Chronik 6

--- Privateer, Bar

'Was bildete sich die gepunktete Kqan eigentlich ein?', fluchte Narbo. Nur mit größter Disziplin gelang es ihm, das Glas in seiner Hand zu behalten. Wäre das nicht seine Bar und sein Glas gewesen, hätte ihr komischer terranischer Quacksalber ihr jeden Splitter einzeln aus dem Gesicht operieren können!

Und so antwortete er nur vor Wut schnaubend: "Hör zu Schätzchen. Ich habe diese Regeln nicht gemacht, und ehrlich gesagt mir ist es sowas von egal, ob ein Weib nackt oder angezogen vor mir steht. Da regt sich bei mir nichts! Höchstens ein Kotzreiz!"

Als er sah, wie die sichtlich schockierte Trill ihn schief anguckte, fletschte er leicht seine Zähne. Wieso sprach sie ihn auf dieses Thema an? Zuerst der Maquis, dann Sex! 'Die müssen einen besseren Geheimdienst haben, als ich dachte', steigerte er sich langsam aber sicher in eine Konspiration seitens der Sternenflotte und Telara rein.

Er mußte sich an der Theke festhalten. Durch den plötzlichen Adrenalinschub war ihm schwindelig geworden und der Alkohol besorgte den Rest. Während die Welt sich schnell um ihn bewegte, versuchte er wieder einen klaren Kopf zu bekommen.

Nachdem er sich eine Minute konzentriert hatte, gelang es ihm wieder gerade zu stehen. Er zog sich die Jacke zurecht und sagte ruhiger und langsam: "Ich hasse Sex und sprich mich gefälligst nie wieder darauf an. Hast du das verstanden?"

Die Trill wollte offenbar aufstehen und ihm eine schlagen, als sie sich doch beruhigte. "Okay, aber gib mir noch einen Brandy!", befahl sie ihm schon leicht lallend. Ihr Blick durchbohrte den Ferengi aber trotzdem...

--- Gänge

Maroks Kommunikator zirpte. "Slade an Dudras." Mit einer kurzen Handbewegung aktivierte Marok das Gerät.

"Ich höre, Captain."

"Es existiert ein Eindringling auf der Privateer. Silvana versucht ihn ausfindig zu machen. Suchen Sie ebenfalls nach der Lebensform. Kontaktieren Sie Silvana und beraten Sie sich. Slade Ende."

"Dudras an Silvana. Silva, kann ich dir helfen?"

"Ich suche eine teilweise humanoide Lebensform. Sie ist auf jeden Fall größer als eine Katze." Silvana wurde sich bewußt, das Raschkralle ja auch eine Art Katze war. "Ähhh ... größer als eine Hauskatze. Es bewegt sich manchmal auf zwei aber auch auf vier Beinen fort." ... "Ich habe Kraftfelder rund um die Krankenstation aktiviert. Der Eindringling kann nicht von dieser Ebene herunter. Andererseits weiß ich nicht, ob die Kraftfelder überhaupt stabil bleiben. Ich schlage vor, du fängst auf der mir entgegen gesetzten Seite an."

"Wird gemacht. Dudras Ende."

"Computer, wo bekomme ich einen Phaser und einen Tricorder?"

"Zwei Decks tiefer befindet sich ein Ausrüstungsdepot. Sektion Alpha 7."

Marok hetzte durch die Jeffries Röhren in die genannte Sektion. Als er jedoch durch die Tür treten wollte, ertönte eine computer-generierte Stimme: "Access denied."

[NRPG: Jeder, der Half Life kennt, sollte sich jetzt genau dieses "Access denied." vorstellen]

"Computer, wer hat Zutritt zu diesem Deck?"

"Nur Personal mit einer Omega 9 Sicherheitstufe oder höher."

"Wer hat eine Omega 9 Sicherheitsstufe?"

"Captain Slade."

"Dudras an Slade."

"Sprechen Sie, Marok."

"Öffnen Sie bitte für mich die Tür zum Ausrüstungsdepot, Sektion Alpha 7."

"Darf ich den Grund erfahren, warum Sie dort hinein wollen?"

"Ich brauche einen Tricorder um den Eindringling zu finden und einen Phaser um es oder ihn zu betäuben."

"Kleinen Augenblick."

Slade schaltete den Kontakt aus. Er kannte diesen Dudras fast gar nicht und jetzt wollte er Zugriff auf einen Raum mit Phasern und Phaser-Gewehren. Andererseits klangen seine Argumente logisch.

"Computer ... eine Bestandsliste des Ausrüstungsdepots erstellen. In 10 Minuten diesen Befehl wiederholen und mir melden, welche Ausrüstungsgegenstände fehlen." Slade überlegte einen Moment. "Computer ... Tür zum Ausrüstungsdepot, Sektion Alpha 7 öffnen. Autorisation Szelesem Gamma 747."

Vor Marok öffnete sich die Tür. Er ging hinein und nahm sich einen Tricorder sowie einen Phaser. 'Ich darf meinen Handphaser nicht vergessen', ermahnte sich der Zaldianer.

"Computer ... programmiere diesen Tricorder so, daß er ein Display ausgibt, auf dem jede Lebensform ausgewiesen wird, die größer als eine menschliche Hauskatze ist. Schließe menschliche, ferengische, trillsche und ... wie heißt die Rasse von Raschkralle?"

"Sivaoaner."

"... und alle sivaoanerischen Lebenszeichen aus. Bitte um Bestätigung."

"Bestätigt."

"Computer ... zeig mir Lebensformen als Punkte im Display an, die sich auf mich zu bewegen. Und zeige folgende Angaben: meine Entfernung in Meter und die Richtung in der sich die Lebensform befindet. Bitte um Bestätigung."

"Bestätigt."

Der Tricorder zeigte ein leeres Display. Marok stellte den Phaser auf die höchste Betäubungsstufe und streckte den Arm aus. Wenn jemand sein Sichtfeld kreuzte, würde er seinen Angreifer noch nicht mal sehen. Langsam schritt er voran.

Nach ca. zwei Minuten erschien ein Punkt auf seinem Display. Zahlen konnte Marok ganz gut lesen und die auf dem Display besagten: 30 Meter, nordwestliche Richtung. Der Punkt bewegte sich auf ihn zu.

Marok schaute um die Ecke und sah eine Nische, in der er nicht zu sehen sein würde. Dort würde er einen Hinterhalt legen.

Er stellte sich in die Nische, den Phaser zum Schuß bereit. Noch 10 Meter.

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Eine Person auf zwei Beinen erschien in seinem Blickfeld. Marok packte sie von hinten und hielt sie in einem Griff fest.

"Ganz ruhig. Ich bin's", sagte der Zaldianer ruhig.

"Scheiße, du hast mich fast zu Tode erschreckt", sagte Silvana.

Marok ließ sie los. "Tut mir leid. Der blöde Computer ist schuld."

"Computer ... ich hatte gesagt, du sollst die Lebenszeichen von Menschen ausschließen. Silvana ist ein Mensch, oder?"

"Nein, sie enthält nicht nur menschliche DNA."

"Mist, daran hatte ich nicht gedacht. Tut mir leid, Silva. Wie gehen wir jetzt vor?"

Silvana überlegte nicht lange. Ihre Augen funkelten auffordernd. Als Marok sie an seinen Körper gepreßt hatte, da er dachte, sie wäre der Eindringling, war ihr schlagartig der Plan bewußt geworden.

"Ich denke, wir schnappen uns das Ding und dann gehen wir zu mir", antwortete sie grinsend, schlang ihre Arme um seinen Hals und küßte ihn leidenschaftlich. Ihr war nicht entgangen, daß sein Körper schon wieder darauf brannte mit ihr zusammen zu sein. Sie hatte es ganz deutlich gespürt.

Er erwiderte ihren Kuß heiß und innig. Sein Verlangen nach ihr war nach den Malen, die sie sich bereits geliebt hatten noch stärker geworden. Seine Phase schien ihn innerlich zu verzehren. Diesmal war sie besonders stark und er hatte Mühe sich unter Kontrolle zu halten, jetzt wo sie ihm so nah war. Mit seinem Geist klappte das bisher noch, doch sein Körper ging seinen eigenen Weg.

Silvana empfing geruchsmäßige Signale von Marok, die an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig ließen. Bei keinem anderen Wesen zuvor hatte sie je eine solche Intensität feststellen können.

Am Liebsten hätte sie ihn hier auf der Stelle genommen, dabei wäre es ihr egal gewesen, wer sie dabei gesehen hätte, doch sie war sich auch klar darüber, daß der Eindringling vorging. Er hatte zwar nicht gerade gefährlich auf sie gewirkt, doch er konnte es trotzdem sein. Sie durfte kein Risiko eingehen und auf keinen Fall ihren Gegner unterschätzen. Da sie für die Sicherheit des ganzes Schiffes verantwortlich war, wollte sie Slade auch nicht enttäuschen.

Es war jedoch vorauszusehen, daß die Situation eskalieren würde, wenn sie ihn nicht bald fanden. Das Verlangen nach einander war zu groß, als daß sie ihm allzu lange widerstehen konnte.

"Ich würde vorschlagen, wir informieren uns erst beim Computer, wie der Plan des Teiles des Schiffes aussieht, der jetzt durch ein Kraftfeld versiegelt ist. Daraus müßte am Besten ersichtlich sein, wo wir ihn stellen können."

