--- Private Raumstation 'Blue Moon', Shuttle
"WIEVIEL???"
Der schmächtige Ferengi zuckte bei dem Grollen, das ihn aus der Brust seines
Gegenübers erreichte, zusammen. Es passierte nicht oft, daß Delmok
vor einem Kunden, der schließlich etwas von IHM wollte, regelrecht Angst
bekam. In Augenblicken wie diesen fragte er sich, ob eine Chuliazucht auf Berlia
4 nicht doch einträglicher gewesen wäre als der Handel mit gebrauchten
Raumschiffen. Er hatte aber auch nicht oft Kunden, die drei Köpfe größer
waren und aussahen, als ob sie am Liebsten Ferengi in Aspik essen würden.
Er wußte, daß Anticaner ihre Nahrung unmittelbar vor dem Essen selber
töteten, und deshalb zog er von dem genannten Preis schnell das Gehalt
seines Lagerarbeiters für die nächsten drei Monate ab. Der Mann arbeitete
sowieso zu langsam.
Mit diesem Preis schien der Anticaner einigermaßen leben zu können, deshalb pries Delmok das Schiff weiter in den leuchtendsten Farben an: "Die Privateer ein Schiff der Norway-Klasse. Sie wurde vor 5 Jahren als Diplomatenschiff U.S.S. Cochrane entwickelt, hat ein paar unbedeutende Gefechte hinter sich und wurde vor zwei Monaten außer Dienst gestellt, ist also fast neu, wenn man die erwartete Lebenserwartung von 140 Jahren bedenkt. Die Warpgondeln sind um 45 Grad schwenkbar, was dem Schiff eine exzellente Manövrierfähigkeit gibt. Sie können keine bessere Wahl treffen, zumal Sie im gesamten Föderationsraum kein Schiff dieser Klasse zu kaufen finden werden."
"Ich würde das Schiff gerne einmal von innen sehen", schnitt Slade, der Anticaner dem Ferengi das Wort ab. "Schließlich werde ich das Schiff etwas ... zweckentfremden, und deshalb möchte ich sehen, wieviel ich noch in den Ausbau stecken muß."
Slade war mißtrauisch. Das Schiff sah nicht schlecht aus, war wirklich fast neu, und der Ferengi war ihm zu schnell mit dem Preis heruntergegangen. Zudem: Warum wurde ein fast neues Schiff außer Dienst gestellt? Sicher nicht weil es die Erwartungen übertraf. Auch aus diesem Grund wollte er das Schiff von innen sehen.
Von außen machte das Schiff einen sehr guten Eindruck. Slade fiel jedoch auf, daß alle anderen horizontal ausgerichtet im Raum hingen, und ausgerechnet dieses Norway nur einen Blick auf seine Oberseite erlaubte. Slade ignorierte den etwas blasser werdenden und immer hektischer redenden Ferengi und steuerte das Shuttle unter das Schiff. Diese Seite des strahlend weißen und polierten Schiffes war schwarz angekokelt. Offenbar hatte es mindestens einen schweren Kampf hinter sich und es war nicht ganz klar, ob es als Sieger aus diesem Kampf hervorgegangen war.
Wenn es von innen genau so aussah, würde er für den Preis sicher noch den Umbau einiger Personenquartiere in Frachträume bekommen. Und vielleicht noch einige Torpedos.
--- An Bord der Privateer
Als sie angedockt hatten und die Tür sich klappernd öffnete, wußte Slade, daß er volle fünfzig Torpedos bekommen würde. Irgendwelche Kabelverbindungen hingen herunter, Abdeckhauben waren, wenn sie noch vorhanden waren, verbeult und saßen schief in den Halterungen. Überall lag irgendwelcher Elektronikschrott herum.
Der Turbolift, der die beiden zur Brücke brachte, funktionierte, auch wenn das Licht ständig flackerte.
--- Brücke der Privateer
Die Brücke war ein Chaos. Slade wandte sich beunruhigend langsam zu dem Ferengi um. Dieser war schon seit einiger Zeit recht kleinlaut geworden und wich nun langsam zurück.
Slade wollte dieses Schiff, weil diese Klasse extrem schnell und manövrierfähig und als ehemaliges Diplomatenschiff mit den neuesten Waffen ausgerüstet war. Aber es wäre taktisch unklug, den Ferengi merken zu lassen, daß Slade nur wegen diesem Schiff hierher gekommen war. Zuerst hatte er so getan, als ob er sich für irgendwelche andere Frachter interessierte, aber insgeheim hatte er sich immer dieses schnittige Schiffchen hier angeschaut.
Der Ferengi redete schon wieder wie ein Wasserfall, aber Slade schnitt ihm erneut das Wort ab: "Delmok. Dieses Schiff ist ein Wrack. Wenn ich keine Verschrottungsgebühr verlange, sind Sie schon gut bedient."
