihre Leute bis dahin noch einmal 'trainieren' (wie sie es nannte), schikanieren (wie sie es nannten), oder ob sie ihnen ein paar Tage Ruhe gönnen sollte.
--- Sechs Tage später, Brücke
"Sir, wir haben die Grenze zur neutralen Zone erreicht." Jeans Stimme war so neutral wie immer. Seit er Slades Kabine gesäubert hatte, verkniff er sich bissige Bemerkungen in der Gegenwart des Captains.
Jedenfalls meistens.
"Von eventuell vorhandenen getarnten Schiffen mal abgesehen ist der Raum frei", meldete Silva. Dann grinste sie spitzbübisch: "Warum haben wir eigentlich keine Tarnvorrichtung? Damit wäre es wesentlich einfacher."
"Warts ab, Baby." Slades heiseres Knurren zeugte von seiner inneren Aufregung, die sich prompt auf die gesamte Brücke ausbreitete. Bisher hatte er erfolgreich verschwiegen, was für Geschäfte ihn in die neutrale Zone verschlugen. Diese Bombe ließ er nun platzen.
"Wir treffen uns mit einem klingonischen Schiff, der Go'Tschnargh. Es befinden sich Klingonen und Romulaner darauf, die ganz heiß auf eine komplette Schiffsladung Dilithium sind. Als Gegenleistung bekommen wir von ihnen eine... Tarnvorrichtung eingebaut."
Die Augen seiner Brückenbesatzung wurden größer, als sie sich fühlten, als ob sie etwa 5 Zentimeter unter der Decke schwebten.
"Also, worauf wartet ihr noch? Steuermann, bring uns so schnell und unauffällig wie möglich zu den Zielkoordinaten!"
Die Sterne wurden zu langgezogenen Strichen, als die Privateer einen Freudensprung nach vorne tat.
--- später
Der Navigator meldete: "Wir haben die Koordinaten erreicht, Sir!"
Jean fühlte sich dazu animiert, hinzuzufügen: "Die Scanner melden keinerlei Schiffe in diesem Bereich, Sir."
Slade grinste vor sich hin. "Ich kenne den alten Oly. Seid sicher, daß er schon da ist."
Wie um ihm recht zu geben, enttarnte sich in dem Moment ein klingonischer Bird of Prey, die Sichtfläche erhellte sich, und ohne Umschweife begann der klingonische Captain zu sprechen.
"Hallo, Slade, altes Haus. Hast uns ganz schön warten lassen, wir sitzen schon fast auf dem Trockenen. Hast du das Dilithium?"
Slade kam gar nicht mehr aus dem Grinsen heraus. "Was denkst du? Daß ich statt dessen Whiskey gebunkert habe? Nein, es hat nur etwas länger gedauert, weil dieses Schiff in einem bejammernswerten Zustand war. Ich habe nicht einmal alle Berichte der Techniker gelesen, das mache ich vielleicht, wenn ich mich pensioniert habe, dann hab ich Zeit dazu. Wie sieht es aus, könnt ihr das Teil gleich einbauen?"
"Sicher. Uns wird der Boden hier langsam zu heiß. Wenn uns deine Techniker helfen, sind wir in 5 Stunden fertig."
Slade kam diese Zeit geradezu lächerlich kurz vor, aber Oly fügte hinzu: "In der Wartezeit habe ich unsere Techniker auf dem Holodeck dutzendfach alle Handgriffe üben lassen. Frag mich aber jetzt bitte nicht, wo wir die Pläne einer Norway her haben. Laß uns lieber beginnen."
Dem Anticaner war es nur recht, wenn sie hier so schnell wie möglich wieder herauskamen, und so gab er den verhängnisvollen Befehl: "Dann mal los."
--- 6 Stunden später
Nachdem die fremden Techniker die Privateer wieder verlassen hatten, und erste Tests des neu installierten Gerätes erfolgreich verlaufen waren, hatten sich Slade und Raven auf das Klingonenschiff begeben. Slade wollte sich von der Wirkung des Tarnfeldes optisch überzeugen, wobei er sich nicht auf indirekte, also manipulierbare Bilder verlassen wollte, sondern eine direkte Sichtverbindung durch ein Glasfenster wählte.
Raven sollte während des Testes Scans der Umgebung vornehmen. Slade wollte sichergehen, daß das Tarnfeld wirklich hundertprozentig funktionierte.
Es war ein erhebender Moment, als die Privateer plötzlich verschwamm und eine Minute später wie besprochen wieder auftauchte.
Trunken vor Glück kehrten die beiden wieder auf die Privateer zurück. Die Geräte hatten bewiesen, daß das Tarnfeld erstklassig funktionierte.
--- Brücke der Go'Tschnargh
Auf dem Bildschirm sah man, wie die Privateer wendete und davonschoß.
Delmok lächelte.
--- Brücke der Privateer
Slade fühlte sich sichtlich wohl. Er wartete nun förmlich darauf, daß sich irgendein Föderationsschiff blicken ließ, dem er kalt grinsend entkommen konnte.
Als ob eine höhere Macht ihn darin bestätigen wollte, meldete Jean in genau diesem Moment: "Zwei Föderations-Patrouillenschiffe melden sich. Sie wollen wissen, was wir in der neutralen Zone zu suchen hatten. Jawohl, Sir auf den Sch..."
Slade wußte, daß der Androide das Gespräch selbständig auf den Schirm legen würde und schnitt ihm das Wort ab.
"Nein, nicht auf den Schirm. Silva - Tarnung an."
Der Raum verdunkelte sich, als die Sicherheitschefin die Schaltung vornahm.
--- Gesellschaftsraum der Go'Tschnargh
Delmok saß vor einer großen Schüssel Rohrmaden, von denen gerade Oly eine kostete.
"Aber die Tarnvorrichtung funktioniert doch. Das haben wir doch gesehen, oder etwa nicht?" Oly war immer noch der Meinung, daß er seinen alten Freund Slade nicht übers Ohr gehauen hatte.
"Oh ja, sie funktioniert. Aber es ist ein Testmodell, und sobald es sich innerhalb eines Warpfeldes befindet, können die merkwürdigsten Dinge passieren..."
--- Privateer, Brücke
"Navigator, Kurs 1.8.7 zu 4.3.7. Warp 8. Abmarsch."
Der Navigator betätigte sein Eingabefeld beinahe so schnell wie Raschkralle. Die Sterne wurden zu langgezogenen Strichen. Erst weiß, dann blau, dann rot.
Dann kam die Explosion....und die Privateer verschwand, als ob es sie nie gegeben hätte...