Marok stimmte ihr zu und auch er wirkte sehr angespannt. Doch auch bei ihm beruhte diese Anspannung nicht auf der Anwesenheit dieser fremden Spezies an Bord, die sie zu fangen hatten, sondern auf ihrer körperlichen Anziehungskraft, die durch den Jagdeifer sprunghaft zu steigen schien.

Sie standen eng beisammen, während sie sich am nächsten Computermonitor den Plan aufzeigen ließen. Das ganze System war durchzogen mit Gängen und Jeffriesröhren. Das Wesen konnte sich überall herrlich verbergen. Es würde sich nur mit Strategie und Ausdauer in die Enge treiben lassen.

"Da ich die geschmeidigere und wendigere von uns beiden bin, würde ich vorschlagen, daß ich die Jeffriesröhren übernehme. Du nimmst dir die Gänge vor. Jeden Gang, den wir fertig haben, versiegeln wir mit einem Kraftfeld. Wir treiben es hier...", sie deutete auf ein Ende des Planes nahe der Krankenstation, der in einer Sackgasse mündete, "..in die Enge." Dann sah sie ihn abwartend an und seine hellgrauen Augen sahen noch ausdrucksvoller als sonst aus.

'Mein Gott, Marok, wenn du wüßtest wie sehr ich dich gerade jetzt will', dachte sie erregt und ihr Atem ging schneller. Sein Geruch schien diese heißen Wellen, die sich in Schüben über ihren Körper ausbreiteten geradezu auszulösen. Auch ohne die direkte Nähe zu Shane.

Unabsichtlich streifte ihr Handrücken seine Männlichkeit, als sie ihren Arm wieder senkte. Ihre feinen Nackenhärchen sträubten sich.

Das war zuviel für Marok. Er packte Silva und küßte sie heftig. Sie wollte sich noch wehren, aber dann brannte die Leidenschaft auch in ihr zu stark.

Marok hob sie hoch und während sich ihre Beine um seine Hüfte schlangen, preßte er sie an die Wand. Erneut begannen die beiden mit dem "Kunaree" [Kuna = Zunge, Reega = Sex], wie Marok es getauft hatte. Für ihn gab es küssen (sanft und zärtlich), knutschen (von leicht heftig bis heftig) und Silvana. Mit Silvana war küssen Vorspiel und er genoß es unglaublich.

Marok zog ihr Oberteil aus und schmiß es irgendwo hinter sich in den Gang. Ihre Brustwarzen waren hart. Wieder küßte er sie, während seine Hände ihre nackten Hüften berührten, um sich langsam nach oben zu arbeiten. Als Silvana seinen Hals als Opfer ihrer Zähne und ihres Mundes auserkoren hatte, ertönte die Stimme des Computers:

"Perimeter-Alarm. Kraftfeld in Abschnitt 13a weiterhin aktiv."

Marok war das egal, aber Silvana stemmte ihre Arme gegen ihn.

"Laß mich runter."

Marok wollte sie wieder küssen, damit würde ihr Urinstinkt wieder geweckt werden.

"Es ist mir ernst, Marok."

"Ok."

Langsam ließ Marok sie zu Boden. Er fühlte sich ein wenig zurückgesetzt.

"Wir müssen einen Job erledigen", sagte Silvana, während sie ihr Oberteil aufhob.

Marok beobachtete, wie sich ihr Busen bewegte. Er war erregter denn je.

'Manchmal wünschte ich, wir hätten noch die Regeln des Mekbak.' Vor 500 Jahren waren auf Baruun, die Frauen verpflichtet gewesen, die "Schmerzen" eines männlichen Zaldianers zu "lindern".

Andererseits war Marok ganz froh, daß es das Mekbak nicht mehr gab. Denn wirkliche Freiheit hatte für die Frauen damals nicht geherrscht.

"Was starrst du mich so an?! Willst du eine schriftliche Einladung?", fragte Silvana sarkastisch.

Das riß Marok aus seinen Gedanken.

"Schon gut, Wildkatze. Wer es zuerst fängt, darf sich heute Abend was wünschen." Damit bewegte er sich zum Abschnitt 13a.

Silvana schüttelte den Kopf. ‚Männer!'

Sie sah Marok nach, bis er um die nächste Ecke verschwand. Es tat ihr leid sein Angebot ausgeschlagen zu haben, doch die Sicherheit des Schiffes ging vor. Nur so konnte sie sicher sein, daß sie noch lange zusammen sein würden. Dann ging sie zum nächsten Einstieg der Jeffriesröhren und kroch hinein.

--- in einer Jeffriesröhre

Silvana war nicht gerne in einem solch engen Tunnelsystem von Röhren, da sie sich ihrer persönlichen Freiheit und Würde beraubt fühlte und sich nicht genug bewegen konnte. Die Röhren erlaubten durch ihre Enge nur einen beschränkten Angriff. Das war auch der einzige Grund, warum sie Marok die Gänge überlassen hatte. Im Röhrensystem nutzte ihm seine Kraft nichts, wenn er nicht auch in der engsten Röhre rasch wenden und Abstand gewinnen konnte.

Bei ihrer Suche nach dem Eindringling kam Silvana gut voran und der Computer riegelte fleißig die gesichteten Teile hinter ihr ab. So war es unmöglich, daß ihr ungebetener Gast ihnen auf Dauer entkommen würde. Bei der Krankenstation würde Endstation für ihn sein.

--- In einem Gang

Er rannte.

Es wurden immer mehr - drei dieser neuen Wesen hatte er nun schon gesehen. Das bedeutete, daß wahrscheinlich viel mehr hier waren.

Er wollte nicht den Fehler machen, seine Gegner zu unterschätzen.

Weder an Zahl noch an Können.

Die nächste Biegung.

Er war sich sicher, daß der Jäger hinter ihm her war. Sicher stand er im Dienst der Hastigen. Hastige würden ihn nur bekommen, wenn er sehr unachtsam war. Bei diesem Jäger war er nicht sicher. Er war klein, konnte sich also gut durch die engen Röhren bewegen, hatte überdimensionale - vielleicht sogar extra gezüchtete - hochempfindliche Ohren, und die Zähne...er konnte schon fast spüren, wie sich diese Zähne in sein Fleisch schlugen.

Hinter der Biegung kauerte er sich auf dem Boden zusammen, damit er die Schritte des Jägers besser hören konnte.

Nichts.

Mißtrauisch erhob er sich ein wenig.

Er schnupperte

Immer noch nichts.

Sollte er den Jäger wirklich abgehängt haben?

Vorsichtig, immer mit einer Falle rechnend, lugte er in den Gang hinein, durch den er gekommen war.

Leer.

Nachdenklich setzte er sich auf die Erde. Warum war er nur aus der Röhre heraus gekrochen? In diesem weiten, offenen Gang fühlte er sich nicht wohl.

Schnell öffnete er eine Luke zu einer der Röhren, kroch wieder hinein und schloß den Deckel hinter sich. Schnell hatte er damals gelernt, daß ein Versteck in einer Röhre nichts wert war, wenn man den Ausgang nicht hinter sich wieder versperrte.

--- In irgendeiner Jeffries-Röhre

Gerade hatte er den Sichtschutz wieder angebracht, als er merkte, daß er in der Falle saß. Die Röhre wurde nach etwa zwei Metern von einer anderen gekreuzt. Von rechts und links näherten sich schlurfende Kriechgeräusche. Er erkannte beide. Die einen gehörten zu der Hastigen, die - wie ihm jetzt auffiel - vollkommen anders gerochen hatte als die anderen, die ihn damals gejagt hatten.

Aber als er die Geräusche auf der anderen Seite identifiziert hatte, wußte er Bescheid.

Er hatte verloren.

Die Hastige hatte nicht nur einen Jäger, sondern auch einen Balrog. Eines dieser vierarmigen Wesen, von denen er geglaubt hatte, sie wären in der langen Dunkelzeit verhungert, weil sie zwar groß, aber auch sehr dumm waren. Sie brauchten viel Nahrung und hatten seine ganzen Artgenossen gefressen.

Alle waren tot, von der Hand eines dieser Ungeheuer gefallen und gefressen.

Und nun würde auch er sterben.

Aber er würde kämpfen. Es würde zwar ein jämmerlicher Kampf werden, aber vielleicht gelang es ihm wenigstens, einem der beiden einen Kratzer zuzufügen.

Das wäre mehr, als alle seiner Artgenossen vor ihm geschafft hatten. Die Geräusche näherten sich schnell. 10 Meter, schätzte er.

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--- inzwischen in einer anderen Jeffriesröhre

Noch nie hatte Silvana so schnell wie dieses Mal gearbeitet, erhoffte sie doch einen Lohn für ihren Fang. Aber auch wenn Marok es schaffte, war sie nicht böse. Im Gegenteil. Erfuhr sie doch dann von seinen geheimsten Phantasien und Wünschen. Sie grinste in sich hinein bei dem Gedanken ihn den Fang zu überlassen und bog um die nächste Ecke.