Delmoks Augen wurden größer, aber Slade redete weiter: "Ich mache Ihnen einen Vorschlag: Sie übernehmen die Kosten für die Instandsetzung, den Einbau eines vernünftigen Frachtraumes, eine volle Ladung Torpedos und ein Computerupdate, mit dessen Hilfe das Schiff mit Minimalbesatzung fliegen kann, und ich zahle ihnen...einen Moment..." Slade zog ein Padd aus der Tasche und rechnete eine Zeitlang.
Feine Schweißperlen glitzerten auf der Stirn des Ferengi. Würde er den Schrotthaufen wirklich loswerden? Der Preis, den der Anticaner nun nannte, war akzeptabel, zumal er mit einigen Werftleitern freundschaftlich verbunden war. Das heißt, sie schuldeten ihm noch einen Gefallen, was bedeutete, daß der Umbau zwar billiger, aber wahrscheinlich nicht ganz so gründlich werden würde. Aber das war dann nicht mehr sein Problem...
--- Drei Monate später, 'Blue Moon', Shuttle
Slade stand unter Hochspannung. Heute würde er gleich zwei Tests durchführen. Zum Einen hatte er vor ein paar Tagen die Nachricht bekommen, daß sein neues Schiff nach seinen Vorstellungen umgebaut und renoviert worden ist. Dieses Schiff würde er auf Herz und Nieren testen.
Zum Anderen hatte er vor einiger Zeit in einer Raumfahrerkneipe eine seltsame
Begegnung gehabt:
Es begann an einem Spielautomaten. Er war kein schlechter Pilot, und hatte schon
so manchen Polizeikreuzer abgehängt, deshalb hatte er sich auf diese Wette
eingelassen. An diesem Automaten konnte man Schlachten gegen das Dominion nachspielen.
Was das kleine räudige pelzige Wesen mit dem fürchterlichen Mundgeruch,
das ihn leichtsinnigerweise herausgefordert hatte nicht wußte, war, daß
er an diesem Automaten schon seit einigen Monaten in jeder freien Minute spielte.
Slade begann.
Er war so gut wie noch nie, spielte fast eine Viertelstunde, verdoppelte glatt seinen High-Score und schaute seiner Herausforderin gelassen in die Augen.
Diese schwang sich schon ein wenig spöttisch in den Pilotensessel, und spielte. Es war 2130. Als sie um 0005 immer noch nicht fertig war, so viele Bonusleben angehäuft hatte, daß sie noch ein paar Tage weiterspielen könnte und ihre Konzentration in keiner Weise nachließ, wußte er einerseits, daß er die Lokalrunde zahlen durfte und andererseits, daß er eine Pilotin für sein neues Schiff gefunden hatte.
Nun wollte er nicht nur sein Schiff, sondern auch seine Pilotin unter Einsatzbedingungen testen. Wenn diese beiden sich gut verstanden, wäre der Anfang eines neuen Lebensabschnittes perfekt.
--- Private Raumstation 'Blue Moon'
Als sie an der kleinen privaten Raumstation anlegten, sah er sofort 'sein' Schiff. Diesmal parkte es wie die anderen, und die einst schwarz angekokelte Unterseite war strahlend weiß.
Delmok war auf die Besucher gut vorbereitet. Der Werftvorsteher hatte jede
Menge Farbe darauf verwendet, das Schiff einigermaßen überholt aussehen
zu lassen, und es würde nun sogar auf Warp gehen können.
Wahrscheinlich.
Jedenfalls ziemlich sicher.
--- An Bord der Privateer
Der Kontrollgang fiel offenbar zur Zufriedenheit des Anticaners aus, und als er einen Probeflug verlangte, stimmte Delmok ohne Bedenken zu.
--- Brücke
Das Chaos auf der Brücke war einer recht normalen Optik gewichen. Das Einzige, was nicht normal war, war der Androide, welcher neben dem Captainssessel stand.
"Was ist denn das für ein Blechtrottel?", fragte Slade den Ferengi.
Dieser antwortete: "Sie wollten ein Update für den Bordcomputer. Dieses ist etwas veraltet, und Sie hatten nicht gesagt, daß Sie reine Software wünschen. Jean-Luc habe ich sehr günstig bekommen, und für ein modernes Update hätten Sie wesentlich mehr zahlen müssen."
"Wieso Jean-Luc?", erkundigte sich Slade mit leichter Abscheu in der Stimme.
"Die frühere Besitzerin war eine heftige Verehrerin des Flaggschiffes der Föderation und dessen Mannschaft", antwortete Delmok. "Ich habe gehört, daß sie dem neuen Bordcomputer ein Sprachmuster von Cmdr. Riker verpaßt hat, den sie letztes Jahr auf Rissa kennengelernt hat."
Slade war das alles recht egal. Er hatte nicht damit gerechnet, ein solches Besatzungsmitglied zu bekommen. Aber immerhin ersetzte er massenweise Leute, denen er ansonsten einen Anteil an der Beu...äh, am Verkaufserlös abgeben müßte.
Er setzte sich in den Kommandosessel und schaute sich um. Nicht schlecht. Seine neue Pilotin hatte es sich schon in ihrem Sessel bequem gemacht. Er wunderte sich, wie sie es schaffte, ihren nicht sonderlich großen Körper so zu plazieren, daß sie alle Steuerelemente gut erreichen konnte.