Dann hielt sie an und hörte ein schabendes Geräusch. Es hörte sich an, als ob sich ein Tier mit sehr langen Krallen durch die Jeffriesröhren bewegte. Auch klang es so langsam, daß Silvana annehmen mußte, daß es sie noch nicht bemerkt hatte. Der Jagdinstinkt war geweckt und der gute Vorsatz Marok den Vortritt zu überlassen, vergessen.

Silvana schlich sich an und bog in die Röhre ein, aus der die Geräusche kamen. "Hab ich dich...", rief sie begeistert aus und ihr Ruf blieb ihr fast im Halse stecken bei dem Anblick, der sich ihr bot.

"Ach, du verdammte Scheiße", rief sie, drehte um und kroch so schnell sie konnte in die Richtung aus der sie kam. Zu spät erkannte sie, daß der Computer sie auf ihren Befehl automatisch abgeriegelt hatte. Hastig drehte sie sich um, doch das Wesen war schon bei der nächsten Abzweigung und sie saß in der Falle.

Es stockte für einen Moment in der Verfolgung und schien sie neugierig anzusehen. Silvana spiegelte sich in seinen unzähligen Augen. Sie war sich trotz ihrer Kraft, Ausdauer und Kampftechnik sicher, hier bei einem Nahkampf den Kürzeren zu ziehen. Die riesigen Facettenaugen ihres Gegners starrten sie an. Seine Beißzangen klappten begierig. Seine vier schaufelartigen Klauen mit den handlangen starken Krallen wirkten tödlich.

Silvanas Überlebensinn schlug wieder an und sie versuchte logisch zu denken. Sie mußte hier raus und sich bewaffnen, sonst hatte sie nicht die geringste Chance gegen das Ding. Sein chitinartiger Panzer würde es gegen die meisten Angriffe schützen. Sie jedoch nicht vor den seinen. Für einen Augenblick dachte sie daran, daß sie bei Marok einen Phaser gesehen hatte und war froh darüber, daß er es nicht zu einem Nahkampf kommen lassen mußte.

Sie schwor sich ab heute immer eine Waffe bei sich zu tragen.

"Computer, deaktiviere das Kraftfeld hinter mir", befahl sie plötzlich einer Eingebung folgend.

"Tut mir leid, aber er kann im Augenblick Ihrem Befehl nicht folge leisten, Sir. Ich update gerade seine Datenbank", hörte sie die Stimme von Jean-Luc in ihrem Kommunikator.

"Verdammt", fluchte sie. Gerade als das Vieh Anstalten machte auf sie zuzukommen, bekam sie unerwartet Hilfe von außen.

Aus dem querliegenden Gang schoß etwas Kleineres heraus. Es war am ganzen Körper beharrt, hatte einen hocherhobenen langen Schwanz und einen spitz zulaufenden Kopf. Im Moment lief es auf allen Vieren, trotzdem erkannte Silvana es. Es war ihr ungebetener Gast.

Es hielt vor dem Biest an, quiekte und hüpfte auf und ab. Silvana verstand den Sinn seiner Handlung nicht. Doch dann wandte sich das kleinere Wesen in den Tunnel ab, der seitlich abführte und das große Ding folgte ihm augenblicklich. Endlich begriff Silvana, was eigentlich unglaublich war. Das kleine Wesen hatte ein Ablenkungsmanöver gestartet um sie zu retten.

Sofort kroch sie zur Kreuzung zurück und entgegen der Richtung, in der die beiden verschwunden waren, davon. Am äußersten Ende, des Kraftfeldes, das sich ziemlich nahe bei ihrem Quartier befinden mußte, stockte sie.

"Computer deaktiviere das Kraftfeld vor mir", befahl sie und erhielt diesmal eine positive Reaktion. Sie kroch aus der Röhre. Danach stellte sie es hinter sich wieder her.

--- inzwischen in der anderen Jeffries-Röhre

Er war sicher, daß er gleich tot sein würde. Zwei dieser Wesen gegen ihn - nein, er hatte keine Chance.

Plötzlich schien die Hastige zu stoppen.

Ihr Geruch veränderte sich. Es war der typische Angstgeruch, den alle Wesen hatten. Dann gab sie Laute von sich, die er nicht verstand.

Ihre Kriechgeräusche entfernten sich wieder.

Für einen kurzen Moment wußte er nicht, was er tun sollte. Das Ungeheuer hätte ihn sicher gleich erreicht. Waren seine Gegner ... Gegner?

Gehörten sie gar nicht zusammen?

Dann hatte die Hastige nicht den Hauch einer Chance, wenn sie nicht einen Blitzwerfer bei sich hatte.

Nein, sie konnte keinen haben, sonst hätte sie ihn schon eingesetzt.

Er mußte ihr helfen (ha - wie denn?) oder sie beide waren tot. Zuerst würde das Ungeheuer sie töten, und dann ihn.

Kurz entschlossen sprang er aus der Röhre heraus, wäre dabei fast mit dem Balrog zusammengeprallt. Erschreckt hüpfte er quiekend in die Luft und rannte so schnell er konnte geradeaus weiter. Er hatte hier in den Röhren gleich drei Vorteile: Er war schneller, er war kleiner, und er kannte sich bestens aus.

Der Balrog kam hinter ihm her. 'Gut, die Hastige wird überleben', dachte er sich. 'Und ich vielleicht auch, wenn ich schnell genug bin.'

Die wilde Jagd ging um mehrere Ecken und sein Vorsprung vergrößerte sich rasch. Aber er rannte mit gleichbleibender Schnelligkeit weiter. Er wußte, daß der Geruchssinn seines Feindes extrem gut entwickelt war, und deshalb wollte er so weit weg von ihm, wie nur möglich.

Er lief weiter und nach einiger Zeit schaute er sich das erste Mal um. Scheinbar hatte er ihn angehängt. Was nat... *brizzel*

Benommen blieb er liegen.

Ganz genau hatte er noch nicht verstanden, was passiert war. Irgendwie war er vor eine Wand gerannt. Vor eine unsichtbare Wand!

Aber sich darüber zu wundern, könnte ihn rasch das Leben kosten. Deshalb drehte er sich um, lief auf das Ungeheuer zu, dessen schlurfende Kratzgeräusche er jetzt deutlich hören konnte. Bei der nächsten Abzweigung wandte er sich in eine Richtung, von der er wußte, daß es dort in ein wahres Gewirr von Seitengängen führte. Dort konnte er...*brizzel*

Wieder eine dieser unsichtbaren Wände! Wieder drehte er sich um. Das Ungeheuer kam immer näher.

Langsam stieg Panik in ihm auf, und er war drauf und dran, einen seiner großen Vorteile zu verlieren, nämlich die Übersicht über das Gangsystem, die er bisher immer gehabt hatte.

Wieder lief er davon, aber nun bedeutend langsamer. Immer rechnete er damit, vor eine dieser unsichtbaren Wände zu laufen. Dadurch kam das Ungeheuer schnell näher.

Nein, er mußte schnell laufen, sonst würde er auch noch seinen zweiten Vorteil verlieren.

Die nächste Ecke.

Keine Wand.

Er rannte schnell. *krach*

Doch.

Zurück.

Die nächste Ecke.

Das Ungeheuer war fast da. Wenn hier auch eine Wand wäre, würde er sterben. Und er war so erschöpft, daß er nicht einmal Gegenwehr zu leisten imstande wäre.

*krach*

Langsam drehte er sich um und sah den Balrog auf sich zukommen. Er schien zu wissen, daß er gewonnen hatte, denn er kam ganz langsam näher.

Seine Scheren näherten sich seinem Hals, und er wußte, daß er nun daran hochgehoben werden würde, damit der Balrok ihm den Kopf abbeißen konnte.

Starr starrte er auf die Scheren.

--- inzwischen auf den Gängen

Noch während Silvana zu ihrem Quartier hetzte, setzte sie eine ziemlich atemlose Durchsage an Marok ab. "Silvana an Marok. Unser Ziel ist nicht unser Problem. Es ist ungefährlich. Auf keinen Fall schießen! Ich wiederhole: Auf keinen Fall schießen! Es ist etwas wirklich Gefährliches an Bord. Du wirst es erkennen, wenn du es siehst.... paß auf dich auf", fügte sie nach einer kurzen bedeutungsvollen Pause hinzu. "Silvana Ende."

--- kurze Zeit später, vor einer Jeffriesröhre

Es hatte nicht lange gedauert, bis sie hatte, was sie wollte und sich erneut an den Einstieg machte. Niemand würde sie jetzt daran hindern können ihr neues Ziel anzupeilen und zu eliminieren. Sie mußte schnell handeln, bevor ihr Gast dabei zu Schaden kam, auch wenn sie annahm, daß er dieses Spielchen schon öfter gespielt hatte.

--- Jeffriesröhren

Silvana hörte es schon, bevor sie es noch sehen konnte. Das Schaben seiner überlangen Krallen am Boden der Röhre. Nach der nächsten Biegung sah sie es auch. Leider sah sie auch noch etwas anderes.

Womit das kleine Wesen nicht im Geringsten gerechnet hatte, war eingetreten. Es war zwar nicht in einer Sackgasse des Röhrensystems gelandet, weil es das Schiff schon sehr gut kannte, doch das Kraftfeld vor ihm war genau so schlimm. Es konnte weder vor noch zurück. Ängstlich und zitternd drückte es sich an die Wand und starrte in die großen ausdruckslosen Facettenaugen vor sich. Die Beißzangen des Kiefers klappten bedrohlich nahe auf und zu.