Slade aktivierte mit einem Handgriff den Computer. Blinkende Lämpchen zeigten an, daß das Schiff betriebsbereit war. Er wies seine Steuerfrau an: "Raschkralle, bring uns raus. Halber Impuls. Kurs...öhm - mir egal. Irgendwo, wo Du schon immer mal hinwolltest. Aber nicht ganz so weit."
Sie erwiderte: "Aye, Captain, halbe Impulskraft. Kurs 1-9-3-"..."Moooment", unterbrach er sie. "Zuerst einmal sind wir hier nicht auf irgendeinem Föderationsschiff. Das ich der Captain bin, weiß ich, aber Du nennst mich Slade. Kapiert? Und wohin wir fliegen ist mir egal. Hauptsache, Du bringst die Mühle auf Maximumwarp. Hau rein."
Das Arbeitsgeräusch des Antriebs wurde intensiver, und das Schiff verließ seinen Platz in einer eleganten Kurve. Als der Sicherheitsabstand zu den anderen Schiffen groß genug war, meldete Raschkralle: "Wir sind bereit für Warp, Cap...äh...Slade!"
"Na denn mal los!", erwiderte er. Raschkralle betätigte einen Schalter, und die Sterne auf dem Bildschirm verwandelten sich in langgezogene Striche.
Slade beobachtete den Ferengi aus den Augenwinkeln, der sich inzwischen in dem Sessel des ersten Offiziers niedergelassen hatte. Delmok zeigte noch keine Schweißperlen. Sollte er tatsächlich gute Arbeit geleistet haben?
Der Roboter hatte inzwischen ebenfalls seine Arbeit aufgenommen, wie man an seinen sporadisch ruckenden Kopfbewegungen sehen konnte. Slade beschloß, ihn einmal auszuprobieren.
"Jean? Bitte eine komplette Diagnose des Schiffszustandes."
Keine Reaktion.
Slade wandte sich dem Androiden zu: "Du, Androide, ab sofort heißt Du Jean. Oder Automat. Oder Roboter. Oder Blechtrottel. Oder Konserve. Oder alle Anreden, die Du nicht sofort irgendwem sonst zuordnen kannst."
Die Antwort kam schnell: "Jawohl, Sir, alle Systeme funktionsfähig, Sir. Besatzungsstärke liegt allerdings unter Minimum. Bestimmte Funktionen können nur eingeschränkt ausgeführt werden. Scanner zeigen ein Danube-Klasse Föderationsshuttle im Gefecht mit einer Borg-Sphäre."
Slade hatte die Tragweite des letzten Satzes, der im gleichen Tonfall wie der Rest der Meldung erklang, noch nicht ganz erfaßt, als die beiden Schiffe auch schon auf dem Schirm erschienen. Ein Torpedo detonierte und riß Teile des Shuttles in die Unendlichkeit. Das Schiff taumelte eine Zeitlang dermaßen wild, daß die Borgphaser es knapp verfehlten. Der Traktorstrahl hatte allerdings mehr Glück und stabilisierte das Taumeln sehr rasch.
Jean reagierte: "Sir, die Schilde des Shuttles sind zusammengebrochen, das Lebenserhaltungssystem ist ausgefallen. Ich registriere nur noch eine Lebensform an Bord. Die Selbstzerstörung wurde soeben aktiviert."
"Einen Kanal öffnen", verlangte Slade.
Auf den Hauptschirm erschien prompt das Bild einer kämpferischen Frau mit gelben Augen. Sie saß still und gespannt in ihrem Kommandosessel, schien nur ansatzweise auf die Kommunikation zu achten.
Raschkralle war begeistert, sie hatte schon befürchtet, sie würde ihre alten Tage mit billigen Wetten an Spielautomaten zu Ende bringen um dann schlußendlich betteln zu gehen. Sie hatte sogar tatsächlich überlegt, sich der Föderation auszuliefern, ihre Gefängnisse waren ziemlich human und sie hätte dann wenigstens regelmäßig zu essen gehabt.
Doch dann war dieser Fleischberg aufgetaucht und meinte sie solle sein Schiff
fliegen.
Sie streichelte heimlich die Konsole, endlich flog sie wieder !
Die Sterne, die funkelnden Sterne und dahinter die Freiheit !
Sternenfreiheit !
Leider wurde das Bild momentan durch den Anblick eines dieser häßlichen, nackten Menschen gestört. Nun zumindest hatte dieser Mensch vernünftige Augen.
Raschkralle ließ dieses herrliche Kleinod von Schiff tänzelnd einem Torpedo ausweichen, während des Manövers registrierten ihre feinen Ohren jedoch ein merkwürdiges Brummen das vom rechten Triebwerk ausging. Nunja, darum würde sie sich später kümmern.
Das Wesen auf dem Schirm stieß einen kurzen, jedoch ungemein schmutzigen, widerwärtigen und hinterhältigen orionischen Fluch aus. Raschkralle klappte beeindruckt für einen Moment die Ohren nach vorne.