Silvanas Blut begann in den Ohren zu pochen und alles in ihr stellte sich auf einen Kampf ein. Sie empfand für das kleine Wesen wie eine Mutter und sie würde ihr Junges mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln verteidigen. Das Tier in ihr war bereit zu kämpfen und der Kämpfer in ihr suchte die Gefahr. Der Zorn ließ sie über sich hinaus wachsen. Wieder wurde sie zur Kämpferin ohne Angst vor dem Tod.

"Das könnte dir so passen, du verdammtes Biest", schrie Silvana und sprang dem insektenartigen Wesen so gut es in der Enge der Röhre überhaupt möglich war auf den Rücken. Hastig streckte sie den Arm nach dem kleinen Pelzigen aus." Mach schon, worauf wartest du", rief sie ihm zu und hoffte, daß die Verwunderung bei ihrem Reittier noch etwas anhielt.

Das ließ sich der Kleine nicht zweimal sagen, schoß an ihrem Arm hoch wie eine Rakete und lief über ihren Rücken, bevor er zu Boden sprang. Leise quiekend verschwand es am anderen Ende des Ganges. Doch für einen Moment sah es noch zurück und ein Leuchten trat in seine Augen.

Dann war Silvana wieder allein mit dem Biest. "Du oder ich", sagte sie und rollte sich geschickt über seinen Rücken ab. Dabei wich sie einem Schlag seines wuchtigen Schwanzes aus. Der zweite Schlag saß jedoch und warf sie gegen die Wand der Röhre.

Pfeifend entwich die Luft aus ihrer Lunge und sie sackte in sich zusammen. Genug um dem Ding neben ihr die Möglichkeit zu geben sich umzudrehen. Seine Panzerung krachte bedenklich während es sich wendete. Doch trotz seiner Größe schaffte es die Wende.

Silvana wollte zurückweichen, doch sie spürte nur einen stechenden Schmerz in ihrer Hüfte, der sie fast betäubte. Sofort stellte sie all ihre Bemühungen sich zu bewegen ein. Ihre linke Hand suchte nach der Ursache und entdeckte eine feine Metallstange, die an der Seitenwand der Jeffriesröhre unsachgemäß angebracht worden war und deren größter Teil jetzt in ihr steckte.

Da sie nicht wußte, ob auch wichtige Arterien verletzt waren, durfte sie das Teil nicht aus ihrem Körper entfernen, sondern mußte es stecken lassen. Doch da es immer noch mit dem Schiff verbunden war, waren ihr die Hände gebunden.

Das fremdartige Wesen näherte sich ihr. Das Kratzen seiner Klauen ging durch Mark und Bein und klang unwirklich und gespenstisch. Gebannt starrte sie in seine Augen und in ihr Antlitz, das ihr hunderte Male daraus entgegen starrte. Seine Kiefer waren stark genug ihr mit einem Satz das Genick zu brechen. Und sie näherten sich langsam ihrem Gesicht.

"Nur du und ich", sagte sie mit fester Stimme und sah ihm unbeugsam entgegen. Sie hatte keine Furcht.

--- inzwischen in der Shuttlerampe

Gehetzt betrat der Ferengi die Shuttlerampe und scheinbar warteten alle schon auf ihn. Er mußte grinsen, als er bemerkte, daß die Crew einen mehr als nötigen Sicherheitsabstand vom Shuttle einhielt. Die Lektion, die Raschkralle gelernt hatte, wollte der Rest offensichtlich vermeiden.

Durch ein simples "Computer: Schutzprogramm 7 beenden und Tür öffnen!" entriegelte er den Verschluß der Shuttletür und deaktivierte gleichzeitig die diversen Sicherheitsprogramme.

--- Jeffriesröhre

Seine Krallen berührten bereits ihr Bein und Geifer tropfte aus seinem Maul. Immer näher kamen sich ihre Gesichter. Dann waren sie sich nur mehr wenige Zentimeter entfernt. Sie starrte ihm in die Augen und sie maßen sich mit Blicken. Das Wesen vor ihr schien auf jeden Fall sehr intelligent, wenn auch sehr tödlich zu sein. Es schien instinktiv zu wissen, daß es hier nur einer überleben durfte.

"Überraschung", sagte Silvana und preßte ihm den Phaser an das Kinn. Es war die einzige verwundbare Stelle, die sie an ihm hatte ausmachen können. Sein Panzer schien noch härter und stärker als Chitin zu sein. Noch bevor ihr Gegenüber darauf reagieren konnte, feuerte sie. "Fahr zur Hölle, du Bastard!"

Sein Kopf zerplatzte wie eine riesige Nuß und bedeckte alles rund um sich mit einer gallertartigen gelben Flüssigkeit. Dann schlug sein Schwanz noch einige Male unkontrolliert gegen die Wand, bevor auch er still war. Der ganze Rumpf sank in sich zusammen und landete zum größten Teil auf Silvanas Beinen, die er unter sich begrub.

--- kurz vorher in der gleichen Jeffriesröhre

Plötzlich sah er eine Hand. Die Hastige war offenbar auf dem Balrok geritten. Also gehörten sie doch zusammen!

Ihre Stimme weckte ihn aus seiner Starre. Nein, die Hand, die sie ihm hinstreckte, sah nicht wie ein Angriffswerkzeug aus. Wollte sie ihm helfen?

Egal - er sprang die Hand an, zog sich daran hoch, sprang über ihren Rücken und lief so schnell ihn seine kleinen Füße tragen konnten davon.

Nach einiger Zeit hörte er leise ihre Stimme und dann einen Blitzwerfer. Dann nichts mehr.

Erschöpft brach er zusammen.

--- Jeffriesröhre

Silvana lehnte sich zitternd gegen die Wand der Jeffriesröhre, wischte sich den Schleim aus dem Gesicht und schloß für einen Moment die Augen. Ihr Herz hämmerte wie verrückt. Ihr Adrenalinspiegel war auf höchster Ebene. Trotzdem vergaß sie für keinen Moment Marok.

"Computer, analysiere die Spezies vor mir. Sag mir, ob du noch welche dieser Wesen an Bord feststellen kannst und wenn ja, ob sie sich innerhalb des Kraftfeldes befinden." Dann hoffte sie, daß sie eine negative Antwort hören würde.

"Die Spezies vor ihnen ist ein Männchen. Ich kann genau noch eine Spezies dieser Gattung ausmachen... Es handelt sich um ein Weibchen. Sie befindet sich innerhalb des Kraftfeldes und nähert sich gerade mit hoher Geschwindigkeit einem anderen Wesen..."

Sie wollte gerade Marok warnen, da hörte sie schon das Schaben ganz am Ende des Ganges...

Ihre Nackenhaare stellten sich auf. Instinktiv wollte sie sich in Sicherheit bringen und lieber das Risiko einer starken Blutung eingehen, als hier auf seine Ankunft zu warten, doch der schwere Körper auf ihren Beinen ließ sich nicht bewegen.

"Silvana an Marok... Hilf mir... schnell..."

Dann konnte sie nichts weiter tun, als unter dem Körper seines toten Artgenossens auf die Ankunft des zweiten warten und hoffen, daß Marok sie gehört hatte. Besorgt starrte sie ins Dunkel...

--- Shuttlecockpit

Nachdem Narbo durch die massive Luke gegangen war befahl er: "Licht!" und es ward Licht. Zufrieden setzte er sich in den Pilotensessel und wartete darauf, daß alle anderen eingestiegen waren. Hinter dem letzten schloß sich das Schott und der Flug begann.

Während Narbo die Vorstartchecks machte, aktivierte Slade die Kommunikation und befahl dem lebenden Fellklumpen, dem er sein Schiff anvertraut hatte, die Shuttlerampe zu öffnen. Wenig später reagierte die 20 Meter breite Wand und rollte langsam nach oben. Gleichzeitig kündigten zahlreiche Lampen den baldigen Start an und ein monotones Warngeräusch erklang. Währenddessen versuchte der Mensch verzweifelt die angetrunkene Trill in einen Stuhl zu drücken, wogegen diese sich aber heftig wehrte.

Schließlich durchbrach das Shuttle die Kraftfelder, welche die Atmosphäre im Inneren der Shuttlerampe bewahrten und das Asteroidenfeld erschien...

Slade fühlte sich beengt. Er hatte zwar gewußt, daß er sich in ein ferengisches Shuttle begeben würde, aber die Konsequenzen waren ihm nicht bewußt gewesen. Nicht einmal sitzen konnte er, ohne daß die Shuttledecke seinen Kopf streifte.

Und dann saß noch diese mehr als nur leicht angeheiterte Trill neben ihm. Sie roch genauso, wie er gerne gerochen hätte, aber leider hatte ihm niemand erzählt, daß Narbo die Bar schon eröffnet hatte.

Er starrte aus dem Sichtfenster und hoffte, daß die Reise bald zu Ende wäre.

Langsam wurde der Planet größer.

Slade gab die Anweisung: "Narbo, fliege einen weiten Bogen. Wir landen auf der Nachtseite. Du wirst einen schwachen Leitstrahl empfangen, der uns zu einem Gebirge führt."