Der komische Blechtrottel redete erneut mit diesem enervierenden Pfeifen im Hintergrund, das ihren Ohren so weh tat und meldete: "Auch die Borg-Sphäre weist Treffer auf, jedoch wird das Shuttle in wenigen Sekunden zerstört werden. - Und wir auch, wenn wir nicht schnell verschwinden."
Raschkralle musterte das Blechteil aus den Augenwinkeln argwöhnisch: 'Was war denn das für eine Programmierung ?'.
Auch der Ferengi mischte sich nun ein: "Ich denke Jean-Luc hat recht, wir sollten wirklich gehen. Es sieht nicht so aus als wenn die Borg uns etwas verkaufen wollten und diese Dame dort ist auch schon halbtot."
Er hatte diese Worte an Slade gewandt, stellte jedoch fest, daß dieser nicht mehr im Captains-Sessel saß, sondern mittlerweile an der Wissenschaftsstation stand und anscheinend die Umgebung scannte.
"Es gibt keine weiteren Schiffssignaturen. Außer ihr ist keiner hier und die Treffer am Borgschiff sind alle jünger als eine halbe Stunde."
Er wandte sich dem Shuttle zu und meinte: "Wir können dich an Bord beamen, wenn du für mich arbeitest."
Der nun folgende Fluch war noch gemeiner, dreckiger und kürzer als der vorherige, außerdem meinte die Menschin, daß sich der Captain sein Angebot doch dorthin stecken solle, wo nie die Sonne scheint.
Tatsächlich aktivierte sie sogar ihre Phaser und schoß auf die Privateer, jedoch wich Raschkralle erneut aus.
Slade ging schnell zum Lift. "Ich werde sie rüberbeamen, sobald ich Ihnen übers Intercom grünes Licht gebe zischen Sie ab wie eine verbrühte Katze !", er lachte kurz und bellend und verschwand im Lift.
Raschkralle fauchte, wandte sich dann aber den Kontrollen zu. Der Ferengi murmelte etwas von: "Es lohnt sich ja doch nicht, ...... lieber gleich fliehen ...., schlechter Tag heute ....."
Die Borgsphäre zielte erneut auf das Shuttle. Der Torpedo verließ die Sphäre und hielt auf das Shuttle zu. Raschkralle legte das Schiff leicht zur Seite um die Explosionskraft des Shuttles als zusätzlichen Schub für die Flucht zu nutzen.
WUMM !!!!
Der Torpedo traf, das Shuttle explodierte.
"Jetzt !", rief Slade und Raschkralle startete bevor er beim ersten T angelangt war.
Die Borgsphäre folgte ihnen. Raschkralle flog einige erratische, rein instinktmäßige Kurven und Kehren um dann unvermittelt in den Warpflug zu wechseln, wieder raus zufallen, zu wenden, wieder springen und so weiter, bis sie merkte daß sie die Borgs abgeschüttelt hatten.
Wirklich ein tolles Schiff. Sie seufzte und setzte Kurs zurück zur Raumstation um den Ferengi dort abzusetzen.
--- Transporterraum
Die fremde Frau materialisierte sich im Transporter. Sie schaute Slade an, murmelte einen Fluch - er wollte gerade darauf erwidern, daß sie eigentlich seine Mutter nicht kennen konnte - verdrehte die Augen, so daß nur noch das Weiße darin zu sehen war und brach zusammen.
Slade fiel erst jetzt die schwere Wunde am Hinterkopf auf und er leitete einen Nottransport zur Krankenstation ein.
--- Weg zur Krankenstation
Slade schlug auf seinen Kommunikator - es war sehr praktisch, daß die Kommunikatoren zur Standardausrüstung des Schiffes gehörten - und rief die Krankenstation:
"Slade an Krankenstation. Medizinisch-Holographisches Notprogramm aktivieren.
Slade Ende. - Slade an Raschkralle. Status?"
Die Antwort kam sofort: "Wir haben die Sphäre abgeschüttelt und
befinden uns im Anflug auf die Raumstation Blue Moon. Raschkralle Ende."
Slade hatte sich wegen des ungleichmäßigen Maschinengeräuschs schon gewundert, aber offenbar hatte seine Navigatorin ein paar Haken geschlagen. In der kurzen Zeit eine Borg-Sphäre abzuhängen war eine absolute Meisterleistung. Er rieb sich die Hände.
--- Krankenstation
Slade betrat die Krankenstation und wußte, daß sie sowohl einen Transporterchief als auch einen Mediziner an Bord nehmen mußten. Er hatte die Frau auf die Krankenstation gebeamt, und sie war sogar in einem Stück angekommen. Aber statt daß sie bereits auf einem Krankenbett lag, war sie über einer Steuerkonsole zu einem kleinen Knäuel zusammengesunken. Der holografische Doktor stand daneben und gab ständig ein "Bitte spezifizieren Sie die Art des medizinischen Notfalls" von sich.