Nachdem das Shuttle den Planeten halb umrundet hatte, machte sich ein Instrument in der Steuerkonsole bemerkbar. Offenbar wurde der Leitstrahl empfangen. Narbo schaltete den Autopiloten ein, ließ die Hände aber in unmittelbarer Nähe der Kontrollen, so daß er in Sekundenbruchteilen die komplette Kontrolle wieder hätte, sollte es nötig werden.

Das Shuttle tauchte in die Atmosphäre ein und flog mit für planetarische Verhältnisse hoher Geschwindigkeit auf ein besonders hohes Gebirge zu.

Narbo meldete: "Ich kann keinerlei höherentwickelte Technologie scannen. Wenn der Leitstrahl nicht wäre, würde ich sagen, wir sind auf dem falschen Planeten."

Slade erwiderte: "In diesem Gebirge gibt es eine Reihe Bodenschätze, die stark abschirmend wirken. Wenn die Berge nicht so hoch wären, würden die Bodenschätze wohl auch abgebaut werden, aber das ist hier technologisch noch nicht möglich."

Noch nicht abgebaute Bodenschätze? Durch Narbo zog sich ein leichtes Gefühl der Begierde, als er sich ausmalte, wie reich und mächtig man durch die Ressourcen werden konnte.

Diese Utopie verschwand schlagartig aus dem Ferengischädel, weil sich das Shuttle mit viel zu hoher Geschwindigkeit bewegte. Mehrere Versuche den Autopiloten zu deaktivieren blieben erfolglos. Während es auf die Oberfläche immer schneller zu raste, glühte die Außenhülle des Shuttles in einem dunklen, bedrohlichen Rot. Durch die Turbulenzen geschüttelt, schlugen die Insassen des Schiffes hin und her. Die Trill hatte den reinen Alkohol schon auf den Boden erbrochen, während Slade versuchte, sich an die Konsolen heranzukämpfen. Narbo wußte, was der Anticaner dachte: Nicht hier, nicht jetzt, nicht so, wollte er sterben.

Nicht in einem Shuttle, nur weil ein paar Terroristen keinen ordentlichen Leitstrahl hatten. Vielleicht ein winziger Fehler, den niemand bemerkt hatte. Weil er zu faul gewesen war. Weil er es nicht lassen konnte, seine Geliebte durch ihr rosa Höschen zu fingern.

[Anm. der CHR: Wenn da mal nicht einer zuviel Würstchenwerbung sieht. ;-)]

Narbo hätte beinahe auch gebrochen und der Gedanke, wegen des Samen-Staus eines Vollidioten zu sterben, ließ ihn laut aufschreien: "Ihr kriegt mich nicht!" Während sein Laut in den Ohren der anderen erklang, erreichte Slade die Konsole und hämmerte mit seinen Fäusten darauf ein. Plötzlich war der Autopilot deaktiviert und ein gewaltiger Ruck ging durch das Shuttle. Alle wurden von den Beinen gerissen und selbst der große Anticaner fand keinen Halt.

Narbo schlug schmerzhaft gegen den Sessel und verrenkte sich einen Halswirbel, aber das war egal: Scheinbar unaufhaltbar näherte sich der Boden......

[Dramaturgische Pause -> Abblende -> Musik ;-) ]

--- Privateer, Gänge

Marok klappte seinen Tricorder auf. Er sah zwei blinkende Punkte. Einer davon bewegte sich auf den anderen zu.

Er rannte sofort los. Unterwegs stellte er den Phaser auf höchste Betäubung. Auf Tödlich konnte man den Phaser nur stellen, wenn der Daumenabdruck die jeweilige Person als Sicherheitspersonal auswies. Maroks Fingerabdrücke waren noch nicht eingescannt worden.

Er hörte Silvana schreien. Marok erhöhte sein Tempo und stürzte nahezu in den Eingang der Jeffriesröhre.

--- inzwischen im Shuttle

Im letzten Moment riß Narbo das Shuttle nach oben. Man merkte förmlich, wie der Rumpf die Oberfläche dieser Einöde streifte und sich durch die hohe Belastung verzog.

Immerhin waren sie nahe ihres Zieles und Narbo hatte keinen Zweifel, daß jede weitere Sekunde das Unausweichliche bedeutet hätte. Nach einer schlampigen Landung, rannte der Ferengi zur Tür und sprang aus der Luke heraus.

--- Vorm Shuttle

Er beugte sich weit nach vorne und erbrach alles, was er je gegessen hatte. So kam es ihm vor. Als er fertig war, hob er den Kopf und sah einen Bajoraner, der direkt vor der Pfütze stand und ihn anstarrte.

Aus dem Shuttle erklang eine Glocke.
Narbo schaute sich überrascht um, und beeilte sich daraufhin das Shuttle zu verlassen.

--- Im Shuttle

'Himmel, bin ich gut', dachte sich Slade, der sich gerade wieder erhob. Leider vergaß er dabei, wie niedrig das Shuttle war und rammte seinen Kopf an die Decke, woraufhin sich die Übelkeit in ihm um den Faktor 10 zunahm.

--- Vorm Shuttle

Nachdem der Ferengi fluchtartig den Ausgang geräumt hatte, beugte sich Slade weit nach vorne und erbrach alles, was er je gegessen hatte. So kam es ihm vor. Als er fertig war, hob er den Kopf und sah einen Bajoraner, der direkt vor der doppelten Pfütze stand und ihn anstarrte. Neben ihm stand Narbo, dessen Gesicht einen deutlichen Grünschimmer hatte.

Slade wollte zurück ins Shuttle, um sich etwas zu säubern, aber die Luft darin schien ihn dazu zu animieren, bei seiner eben beendeten Tätigkeit fortzufahren, deshalb beeilte er sich lieber, ins Freie zu kommen.

Als Telaras Gesicht am unteren Ende der Ausstiegsluke sichtbar wurde, machten sich alle auf eine dritte Pfütze gefaßt, aber die lag ja schon im Shuttle.

David erschien aufrecht gehend, und er machte den Eindruck, daß ihm dieser Flug nicht das Geringste ausgemacht hatte. Auf seinem Arm trug er Cassandra, die vergnügt in seinen Haaren wühlte. Wie die beiden es geschafft hatten, ihren Magen unter Kontrolle zu halten, würde wohl ihr Geheimnis bleiben.

Slade witterte instinktmäßig ein Geschäft: "Wie ich eben erleben durfte, sind Sie hier nur mit einem vollkommen veralteten Leitstrahl ausgerüstet. Sie haben Glück, denn aus der Ladung an Bord meines Schiffes können Sie sich einen hypermodernen Leitstrahl basteln. Über den Preis werden wir uns sicher einig werden. Slade Szelesem.
Händler."

Der Bajoraner erwiderte trocken grinsend: "Darüber können wir uns sicher in unserem Stützpunkt noch genauer unterhalten. Nebenbei: Wir mögen ja die Föderation auch nicht, aber warum ziehen Sie deren alte Uniform dermaßen durch den Dreck?"

Mit leichter Abscheu registrierte Slade, daß sich sowohl der Ärmel als auch der Rücken seiner Uniformjacke verdächtig feucht anfühlten.

Angeekelt registrierte Narbo, daß Slades Rücken von einer gelb-grünen Soße überzogen war, die vor einer halben Stunde noch friedlich einen Magen bewohnt hatte. Während der Bajoraner ein breites Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht bekam, kontrollierte der Ferengi seinen eigenen Anzug. Außer einigen Spritzern und den Stiefeln schien alles sauber geblieben zu sein. 'Zum Glück sind die Schuhe dicht!', atmete er auf. Das Zeug an den Füßen zu haben, hätte er nicht überlebt!

Nachdem Slade zuerst sichtlich große Mühe gehabt hatte, den grinsenden Bajoraner nicht zu erwürgen, zwang der Anticaner sich inzwischen zu einer gelassenen Miene.

Der Einheimische ging nicht weiter auf Slades Angebot ein und erkundigte sich lieber nach etwas anderem: "Nun, wir hätten Interesse an anderen Gegenständen, die uns helfen könnten, unsere Siedlung auszubauen." Trotz dieser zurückhaltenden Worte, gab es für Narbo keinen Zweifel, an den Absichten des Maquis: Diese gewünschten Gegenstände waren wahrscheinlich Föderationsequipment, das nach offizieller Doktrin der Terraner nie in die Hände von Terroristen fallen sollte. Wobei es natürlich fraglich war, wie man den Maquis nun einstufte. Ihr primäres militärisches Ziel war erreicht, das cardassianische Imperium zerbrochen. Waren sie noch Terroristen?

Neben Narbo stehend, öffnete Slade den Mund und fragte beinahe ebenso mißtrauisch zurück: "Was für Gegenstände benötigen Sie denn?"

Der Bajoraner starrte ihn schweigend an.

Slade hatte inzwischen beschlossen, sich seiner Uniformjacke zu entledigen. Angewidert riß er sich das Kleidungsstück vom Leib. Es war zwar in dieser Höhe relativ kühl, aber sein dichtes Fell wärmte ihn wirkungsvoll.

Noch bevor der Bajoraner antworten konnte, erschien hinter ihm ein relativ kleiner Klingone mit einem Arztkoffer.

Der Bajoraner bemerkte ihn und stellte ihn vor: "Das ist Dr. Kargan. Vor ein paar Monaten aus der Sternenflotte ausgetreten. Irgend so eine Liebesgeschichte. Er wird Sie kurz untersuchen."

Kargan antwortete: "Elias, wie oft habe ich schon gesagt, daß wir unseren Leitstrahl erneuern müssen. Alle Schiffe, die in den letzten drei Wochen gelandet sind, hatten eine stark angeschlagene Besatzung. Wie ich von Baker gehört habe, ging es den Schiffen ähnlich."

Der Bajoraner drehte die Augen zum Himmel. Das bedeutete, daß er nun wesentlich mehr für einen neuen Leitstrahl bezahlen durfte.

Aus dem gleichen Grund hob sich Slades Laune um einige Teilstriche. Die Aussicht von einem Arzt ein Mittel gegen seine Übelkeit und seine Kopfschmerzen zu bekommen, machte ihn fast glücklich.

Aber die Reaktion des Klingonen auf Narbos "Ich habe Magenschmerzen!" trug dazu bei, daß sie gleich wieder stark sank.

Nachdem er die Anzeige seines medizinischen Tricorders studiert hatte, sagte Kargan: "Tja, da werden wir wohl amputieren müssen. Tragen Sie es mit Fassung, heutzutage ist es kaum ein Problem, ohne Magen zu leben. Ich kenne mindestens drei, die das geschafft haben. Einer davon sogar fast fünf Monate."

Narbos Gesicht zeigte daraufhin eine beeindruckende Mischung aus Übelkeit, Angst und Unglauben, während seine Gesichtsfarbe ständig zwischen grün und weiß pendelte. Kargan holte ein Hypospray heraus und setzte es an Narbos Hals.

Als er sich daraufhin Slade zuwandte, schaute Narbo ihm mißtrauisch nach. Kargan grinste Slade zu und versorgte ihn ebenfalls mit dem Mittel gegen die Übelkeit.

Nachdem es allen besser ging, führte Elias sie einen Gebirgspfad entlang, welcher in eine Höhle mündete. Das Shuttle wurde unterdessen durch einen Lift nach unten befördert, wobei Narbo es begleitete.

--- Maquis-Stützpunkt, im Aufzug

Der Aufzug war noch aus dem letzten Jahrtausend! So kam es dem Ferengi vor. Langsam, sehr langsam, nervig langsam, bewegte er sich abwärts und ruckelte dabei heftig.

Ohne das Hypospray hätte es jetzt Ferengigalle geregnet, aber Narbo gelang es sich zurückzuhalten.

--- Maquis-Stützpunkt, im Hangar

Fünf qualvolle Minuten später hatte der Lift die unterste Ebene erreicht und ein automatisches Verladesystem schob das Shuttle in eine freie Position. Der Hangar war mit mehr als fünf kleinen Schiffen fast ausgelastet. Unter anderem waren zwei Raumer der Selay und zwei bajoranische Impulsjäger vorhanden.

Aber Narbo hatte nicht lange Zeit sich umzugucken, denn sofort führten ihn zwei Wächter ab. Es waren auch Bajoraner und sie trugen die gleichen kindischen Ohrringe wie alle anderen auch. Der Gedanke seine Ohren zu durchbohren oder sie zu behängen, ließ ihn erschauern. 'Kein Wunder, daß die Bajoraner zu den ewigen Verlierern gehören!', überlegte er kopfschüttelnd, während er aus dem Hangar geführt wurde.

--- Maquis-Stützpunkt, Gänge

Auf den Gängen herrschte reger Betrieb. Scheinbar war ein großer Teil der Kolonie unterirdisch gelegen. Wahrscheinlich als Sicherheitsmaßnahme, die während des Dominionkonflikts notwendig gewesen war.

Auf den Gängen ließen ihn die Wächter wieder gehen, ohne auch nur einen netten Blick zu riskieren. 'Na und? Ihr geht mir auch vorbei!', antwortete er innerlich auf die Geste.

'Dann werde ich mal einen Getränkehändler suchen. Aber keinen bajoranischen!', dachte er grinsend und verschwand in der Menge.

--- inzwischen Privateer, Jeffriesröhre

Marok sah so etwas wie eine überdimensionale Spinne. Die Vorderbeine hatten Silvana beinahe erreicht.

Er schoß. Das Wesen stoppte und drehte sich langsam um. Marok schoß auf den Kopf der Spinne. Es rannte in einer affenartigen Geschwindigkeit auf ihn zu und sprang den Zaldianer an. Marok versuchte es mit einem Tomonage. Einen Wurf, der den Schwung des Gegners ausnutzt.

Marok setzte also sein Bein an den Bauch des Insekts und beförderte es krachend an die Wand. Doch noch während des Fluges, schlug der Schwanz der Spinne nach seinen Beinen. Marok konnte durch die Wucht des Schlages das Gleichgewicht nicht halten und fiel zu Boden.

Mit einem kleinem Aufbäumen seines Rückens und einem Schwung seiner Arme stand er nach zwei Sekunden wieder.

Allerdings schien das Wesen nicht allzuviel Schaden genommen zu haben. Einen direkten Kampf würde er verlieren. Das Vieh war einfach zu stark gepanzert.

Marok lief davon. Die Spinne hinter ihm her.

"Computer, alle Kraftfelder deaktivieren."

Marok rannte weiter bis zu einem Ausgang der Jeffriesröhre. Er hatte eingesehen, daß er in deren Enge nur Nachteile hatte. Auf dem breiten Gang fühlte er sich wesentlich wohler. Bald hatte er sich einen kleinen Vorsprung erlaufen. Dafür pfiff er wie eine Dampfmaschine. Seine Kondition war im Eimer.

'Du brauchst einen Plan, Dummkopf', dachte Marok. 'Streng deinen Kopf an!'

'Oder wenn du keinen Plan hast, nehme Plan B: Töte das Vieh.'

--- Raum 14

Er kam an einem offenen Raum voller Gerümpel vorbei. So schnell wie möglich stoppte er und verschanzte sich in dem Raum. Vielleicht würde die Spinne einfach vorbei rennen. Sicherheitshalber griff er sich ein Rohr. Dann drückte er sich neben der Tür an die Wand.

Das Insekt war aber nicht dumm - es folgte ihm. Die Spinne rannte in den Raum und sah ihn wohl mit einem der vielen Augen. Doch Marok schlug zuerst zu. Ein Bein der Spinne brach. Trotzdem traf der Schwanz der Kreatur sein Bein und schlitzte seinen halben Oberschenkel auf. Marok schrie.

In diesem Zustand würde er keine Chance haben. Auf einmal sprang etwas auf den Kopf der Spinne. Das kleine Tier, das sie zu Anfang gejagt hatten, half ihm. Marok nutzte eine Überlebenschance, wenn er sie bekam. Er humpelte unter unerträglichen Schmerzen nach draußen.

--- Gang

Keuchend stellte er sich an die Wand und begann zu meditieren. So würde seine Regeneration etwas schneller voranschreiten. Die Blutung hörte nach ein paar Sekunden auf.

Er humpelte langsam, sich an der Wand festhaltend zurück zu Silvana und kroch unter Schmerzen das Stück bis zu ihr durch die Röhre.

--- Jeffriesröhre

Als Marok sie sah, sagte er mit einem schmerzverzerrten Lächeln: "Wenn du das nächste Mal die Chance bekommst, zu schießen, dann nutze sie auch."

"Tut mir leid, ich konnte nicht."

"Wieso... konntest du nicht?" Marok sah sie fragend an.

Silvana atmete einmal tief ein und dann zeigte sie ihm ihren Phaser. "Das ist kein gewöhnlicher Phaser wie dir wahrscheinlich schon aufgefallen ist", sagte sie und deutete auf den geplatzten Kopf des Männchens. "Nur ganz wenige Personen wissen von der Existenz dieser Waffe. Du bist jetzt genau der fünfte. Man kann diesen Phaser mit einem geheimen Code durch jeden Replikator replizieren lassen. Aber davon erzähle ich dir später. Im Moment ist es hier zu gefährlich für lange Geschichten." Sie stöhnte auf vor Schmerz.

"Geht es dir gut?", fragte er.

Dann sah er ihre Wunde.

"Oh Scheiße."

"Das wird schon", sagte Silvana.

Marok humpelte zu seinem Phaser. Er hob ihn auf und gab ihn Silvana.

"Stell ihn mir auf Vaporisier-Modus."

Silvana tat wie ihr geheißen und gab Marok die Waffe zurück.

"Ich schlage vor wir warten hier, bis das Vieh wiederkommt. Dann zerschießen wir es zu Staub. Die Frage ist, was machen wir danach? Ohne Arzt an Bord könnte das für dich ungemütlich werden. Meinst du, Raschkralle kann dich behandeln?"

Langsam konnte Silvana wieder klar denken. Die Anspannung, die vor allem von der Angst um Marok stammte, wich von ihr. Sie gewöhnte sich auch an den Schmerz in ihrer Hüfte und versuchte ihre momentane Situation klar zu erfassen um einen Plan für die nächsten Minuten zu schmieden.

"Ich bin im Moment nicht so wichtig. Was ist mit dem Vieh? Wie konntest du es abschütteln? - Es... es hat dich verletzt..." Sie legte ihre Hand besorgt auf den Oberschenkel seines gesunden Beines und fühlte selbst jetzt die magische Anziehungskraft zwischen ihnen.