Slade raufte sich das Fell und hielt anschließend einige Büschel Haare in den Händen. Vielleicht hätte er auf dem Shuttle doch kein romulanisches Ale trinken sollen. Er trug die Verletzte zu einem Bett und wies das MHN mit einigen unfreundlichen Worten an, sich um die Frau zu kümmern. Danach stapfte er zur Brücke zurück.
--- Brücke
Dort angekommen, bat er den Ferengi höflich und ruhig und fast ohne den Einsatz körperlicher Gewalt, ihm zu sagen, was er sich bei dem holografischen Doktor gedacht hatte.
Der Ferengi war zurückgewichen, hielt sich den schmerzenden Hals und rechtfertigte sich: "Für den Preis, den Sie bereit sind zu zahlen, können Sie aber wirklich nicht die neueste Generation eines MHN verlangen. Und da ich das Schiff habe komplett renovieren lassen, können Sie froh sein, überhaupt so ein Gerät zu besitzen."
Slade wußte, daß der Ferengi recht hatte. Deshalb knurrte er noch einmal und ließ sich mißmutig im Captainssessel nieder. Er mußte schauen, daß er ein billiges Update, oder noch besser einen billigen Mediziner bekam. Diese Automaten waren doch alle unzuverlässig.
--- Private Raumstation 'Blue Moon'
Die Papiere waren unterzeichnet, das Latinum transferiert und das Schiff gehörte nun ihm. Ein wunderbares Schiff, eines, mit dem er sich vor niemandem verstecken mußte. Endlich konnte er all die Sachen durchführen, die er schon seit Jahren plante. Jedenfalls, nachdem er es noch ein klein wenig mehr aufgepeppt hätte. Aber das ging nicht hier. Zu dem Zweck mußte er zuerst noch einige kleinere Transaktionen tätigen...
Raschkralle und er verabschiedeten sich von Delmok und gingen wieder auf ihr neues Schiff, nachdem sie das Raumtaxi, das sie hergeführt hatte, wieder zurückgeschickt hatten.
--- Brücke der Privateer
"Raschkralle, das Schiff gehört uns. Denn mal los. Wir fliegen zum Arphalis-System. Warp 8. Ich habs eilig."
Die Finger seiner Navigatorin bewegten sich schneller als er schauen konnte, und nach unglaublich kurzer Zeit meldete sie: "Kurs liegt an."
--- Private Raumstation 'Blue Moon'
Delmok starrte auf den Bildschirm, auf dem das ablegende Raumschiff zu sehen war. Er konnte es kaum glauben, er hatte es wirklich verkauft. Ein teurer Schrotthaufen. Daß er so lange einwandfrei gehalten hatte, war reiner Zufall.
Die Wirkung seiner Beruhigungsdroge, die er vor dem Abflug vorsichtshalber zu sich genommen hatte, ließ langsam nach, und die ersten Schweißperlen bildeten sich auf seiner Stirn.
Niemals hätte er es ohne die Droge geschafft, bei dem Manöver mit
dem Borgschiff dermaßen ruhig zu bleiben. Aber er wollte unter allen Umständen
den Eindruck vermitteln, daß er dem Schiff vollkommen vertraute. Selten
hatte er ein so gutes Geschäft abgeschlossen wie damals, als er diese Droge
erworben hatte.
Außer vielleicht heute...
--- Brücke der Privateer
Raschkralle gab den Kurs ein, dockte behutsam von der Raumstation ab und startete den Warpflug. Das Schiff schoß los wie ein silberner Fisch in den Bächen ihrer Kindheit, Raschkralle hätte beinahe geschnurrt, beherrschte sich aber noch rechtzeitig.
Auf einmal spielten sämtliche Trägheitskontrollen verrückt, der Captain wurde aus seinem Stuhl geschleudert und selbst Raschkralle mußte sämtliche Krallen in den Stuhl rammen um an der Konsole zu bleiben.
Ein kurzer Blick auf die Konsole sagte ihr, daß nicht etwa die Trägheit ausgefallen war, sondern die Kontrollen nicht in der Lage waren die heftigen Bewegungen des Schiffes auszugleichen.
Raschkralle fauchte einen deftigen Fluch und riß das Schiff so schnell wie möglich aus dem Warpflug. Direkt vor ihnen schmolzen die Sterne zu einem wüst aussehenden Asteroidenfeld zusammen.
Raschkralle aktivierte die Schilde in einer Geschwindigkeit die selbst ihren eigenen Rekord unterbot. Wenn Sivoaner hätten schwitzen können wäre sie jetzt wohl schweißgebadet gewesen.
Sie betätigte die Navigationskontrollen um einem größeren Asteroiden auszuweichen, jedoch reagierte das Schiff nicht mehr.
WUMM !!!
Raschkralle fing an, den Gesang der Todgeweihten zu intonieren. "Aaaioooouaaaaauuuuuuuooooooooorrrrrrrrrm, tktktktkttkssssssst, Eeeeeiiiiieeeeiiiiieeeeeeiissssst, oooooooouuuuuuuuuuiiiiiiiiiii, Mrrrrrrrmrrrrrrrooooooooooaaaaarrrr."