Dann sah Silvana in seine hellgrauen Augen und verlor sich für Sekunden darin. Unfähig sich zu erinnern wo sie waren. Erleichtert darüber, daß er nur eine Fleischwunde vom Kampf davongetragen hatte.

"Ein pelziges Tier ist aufgetaucht und hat mir mit seinem Eingreifen das Leben gerettet. Ich habe so eine Rasse noch nie gesehen. Aber ich sah es auch nur für Bruchteile einer Sekunde, bevor ich fliehen mußte. Durch meine Verletzung wäre der Kampf zu meinen Ungunsten ausgefallen." Es war nicht einfach für Marok das tote Insekt von Silvanas Beinen wegzuzerren. Trotz seiner Verwundung schaffte er es schließlich.

"Dann kann es sein, daß sie noch kämpfen?", fragte Silvana weiter und schien seine Bemühungen gar nicht registriert zu haben. Etwas enttäuscht machte er sich nun daran das Metallteil, das zum Großteil in ihrer Hüfte steckte, vom Schiff zu lösen, was ihm schließlich auch gelang. Aufatmend setzte er sich neben sie.

"Nein, das denke ich nicht. Das Tier würde ihm schnell unterliegen, also wird es fliehen um sich zu schützen. Es hat so lange mit ihm an Bord überlebt, daß ich denke, es wird ihm nichts geschehen. " Marok sah immer noch besorgt auf ihre Wunde. Sie mußte extrem schmerzhaft sein, doch Silvana verlor kein Wort darüber.

Statt an ihre medizinische Versorgung zu denken, kam Silvana plötzlich ein Gedanke. Sie öffnete den Mund um Marok nach einem weiteren Detail der Jagd zu fragen, schlug dann aber kurz entschlossen auf ihren Kommunikator.

"Silvana an Jean-Luc: Identifiziere die fremde Spezies an meinem Aufenthaltsort und teile mir den Aufenthaltsort der zweiten mit."

"Sir, wenn ich mir zu bemerken erlaube, diese Frage ist fast zu einfach für einen technisch hoch spezialisierten und hoch entwickelten Androiden wie mich. Ich verfüge über zahlreiche positronische..."

"Wo? Sag mir nur wo?!", schrie Silvana in den Kommunikator und das Raubtier in ihr sträubte das Fell.

"Es befindet sich gerade drei Schritte von Raschkralle entfernt, die gerade bis an die Wand zurückgewichen ist."

"Scheiße", rief Silvana und gab dann den Befehl: "Computer, beame das Wesen sofort in das Welta... nein, errichte um das Wesen sofort ein Kraftfeld mit der Stufe 10 um es unschädlich zu machen." Ganz knapp hatte Silvana sich daran erinnert, daß Slade das Wesen lebend haben wollte. Es war zwar nicht der Gast, nachdem sie gesucht hatten, aber dieser Fang würde ihn noch mehr freuen. Für diese Spezies würde er eine Menge Latinum herausschlagen können.

"Raschkralle an Silvana: Scheiße, was hast du dir Zeit gelassen. Ich dachte mein letztes Stündlein würde schlagen. Was haben wir für eine Sicherheit an Bord, wenn solche Dinger - verflucht nochmal - ganz einfach auf die Brücke kommen können um mir in den Rücken zu fallen!?"

"Silvana an Raschkralle: Halt mal die Luft an, Kleines und stell mir eine direkte Verbindung mit dem Captain her. Ich komme selbst auf die Brücke, Plüschohr. En..."

"Du kannst doch nicht...", unterbrach Marok ihr Gespräch, wurde aber seinerseits wieder von Silvana unterbrochen.

"Ende", wiederholte Silvana. "Ich kann und ich werde. Es ist meine Pflicht, als Chefin der Sicherheit. Marok schaffst du es mit deinem Bein bis zur Krankenstation?" Er nickte bejahend. "Dann läßt du dich medizinisch versorgen - nein, keine Widerrede, wir wissen nicht, was für Keime dieses Vieh an sich hatte - und wenn es dir besser geht, erkunde die Röhren, ob du wo... Gelege dieser Viecher finden kannst. Da es sich bei diesen insektenartigen Wesen um ein Pärchen gehandelt hat, liegt die Wahrscheinlichkeit nahe, daß noch irgendwo die Brut davon steckt."

Marok schien die Notwendigkeit dieser Sicherheitsmaßnahme einzuleuchten, trotzdem sah sie ihm an, daß er keineswegs begeistert davon war, sie ohne medizinische Versorgung auf die Brücke zu lassen. Bevor er sie durch seine Nähe davon überzeugen konnte ihre Pflicht zu vernachlässigen, zog sie ihn an sich und küßte ihn heiß. Seine Berührung und Nähe entflammten das Feuer zwischen ihnen zu einem Vulkan kurz vor dem Ausbruch.

Trotz ihrer Schmerzen waren sie versucht sich zu vergessen und hier in der Röhre fortzusetzen, was sie am Gang begonnen hatten, aber Silvana ermahnte sich selbst zur Vernunft. Zuerst mußten sie beide wieder einigermaßen wieder hergestellt sein, bevor sie dieses Risiko eingehen konnten.

'Der nächste Teil der Phase wird auch für dich eine Herausforderung werden', dachte sie und lächelte Marok wissend an.

"Computer beame mich auf die Brücke!", befahl sie, kaum, daß sie sich von ihm losgelöst hatte.

--- Brücke

Das nächste was sie sah war eine ziemlich gereizte Wildkatze, die ihren in seinem unsichtbaren Gefängnis tobenden Gefangenen umrundete und anscheinend ihren Platz an der Steuerung nicht einnehmen wollte, da sie dann dem Wesen den Rücken hätte zukehren müssen.

Silvana hatte noch nicht mal Luft geholt, als auch schon zahlreiche Vorwürfe auf sie hernieder prasselten. Wüste Drohungen und Beschimpfungen, die selbst für diese Katze erstaunlich waren.

"Raschkralle, stell die Verbindung her oder ich deaktiviere das Kraftfeld", sagte Silvana betont ruhig und leise, während ihre Pupillen zu schmalen Schlitzen wurden. Ihre Stimme war dabei so eisig, daß Raschkralle erschrocken die Ohren anlegte und die Nackenhaare aufstellte. Ohne Widerrede ging diese wieder an ihre Konsole zurück. Die unterschwellige Botschaft hatte sie erreicht. Silvana drohte nur einmal.

"Verbindung hergestellt", meinte Raschkralle betont kurz angebunden und fühlte sich sichtlich in ihrer Autorität als Brückenoffizier untergraben.

"Silvana an Slade. Es gab einige Komplikationen an Bord. Wir haben da etwas gefangen, was deine Aufmerksamkeit erregen wird. Leider hat Marok beim Kampf eine ziemlich tiefe Fleischwunde davongetragen - er läßt sich gerade notdürftig vom MHN versorgen - und ich scheine mir in paar Nerven ernstlich verletzt zu haben. Jedenfalls den Schmerzen zufolge. Falls es also auf dem Planeten einen Arzt gibt, den du davon überzeugen kannst bei uns seinen Dienst anzutreten, dann laß dir nicht zuviel Zeit und schick ihn nach oben. Silvana Ende."

--- Shuttlerampe des Maquis-Stützpunkt

Slade, der gerade mit der Gruppe die Shuttelrampe erreicht hatte, in der Narbo aus seinem Shuttle kletterte, hatte sofort die Selay-Schiffe entdeckt. Nach Silvas Nachricht hätte er gute Lust gehabt sofort wieder auf das Schiff zurückzukehren, um sich ihre Beute anzuschauen.

Aber wenn es hier Selay gab, mußte er persönlich hier bleiben. Diesen Kreaturen war nicht zu trauen, und er hatte die Erfahrung gemacht, daß der einzige, der Slades Interessen wirkungsvoll vertreten konnte, Slade war. Er war sicher, daß es in irgendeiner Form zu einer Geschäftsbeziehung zu diesen Leuten kommen würde.

Er schaute Elias an und reagierte auf Silvas Nachricht. "Sie haben es gehört. Eigentlich wollte ich erst später darauf zu sprechen kommen, aber nun muß ich es jetzt schon wissen. Ist unter den ehemaligen Minenarbeitern, die sich für mein Schiff gemeldet haben, ein Arzt?"

Elias schüttelte den Kopf. "Ärzte findet man selten unter Minenarbeitern. Ich kann Ihnen höchstens ein paar Leute mit medizinischen Grundkenntnissen anbieten, die sich als Krankenpfleger eignen. Aber Ärzte? Nein."

Kargan mischte sich ein: "Sir, ich könnte mir die Frau einmal ansehen. Meine Anwesenheit hier unten ist zur Zeit nicht unbedingt erforderlich."

Elias nickte und meinte zu Slade: "Dr. Kargan ist ein guter Arzt. Wir können ihn mit der ersten Fuhre Dilithium zu Ihrem Schiff schicken. Als wir gesehen haben, daß Sie mit einem kleinen Ferengishuttle kommen, haben wir uns gedacht, daß es nicht Ihre gesamte Ladung enthält, die wir erwartet haben. Daraufhin haben wir schon einmal einen kleinen Transporter beladen. Ich hoffe doch, daß Sie die Ladung bei sich haben?" Seine Stimme senkte sich leicht drohend.

Slade lachte dröhnend. "Dieses Shuttle ist zur Zeit das einzige Beförderungsmittel, dem wir auf unserem Schiff trauen können. Es gehört meinem Barmann, dem Ferengi, der Sie hier so stürmisch begrüßt hat. Das einzige, was das Shuttle transportiert hat, sind wir. Meine Ladung befindet sich noch an Bord meines Schiffes. Normalerweise wäre ich ja alleine gekommen, aber diese drei Passagiere wollten unbedingt hier abgesetzt werden. Warum, das sollen sie Ihnen am besten selber erzählen.

Dr. Kargan, wenn Sie auf mein Schiff kommen, dann erwarten Sie bitte keine hypermoderne Ausstattung. Was Sie genau in der Krankenstation erwartet, kann Ihnen am besten David erzählen.

Elias, haben Sie gute Techniker und Ersatzteile hier?"

Der Bajoraner schaute den Anticaner an, verwundert über den raschen Themenwechsel. "Selbstverständlich. Es haben sich sogar einige meiner Leute für Ihr Schiff gemeldet. Zusammen mit denen aus der Mine sind es etwa siebzig. Sie müssen nur sagen, wen Sie davon haben wollen. Ersatzteile können wir zwar nur in begrenztem Umfang replizieren, aber ich hoffe, diese Situation wird durch Ihre Lieferung besser."

Slade wollte schon antworten, daß er zur Zeit alle Techniker der Welt brauchen könnte, entschied sich im letzten Moment allerdings geschäftstüchtiger: "Ich kann natürlich nur die besten Leute brauchen. Wenn es so viele sind wie Sie sagen, muß ich sie testen. Am besten, sie kommen alle auf mein Schiff. Ich gebe jedem eine Aufgabe und die, die sie am besten lösen, können bleiben."

Elias antwortete: "Kein Problem, wenn Sie das so wollen."

Slade hüpfte innerlich. Das bedeutete, daß das Schiff fast kostenlos generalüberholt werden würde. Die 'Tests' würden sich über einen längeren Zeitraum hinziehen...aber nachdem seine nächsten Geschäftspartner sich ohnehin erst auf seine Nachricht hin zu ihrem Treffpunkt begeben würden, konnten sie gerne noch eine Woche warten.

David, der sich mit dem inzwischen etwas blasseren Kargan unterhalten hatte, verabschiedete sich von Slade. Zusammen mit Telara, Cassandra und einem Vulkanier, der sich als stellvertretender Leiter der Station vorgestellt hatte, verschwand er.

--- Bar des Maquis-Stützpunktes

In der Bar angekommen, erfuhr Slade, daß sich insgesamt 248 Leute Interesse für die Privateer angemeldet hatten, darunter erwartungsgemäß fast alle der 200 Minenarbeiter. 27 Arbeiter wollten nicht anheuern, sondern suchten nur eine Passage zu einem anderen Sternensystem, 11 hatten bereits beim Maquis angeheuert Was Slade erstaunte, waren die 86 Maquis, die ein Leben auf seinem Schiff der Mitgliedschaft bei dem Maquis vorzogen.

Da Slade nur 190 Leute brauchte, hatte er einiges an Personalüberschuß, was bedeutete, daß er bei den Lohnverhandlungen knauserig sein konnte.

Er kippte sein andorianisches Heilwasser hinunter, das er immer bei geschäftlichen Verhandlungen zu trinken pflegte.

Als er sich umschaute, fiel ihm noch etwas ein: Da ihm 50% des Gewinns der Bar gehörten, und seine Leute wenig andere Gelegenheit hatten, ihr Geld auszugeben, floß letztendlich ein großer Teil davon wieder zurück in seine Tasche. Er lächelte sein hungriges Raubtierlächeln.

Ob es hier wohl Ratten oder Mäuse gab?

--- Maquis-Stützpunkt, Handelszentrum

Das Angebot in diesem Stützpunkt war enorm. Jeder Schmuggler der Galaxis war scheinbar hier und bot seine Waren an. Einige alte Bekannte hatte Narbo auch gesehen, war ihnen aber vorsichtshalber aus dem Weg gegangen.

Als der Ferengi eine kleine düstere Ecke außerhalb der eigentlichen Verkaufszone erreichte, sah er ein dünnes, langes Irgend etwas sich bewegen. Und es war nicht allein! Mindestens ein Dutzend der gleichen geheimnisvollen Konturen waren zu erkennen. Schlangenförmige Schatten wurden auf die Wand geworfen und wirrten durcheinander. Von Neugier gepackt, bewegte sich Narbo leise darauf zu und sah den Ursprung dieser Schatten.

Vor ihm stand ein doppelt so großer, grüner Alien, dem aus den Seiten viele Tentakel wuchsen. Zuerst hatte Narbo gedacht, daß er von Schlangen angegriffen würde, aber die Tantakel schwangen harmonisch durch die Luft und manche trugen Paletten hin und her. Ein anderes bediente eine Konsole.

Während Narbo versuchte sich leise wieder fortzubewegen, hörte er eine Stimme in seinem Kopf. Sie war zuckersüß und triefte geradezu vor Freundlichkeit: "Was kann ich für Sie tun? Wünschen Sie etwas zu kaufen?"

Der Ferengi fühlte sich ertappt und drehte sich blitzschnell um. Geschockt von der netten Reaktion stotterte er und antwortete schließlich: "Ähhhmmm - ja, ich suche - ähhhmmm, ich suche Getränke. Alkoholische Getränke."

Und wieder ertönte diese zuckersüße Stimme in seinem Gehirn, ohne auch nur im geringsten aufdringlich zu erscheinen: "Was für ein Glück, daß das Schicksal uns zusammenführt. Ich handle zufällig mit Getränken. Aber ich habe mich ja noch gar nicht vorgestellt. Meine Name ist Anturios. Mir gehört dieser Laden." Während Narbo immer noch versuchte sich vom Anblick der Tentakel loszureißen, probierte er ein Gesicht zu erkennen, in das er schauen konnte. Aber es war nichts zu erkennen. Statt dessen merkte er, wie sich ein Tentakel näherte und sich wie eine Kobra einen Meter vor ihm aufrichtete.

Nervös schritt der Ferengi hin und her, aber das Tentakel folgte seinen Bewegungen. 'Scheinbar können die Tentakel sehen!', überlegte er vor sich hin, als ein Stuhl sich durch die Luft auf ihn langsam zubewegte und vor ihm stehen blieb. "Wollen Sie sich nicht setzen?", fragte die Stimme in seinem Kopf und Narbo antwortete dadurch, daß er auf dem Stuhl Platz nahm.

Schweigen.

"Nun, was brauchen Sie denn?", durchbrach der Fremde, der sich selbst Anturios nannte, die Stille. Daran, daß er die Stimme nur in seinem Gehirn hörte, hatte sich Narbo langsam gewöhnt und bemerkte es kaum noch.

"Ich bin an ungefähr 5 Hektolitern interessiert. Ich leite eine Bar auf einem Raumschiff, benötige also eine typische Auswahl an Getränken", formulierte er die Worte und erkannte plötzlich, daß er die letzten Worte nicht ausgesprochen hatte. Nur in seinen Gedanken existierten die Wörter. Trotzdem schien der Fremde ihn verstanden zu haben, denn er reagierte mit einem "Das sollte möglich sein!".

Ein Schauer lief Narbo über seinen Rücken. Er hatte immer Angst vor Telepathen gehabt. Daß sie ihn benutzen könnten. Dieser hier schien ein reines Gewissen zu haben, aber vielleicht war es ihm möglich sich so gut zu verstellen. Narbo würde vorsichtig bleiben!

Er wollte sich gerade etwas entspannen, als die Stimme ihn erneut etwas fragte: "Sie haben von einem Schiff gesprochen. Wenn ich fragen darf, wäre es wohl möglich meine Person mitzunehmen? Offen gesagt, reagieren einige Lebensformen hier recht feindselig auf mich."

Diese Offenheit hatte Narbo weder erwartet noch gewollt, dachte aber doch über die Frage des Fremden nach. "Nun, es wird nicht ganz billig werden, aber ich denke, daß dies prinzipiell möglich ist. Als Bezahlung würden wir auch einen Rabatt von, sagen wir, 25% auf die Getränke akzeptieren."

Narbo wußte zwar, daß er sich ohne Rücksprache mit Slade weit aus dem Fenster lehnte, aber wenn Anturios dem Geschäft zustimmen würde, profitierte auch Slade davon. Schließlich würden seine 50% Gewinnbeteiligung dadurch maximiert werden und auch der kleine Einstiegskredit, um den ihn Narbo bitten wollte, würde kleiner sein.

"Hmm, scheint ein faires Geschäft zu sein. Ich akzeptiere Ihre Bedingungen." Narbo war verblüfft, als er diese Worte hörte. Er hatte mit langen Verhandlungen gerechnet, die den Rabatt noch drücken würden, nicht aber mit einer Zusage."

"Ich denke, dann kontaktiere ich mal meinen Captain!", schluckte er und betätigte das Gerät an seiner Brust: "Slade, ich habe hier jemanden den du kennenlernen solltest!"

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