Trotzdem versuchte sie weiterhin, den Asteroiden auszuweichen, plötzlich reagierte die Navigation wieder, aber ziemlich heftig, das Schiff machte einen Satz und Raschkralles Magen hüpfte mit.
Hinter ihr spuckte der Captain einen Fluch aus, der sogar Raschkralles alte zerfetzte Ohren beleidigte.
Auf einmal waren sie durchs Asteroiden-Feld hindurch, Raschkralle stoppte sämtliche
Maschinen da sie diesen nicht mehr vertraute, setzte eine automatische Nachricht
in die Commstation, die jeden warnte sich ihnen zu nähern und meinte zum
Captain:
"Ich hoffe, Sie können ein Raumschiff reparieren, wir sollten uns
in den Maschinenraum begeben."
Sprachs und war schon unterwegs zum Lift, direkt davor zögerte sie einen Moment und wandte sich dann der Notstiege zu. In diesem Raumschiff würde sie fürs erste auf die Funktionsfähigkeit von GARNIX! vertrauen !
Das kleine Katzenwesen war schneller an ihm vorbei gehuscht als er schauen konnte. Er hatte noch immer ihren Gesang in den Ohren. Würde er diese Geräusche nun öfter hören? Was sollten sie bedeuten? Er selber sang immer unter der Schalldusche. Waren solche heftigen Manöver etwa eine Art Entspannung für sie? Wenn dem so war, dann würde sie sich sehr oft entspannen können.
---Turboliftschacht
Aber von seinem Schiff, auf das er so stolz gewesen war, hielt er mittlerweile bedeutend weniger. Als er Raschkralle folgte, bemerkte er, daß sie offenbar noch weniger von dem Schiff hielt. Sie benutzte die Notleitern in dem Turboliftschacht, ohne sich dem Lift anzuvertrauen.
Slade beschloß, ihr auf dem gleichen Weg zu folgen und bemerkte, daß die Handgriffe im Schacht geschwärzt waren, als ob hier ein mittelgroßes Feuer gewütet hätte. Er stieg wegen seines wesentlich höheren Gewichtes sehr viel vorsichtiger hinab als seine Steuerfrau, und da er so vorsichtig war, kam er auch ohne große Unfälle unten an.
--- Maschinenraum
Die Tür öffnete sich mit einem Zischen, und auf den ersten Blick sah alles vollkommen in Ordnung aus. Bis auf den Rauch, der aus einer Konsole quoll...
Raschkralle öffnete den nächsten Brandnotfallschrank und ergriff
den Löscher der dort war.
Besser gesagt, sie versuchte den Löscher zu ergreifen, faßte jedoch
schwungvoll ins Leere.
"Rrfffgkssssst!", fluchte sie. Sie öffnete den nächsten Notfallschrank, fand dort aber auch nichts. Der Captain jedoch entdeckte zumindest einen Schrank mit Verbandsmaterial und mit zwei Decken mit denen normalerweise Verletzte vor Unterkühlung bewahrt werden sollten, erstickten sie das Feuer.
Der Captain fing an die Konsole zu reparieren, als Raschkralle ein unregelmäßiges
Geräusch auffiel. Das Warptriebwerk ! Aber sie hatte es doch ausgeschaltet,
es durfte überhaupt nicht mehr
laufen und vor allem sollte es sich nicht so unregelmäßig anhören.
Der Captain wandte sich sofort an die nächste Konsole um die Warpkerne
manuell herunter zu fahren, hatte jedoch keinen Erfolg. Er fluchte kurz, aber
heftig und meinte zu Raschkralle:
"Dort, in dieser Jeffreysröhre befinden sich die manuellen Regler
fürs Warptriebwerk, kriech da rein und stell es ab! Schnell !"
Das letzte Wort hatte er halb knurrend ausgestoßen und Raschkralle schlüpfte ziemlich hurtig in die selbst für sie enge Röhre.
Drinnen roch es verschmort und es hingen Kabel und merkwürdige Geldinger ins Innere der Jeffreysröhre. Sie wich diesen Teilen so gut es ging aus und versuchte die vom Captain beschriebenen Handregler in dem Gewirr zu finden.
Da, das könnte mit viel Fantasie ein Regler sein. Vorsichtig betätigte sie ihn. "Cap!", brüllte sie nach hinten, "ich hab hier was gefunden, funktioniert es?"
"Soweit ich sehen kann ja!", hörte sie seine dumpfe Antwort. Raschkralle drehte den Regler weiter runter.
"Gut, das reicht!", ertönte die Stimme Slade's. Raschkralle kroch rückwärts wieder aus der Röhre. An einigen Stellen war diese jedoch so eng, daß es ihr das Fell gegen den Strich bürstete.
Als Raschkralle aus der Röhre kam, erinnerte sie an einen alten räudigen Teppich, der zufällig eine Stromladung abbekommen hatte. Glücklicherweise schwieg der Captain, so daß sich Raschkralle nicht mit tödlichem Ausgang um den Erhalt ihrer Ehre kümmern mußte. Tödlich für sie natürlich.
"Geh nach oben und kontrolliere die Anzeigen der Brücke, wir kommunizieren mit den Kommunikatoren, nicht mit dem Schiffsinternen Kommunikationssystem. Ich will wissen wieviel von dem, was hier passiert oben wirklich angezeigt wird. Ich führ hier ein paar Tests durch und repariere was ich kann.", meinte der Captain.
Wortlos wandte sich Raschkralle zum Liftschacht und kletterte nach oben.
--- 18 Stunden später, Brücke
Raschkralle fühlte sich furchtbar müde, ihre Finger wurden schon steif und sie blinzelte häufig. Der Captain kannte jedoch keine Gnade. Sie hatten in dieser Zeit festgestellt, daß die meisten Verbindungen vom Maschinenraum zur Brücke kurzgeschlossen waren. Slade hatte das wichtigste repariert und jetzt erst offenbarte sich ihnen das ganze Ausmaß des Schadens.
Die Privateer flog mehr mit gutem Willen als mit wirklicher Maschinenkraft. Noch flog sie nicht, dafür funktionierte das Lebenserhaltungssystem gut genug, daß sie nicht erstickten. Glücklicherweise hatten sie beide Fell, sie waren gezwungen gewesen die Temperatur runterzudrehen und die meisten Sektionen abzuschotten. Die letzte Energie die sie hatten, steckten sie in die Impulstriebwerke und mit diesen tuckerten sie nun langsam aber doch Richtung Arphalis.
Slade versuchte immer noch, die Warptriebwerke zusammenzuflicken damit die Reise dorthin keine 7 Jahre dauerte.
--- weitere 3 Stunden später, Brücke
Raschkralle hockte an der Technischen Brückenstation und döste vor sich hin als sie die grollende Stimme des Captains aus dem Halbschlaf riß.
"Checken Sie die Systeme, was sagt der Computer jetzt?"
Der komische Blechheini hatte sich als effektiver erwiesen als anzunehmen war, er war zwar nicht auf dem neuesten Stand jedoch funktionierte er einwandfrei, außerdem hatte er eine recht eigenwillige Programmierung und die beinhaltete die Fähigkeit zur Improvisation.
"Jean, check das Warptriebwerk.", sagte sie in Richtung wissenschaftliche Station, an die sich der Roboter angeschlossen hatte.
Dieser entgegnete: "Warptriebwerke einsatzbereit, Energie liegt bei 20%, maximale Geschwindigkeit: Warp 1,3. Geschätzte Flugzeit bis Arphalis: 25 Stunden."
Raschkralle war sogar zu müde den Blechmann anzufauchen, sie ging einfach zur Navigation und ging in den Warpflug über.
Einige Momente später kam der Captain auf die Brücke und haute seine Pranke vor Raschkralle auf die Konsole: "Das nächste Mal warnen Sie mich vor plötzlichen Flugmanövern, wenn die Trägheitsabsorber auf halber Leistung sind!", bellte er sie an.
Raschkralle zuckte zusammen und klappte die Ohren nach hinten. "Aye, Sir",
murmelte sie.
Sie konnte ein leises Zittern ihrer Pfoten nicht unterdrücken.
Slade musterte sie einen Augenblick ungerührt, dann meinte er: "Du kippst ja gleich aus dem Sessel, fliegt die Kiste jetzt? Dann geh ins Quartier und schlaf!"
Als Raschkralle zögerte knurrte er: "Wirds bald! Du bist in 8 Stunden wieder auf der Brücke und übernimmst die nächste Schicht."
Ohne sie auch nur weiter zu beachten ging er zum Captainssessel um das Schiff
von dort zu navigieren. Raschkralle schlich von der Brücke, begab sich
in ihr Quartier und schlief innerhalb von Sekunden tief und fest ein.
[NRPG: *schnarch*]
Slade war halb zufrieden. Von dem Schiff, von dem er anfangs so begeistert gewesen war, hielt er mittlerweile nur noch sehr wenig. Raschkralle hingegen hatte sich in den letzten Stunden - Tagen - er wußte es nicht mehr - als sehr fähig erwiesen. Ohne sie wäre das Schiff schon ganz am Anfang in einen Asteroiden gerauscht - mal davon abgesehen, daß er es sicher nicht geschafft hätte, den Passagier aus dem Shuttle zu holen und anschließend der Borg-Sphäre zu entkommen.
Ach ja, die Frau auf der Krankenstation. Zu Anfang hatte er jede Stunde nachgefragt, wie es ihr ging, aber mittlerweile hatte er das MHN so eingestellt, daß er benachrichtigt werden würde, falls sich etwas an ihrem Zustand änderte. Offenbar lag sie gerade in künstlichem Tiefschlaf. Es wurde wirklich Zeit, daß sie einen Mediziner an Bord bekamen.
Und einen Techniker.
Besser noch zwei.
Zu ihrem Glück war das System, auf das sie gerade zuschneckten, eine Art Technologiemekka. Die Wahrscheinlichkeit, dort einen Techniker aufzutreiben, welcher bereit war, seine öde Raumdocktätigkeit für eine Lebensstellung auf einem Schiff aufzugeben, war sehr hoch.
Was ihn eigentlich wurmte war, daß seine Geschäfte, die er schon vor dem Kauf des Schiffes angeleiert hatte, nun verschoben werden mußten. Drei Komverbindungen später war auch das erledigt. Schließlich sollte die Gro'Tschnagh nicht zu lange auf ihn warten müssen. Das könnte leicht den Sinn des ganzen Unternehmens gefährden.
Zum siebten Mal ließ Slade den Computer den weiteren Kurs berechnen.
Er langweilte sich.
Mit Raschkralle auf der Brücke hatte er Unterhaltung, und wenn er daran
dachte, wie sie ausgesehen hatte, als sie aus der Jeffreysröhre kam, mußte
er breit grinsen. Ihr Fell, das sie immer sehr pflegte, hatte zwar urkomisch
ausgesehen, aber der Gesichtsausdruck, mit dem sie ihn angesehen hatte, ließ
ihn schnell in eine andere Richtung blicken und das Thema wechseln. Jetzt konnte
er allerdings ungestört darüber lachen.
Sie war genauso rauhbeinig wie er. Ja, mit ihr würde die Reise ein Vergnügen werden.
Das heißt, das Vergnügen wäre noch größer gewesen, wenn sein Schiff einwandfrei funktioniert hätte. Er war ja gewohnt, daß man bei Geschäften mit Ferengi extrem gut aufpassen mußte, das war auch der Grund gewesen, weshalb er den Verkäufer auf den Probeflug mitgenommen hatte. Er hatte ihn beobachtet, und sogar in unmittelbarer Nähe der Sphäre war er erstaunlich ruhig geblieben. Das bedeutete, daß Delmok von dem einwandfreien Funktionieren des Schiffes vollkommen überzeugt gewesen sein mußte. Kein Ferengi war dermaßen ruhig, wenn es um sein Leben ging.
Das bedeutete weiterhin, daß Delmok von der Werft reingelegt worden war.
Wahrscheinlich war der Auftrag noch an verschiedene Subunternehmer weitergegeben
worden, so daß die endgültige Verantwortung im Sande verlaufen würde.
So hätte Slade die Sache jedenfalls gedreht.
Das war auch der Grund gewesen, warum er nicht gleich bei der ersten Störung zurückgeflogen war und den Ferengi in seine Einzelteile zerlegt hatte. Zudem lag ihm das Töten intelligenter Wesen nicht im Blut. Wenn sich allerdings herausstellte, daß der Verantwortliche dieser Misere einen Fehler gemacht hatte, war Slade bereit, ihn nicht länger als intelligent anzusehen.
Und Slade würde nach einem Fehler suchen. Nicht jetzt, aber später.
Unter besseren Bedingungen.
Grimmig lächelnd saß der Captain in seinem Kommandosessel und malte sich aus, wie er den Schuldigen bestrafen würde. Ein guuter Zeitvertreib. Sein Grinsen wurde noch ein wenig raubtierhafter...
--- sehr viele Stunden später, Brücke
Nach Slades erster 8-Stunden-Wache folgten 5 Stunden Raschkralle, 8 Stunden Slade und wieder 4 Stunden Raschkralle. Slade hatte diese Wachen deshalb so eingeteilt, damit beide bei der Ankunft relativ frisch waren.
"Anflug auf Raumbasis 17/2...Landeerlaubnis erteilt...Wir sind gelandet. Systeme Offline. Falls im Schiff noch etwas vibriert, dann sind das Ihre oder meine Nerven." Raschkralle erhob sich aus dem leicht angeschlagenen Pilotensessel und stapfte zum Turbolift.
--- Turbolift
Das Licht darin flackerte wieder, weil sie festgestellt hatten, daß irgendein
findiger Techniker die Ansicht gehabt hatte, daß die Optik wichtiger war
als die Sicherheit der Insassen. Deshalb hatte er wohl die Energiezuleitung
der Kraftfeldverankerungen mit denen der Lichtversorgung vertauscht. Der praktische
Nutzen war, daß das Licht nicht mehr geflackert hatte, der Lift dafür
aber jederzeit abstürzen konnte. Raschkralle hatte die Leitungen wiederum
vertauscht, so daß man nun einigermaßen sicher die verschiedenen
Stockwerke erreichen konnte.
Den Wackelkontakt der Lichtleitung hatte sie allerdings nicht gefunden, weshalb
das Licht wieder Partystimmung zu machen versuchte.
--- Raumbasis 17/2
Slade erledigte den üblichen Zollkram. Zu seiner Überraschung konnte er zum ersten Mal reinen Gewissens angeben, daß er nichts zu verzollen hatte.
Anschließend suchten sie sich ein Raumtaxi, das sie auf den Planeten bringen sollte. Slade hatte in der Computerdatenbank gelesen, daß es hier Bars gab, in denen richtiger Alkohol ausgeschenkt werden sollte. Er hatte eine ausgewählt, die ihm sein Instinkt empfohlen hatte. Sie nannte sich 'Zur grünen Wand', was offenbar in der Landessprache witzig war, aber in der Übersetzung einiges an Charme verlor.